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Galerie: Bericht 125 Jahre Peugeot Automobile

Bericht: 125 Jahre Peugeot Automobile

Konkurrenten und Krisen die Krallen zeigen

04.12.2014

Nur wer sein Tun regelmäßig überdenke und sein Unternehmen immer wieder neu erfinde, gehe gut gerüstet in eine erfolgreiche Zukunft, soll der Automobilpionier Armand Peugeot einst gegenüber Kollegen geäußert haben. Eine Erfolgsformel, an die sich Armands Erben auch anlässlich des 125. Jahrestages der Peugeot Automobilproduktion erinnern werden. Müssen sie doch im Jubeljahr mit chinesischer Unterstützung und neuen Modellen die schwer angeschlagene Marke in kurzer Zeit auf frischen Kurs bringen. Eine gewaltige Herausforderung, die den Unternehmensgründer Armand Peugeot aber wahrscheinlich nur inspiriert hätte, es fortan noch besser zu machen. War doch ein nie verglühendes Feuerwerk an Innovationen das entscheidende Erfolgsgeheimnis dieses ersten Übervaters der ganzen französischen Automobilindustrie.

Den Grundstein zum zweitältesten heute noch bestehenden Autohersteller legte Armand Peugeot 1889. Allerdings trieb er nicht nur sein eigenes Unternehmen, sondern gleichzeitig auch alle anderen französischen Industriellen dazu an, Frankreich bis Anfang des 20. Jahrhunderts zum größten Automobilproduzenten der Welt zu machen. Dafür zollte ihm sogar sein härtester Rivale Louis Renault höchsten Respekt noch in der Totenrede, die Renault im Jahr 1915 auf seinen älteren und rastlos kreativen Konkurrenten Armand Peugeot halten durfte. Tatsächlich hatte Armand Peugeot schon im ersten Jahrzehnt des Automobilbaus das Antriebskonzept seiner Fahrzeuge gleich dreimal revolutioniert.

Dieser Innovationswille zeigte sich bereits bei der Pariser Weltausstellung 1889. Peugeot präsentierte unter dem Eiffelturm seinen ersten Motorwagen mit Serpollet-Dampfantrieb – und entwickelte parallel Pläne für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, das er nur ein Jahr später vorstellte. Dieser Benziner basierte auf einer Daimler-Lizenz, keine Frage daher für Peugeot, dass möglichst rasch eine Eigenkonstruktion her musste. 1896 war es soweit. Für die damals gewaltig große Modellpalette aus sieben Grundtypen zeigte Armand Peugeot nun einen liegenden Zweizylinder, der sich konstruktiv vom verbreiteten V2 deutlich differenzierte. Damit nicht genug an Neuerungen und Experimenten, Peugeot gewann in jenen Jahren auch die ersten Automobilrennen der Geschichte und sorgte auf Exportmärkten  durch Elektrofahrzeuge für Furore.

Die Zahl revolutionärer Modelle mit dem Löwen im Signet ist seitdem so groß geworden, dass nicht einmal alle Experten den Überblick behalten haben. Gäbe es eine Geburtstagsparade mit allen Meilensteinen aus 125 Jahren Peugeot, wäre dies ein rekordverdächtiges Mega-Event. Welche Modelle würden den Concours anführen? Zunächst einmal der kleine Bébé, mit dem Peugeot 1912 das automobilbegeisterte Frankreich verrückt machte. Einen Sous pro Kilometer sollte der gemeinsam mit Ettore Bugatti entwickelte Kleinwagen kosten. Damit wurde der 60 km/h schnelle Flitzer als erstes kompaktes Fahrzeug für immerhin 3.000 Franzosen ein bezahlbarer Traumwagen. Ganz im Gegensatz zum majestätischen Typ 105 mit gigantischen elf Litern Hubraum für königliche Kunden. Nach dem Ersten Weltkrieg waren es dann die schmalspurigen Quadrilette, von denen Peugeot bis 1929 über 70.000 Einheiten verkaufte. Eine französische Spezialität, bei denen die beiden Passagiere hintereinander Platz nehmen mussten.

Die Folgen der Weltwirtschaftskrise bewältigte Peugeot mit dem Kleinwagen 201, der ab 1929 als erster Löwentyp die Signifikation mit drei Ziffern trug, dabei die mittlere als „Null“. Fünf Jahre später präsentierte sich Peugeot erstmals als Generalist mit den Vierzylinderserien 201, 301 und 401 und dem noblen Sechszylinder 601. Schlagzeilen machten auch die Eclipse-Modelle mit elektrisch versenkbarem Metalldach. Eine Sensation, die mit dem 1935 lancierten Peugeot 402 ihren Höhepunkt erreichte. Dieses Modell machte nicht nur das Stromliniendesign in Frankreich zum dernier cri, auch als Diesel-Versuchsträger begeisterte er Pariser Taxifahrer. Wirklich in Großserie ging der Selbstzünder allerdings erst 1959 mit dem Peugeot 403, dafür nun als Weltneuheit auch in Form eines dieselnden Familienkombis.

Bis es soweit war, hatte Peugeot bereits zwei politisch-wirtschaftliche Krisen durch eine geschickte Modellstrategie bewältigt. Mitten im Zweiten Weltkrieg ging 1941 das Elektrofahrzeug VLV in Serienproduktion. Und auch die Entwicklung des Peugeot 203 mit amerikanisch anmutenden, fließenden Linien startete noch vor Kriegsende. Mit dem 203 folgte Peugeot den staatlichen Vorgaben einer modellpolitischen Monokultur, konnte diese jedoch durch zahllose Karosserievarianten des 203 umgehen.

Mit dem Peugeot 403 begann in Sochaux eine Ära feiner italienischer Maßanzüge. Altmeister Pininfarina entwarf die Pontonform für den 403 und anschließend die distinguierten Trapezlinien für den Peugeot 404 von 1960. Diese beiden Modellreihen avancierten aber nicht nur zu den ersten Millionenerfolgen der Löwenmarke, sie wurden auch als erste Peugeot auf alle fünf Kontinente exportiert. Derweil ließ Peugeot extravagante Coupés und Cabriolets wie die zweitürigen 404 und 504 (ab 1969) bei der Carrozzeria Pininfarina produzieren, was ihren Nimbus als Designjuwelen nur steigerte. Antriebstechnische Geniestreiche waren in den 1960er und 1970er Jahren zunächst der erste französische Benzineinspritzer im Peugeot 404 Injection (ab 1962), der kleinste Diesel der Welt im Peugeot 204 (ab 1967), der erste französische V6 der Nachkriegsära im Peugeot 504 Coupé (ab 1974) und der erste in Europa verkaufte Turbodiesel im repräsentativen Flaggschiff Peugeot 604 (ab 1979).

1810: Gründung von Peugeot fères ainés, mit Fabriken der Textilproduktion und von Peugeot frères & Compagnie, mit Fabriken zur Herstellung von Werkzeugen und Walzstählen

1847: Der Löwe als Logo wird kreiert, drei Jahre später erstmals verwendet

1889: Armand Peugeot präsentiert auf der Weltausstellung in Paris den Peugeot Typ 1, ein dreirädriges Fahrzeug mit Dampfantrieb

1890: Peugeot Typ 2 als erstes Fahrzeug mit Verbrennungsmotor, Lizenz Daimler

1894: Weltweit erstes Automobilrennen als Zuverlässigkeitsfahrt, von Paris nach Rouen, Peugeot triumphiert

1895: Peugeot wird Sieger beim ersten Geschwindigkeitsrennen der Geschichte (Paris-Bordeaux-Paris). Frankreich wird größter Automobilhersteller der Welt mit Peugeot als einem führenden Unternehmen (inzwischen sieben Modellreihen). Peugeot forciert Export in europäische Nachbarländer

1896: Erster Peugeot Motor für die ganze Modellpalette

1898: Lastwagen und leichte Nutzfahrzeuge ergänzen das Peugeot-Portfolio

1900: 18 Modelle werden gefertigt

1901: Erstes Peugeot-Motorrad, Typ ZL

1904: Vorstellung des ersten Kleinwagens vom Typ 69 Bébé mit Einzylindermotor

1906: Der Peugeot Typ 80 erreicht eine Vmax von über 100 km/h

1912: Zusammen mit Ettore Bugatti wird ein neuer „Bébé“-Kleinwagen entwickelt   

1913: Erster Sieg in Indianapolis durch den Peugeot L76

1914: Kurz vor dem ersten Weltkrieg feiert Peugeot die Auslieferung des 32.000 Automobils

1921: Neu strukturiertes Fahrzeugprogramm mit schmalspurigen Quadrilette-Kleinwagen und den größeren Typen 163 und 156. Der Typ 156 verfügt als Weltneuheit über ein 6,0-Liter-Triebwerk ohne Ventile. Erste Versuche mit Dieselmotoren (sogenannten Schwerölmotoren)

1923: Vierradbremsen werden nach und nach Standard

1925: Sieg bei der Targa Florio, Dieselmotoren in kleiner Serie

1929: Mit dem 201 wird die neue Nomenklatur mit „Null“ in der Mitte eingeführt. Der Peugeot 201 geht als erstes Modell der Löwenmarke in Massenfertigung

1932-1934: Komplett erneuerte Modellpalette aus den Typen 201, 301, 401 und 601

1933: Stromliniendesign aus Sochaux, entwickelt vom Designer Henri Thomas, besonders konsequent umgesetzt bei den Serienmodellen 402 (ab 1935) und 202 (ab 1938)

1934: Erstes Coupè-Cabriolet mit elektrisch versenkbarem Metallklappdach (Peugeot Eclipse)

1936: Elektromagnetisches Getriebe Cotal und Automatikgetriebe Fleischel

1938: Der Peugeot 402 wird mit Dieselmotor erprobt und erfolgreich vor allem an Taxifahrer verkauft

1941: Elektrofahrzeug VLV geht in Serie

1948: Mit dem neuen Erfolgstyp 203 beginnt bei Peugeot eine Ära als Hersteller eines Einheitsmodells. Damit passt sich Peugeot auch dirigistischen staatlichen Richtlinien an

1950: Mit 62.486 ausgelieferten Fahrzeugen übertrifft Peugeot die höchste Vorkriegsjahresproduktion

1951: Peugeot 203 Cabrio. Erstes Kooperationsabkommen mit dem italienischen Designer Pininfarina

1955: Peugeot 403 Limousine mit Pininfarina-Linien

1956: Das Peugeot 403 Cabrio wird in Sochaux entworfen

1958: Eine neue Verkaufsgesellschaft soll den nordamerikanischen Markt erobern

1959: Der Peugeot 403 Diesel geht als erstes französischer Diesel-Pkw in Großserie. Weltweit erster Serienkombi mit Dieselmotor ist der Peugeot 403 Break/Familiale

1960: Produktionseinstellung des 203. Neuvorstellung des Peugeot 404 im von Pininfarina kreierten Trapez-Design

1961: Peugeot 404 Coupé und Cabriolet werden bei Pininfarina in Italien gefertigt

1962: Der Peugeot 404 Injection geht als erstes französisches Fahrzeug mit Benzineinspritzung in Großserie

1963: Erster von vier Siegen bei der East African Safari mit Peugeot 404

1965: Peugeot 204 als erster Peugeot mit Vorderradantrieb. 40 internationale Rekorde durch den Peugeot 404 Diesel. Innovativer Transporter Peugeot J7

1967: Kleinster Dieselmotor der Welt im Peugeot 204 Break

1968: Einführung des Peugeot 504 mit neuer Frontgestaltung, die zum Markengesicht wird

1969: Peugeot ist wieder Vollsortimenter mit den Modellen 204, 304, 404 und 504

1972: Debüt des Peugeot 104 als kleinstem Viertürer Europas

1974-1976: Übernahme und Rettung der insolventen Marke Citroen

1974: Peugeot 504 Coupé mit dem ersten französischen V6-Motor der Nachkriegsära

1975: Neues Flaggschiff wird der repräsentative Peugeot 604

1976: Peugeot überschreitet die Marke von zehn Millionen produzierten Fahrzeugen seit 1889

1977: Einführung des Peugeot 305

1978: Kooperationsabkommen mit Fiat zur Entwicklung und Produktion leichter Nutzfahrzeuge. Peugeot übernimmt die europäischen Marken des amerikanischen Chrysler-Konzerns (Simca, Hillman, Humber, Sunbeam etc.). Peugeot wird größter Autobauer Europas

1979: Peugeot 604 als erste in Europa verkaufte Limousine mit Turbodieselmotor. Neue Modellreihe Peugeot 505. Die aus den Chrysler-Divisionen übernommenen Marken firmieren unter dem Namen Talbot mit Werken in Frankreich, Spanien, Großbritannien und Iran

1980: Fusion von Peugeot und Talbot. Finanzielle Verluste und Neustrukturierung bis 1984

1983: Einführung des Kleinwagens Peugeot 205 als bis dahin erfolgreichstem Peugeot-Modell aller Zeiten

1984: Peugeot 205 GTI und Peugeot 205 Turbo 16 als Homologationsmodelle

1985: In China beginnt die Fertigung von Peugeot 504 und 505. Mit dem 205 Turbo 16 gewinnt Peugeot die Rallye-Weltmeisterschaft 1985 und 1986. Der Peugeot 309 läuft an, ursprünglich sollte er als Talbot Arizona den Horizon beerben

1986: Untergang der Marke Talbot

1987: Der Peugeot 205 Turbo 16 gewinnt die Rallye Paris-Dakar. Der 205 geht mit Elektroantrieb in kleine Serie. Debüt für den Peugeot 405

1988: Sieg bei der Rallye Dakar (205 Turbo 16) und beim Bergrennen Pikes Peak (405 Turbo 16). Mehr als 20 Millionen Peugeot Fahrzeuge hergestellt seit 1889

1989: Neues Flaggschiff wird der Peugeot 605. Siege bei der Rallye Paris-Dakar und in Pikes Peak für den 405 T16

1990: Vierter Sieg in Folge bei der Paris-Dakar

1991: Neue Kleinwagenreihe Peugeot 106

1992: Der elektrische Peugeot 106 geht in Serie und wird weltweit erfolgreichstes Fahrzeug mit Elektroantrieb. Produktionsende für den Peugeot 505 und damit den Hinterradantrieb. Der Peugeot 905 gewinnt die 24 Stunden von Le Mans und die Sportwagen-Weltmeisterschaft

1994: Erste Großraumlimousine der Löwenmarke ist der Peugeot 806. Bis 1999 startet Peugeot wenig erfolgreich in der Formel 1 mit den Rennställen McLaren, Jordan und Prost

1996: Peugeot Partner führt ein neues Fahrzeugsegment ein

1998: Peugeot 206 wird eingeführt und übertrifft die Erfolgsblianz des 205

1999: Neues Spitzenmodell Peugeot 607 und Einführung des wartungsfreien Diesel-Partikelfilters. Einstellung des Peugeot 205 nach fast 5,3 Millionen Einheiten. Präsentation des Peugeot 206 CC und damit Wiederbelebung des Segments der bezahlbaren

Coupé-Cabriolets

2000: Mit dem 206 WRC wird Peugeot Rallye-Weltmeister (ebenso 2001 und 2002)

2001: Peugeot 307 und 307 SW als Hochdach-Lifestylekombi

2004: Peugeot 1007 als erster europäischer Serien-Pkw mit elektrischen Schiebetüren. Zugleich Einführung des zusätzlichen Zahlencodes mit einer „Doppel-Null“. Marktstart für den Peugeot 407

2005: Als erstes Ergebnis einer Kooperation mit Toyota entspringt der Peugeot 107. Kooperationsabkommen mit Mitsubishi für SUV

2006: Neuer Kleinwagen Peugeot 207

2007: Neue Modelle sind der Peugeot 308 und der 4007 als erster SUV (aus Kooperation mit Mitsubishi und Schwestermodell des Mitsubishi Outlander)

2009: Als Parallelmodell zum Mitsubishi i-MiEV wird Peugeot IOn vorgestellt. Serienstart im Jahr 2010. Neu sind die Baureihen 3008 (schon seit dem Vorjahr) und 5008 sowie der 206+ als Evolution des mit bis dahin 6,5 Millionen Einheiten erfolgreichsten Peugeot aller Zeiten, also des 206. Sieg des Peugeot 908 HDI FAP bei den 24 Stunden von Le Mans

2010: Sportcoupé Peugeot RCZ wird präsentiert

2012: Einführung Peugeot 208. Erstes Diesel-Hybrid-Pkw in Serie ist der Peugeot 3008 HYbrid4. Peugeot entscheidet in Zukunft die Standardmodelle nur noch auf „1“ bzw. „8“ enden zu lassen. So heißt der Nachfolger des aktuellen 308 ab 2013 wieder 308, bzw. der Nachfolger des 107 ab 2014 nun 108. Preisgünstigere Modelle wie das Weltauto 301 tragen die „1“ im Code  

2014: Der chinesische Autobauer Dongfeng Motors sichert sich Anteile am kriselnden Konzern PSA Peugeot Citroen. China wird größter Absatzmarkt für den Peugeot 508, der dort auch produziert wird (parallel zur europäischen Produktion)

Peugeot 104 (ab 1972), 106 (ab 1991), 107 (ab 2005), 108 (ab 2014).

Peugeot 201 (ab 1929), 202 (ab 1938), 203 (ab 1948), 204 (ab 1965), 205 (ab 1983), 206 (ab 1998), 207 (ab 2006), 208 (ab 2012).

Peugeot 301 (ab 1932), 302 (ab 1936), 304 (ab 1969), 305 (ab 1977), 306 (ab 1993), 307 (ab 2001), 308 (ab 2007), 309 (ab 1985).

Peugeot 401 (ab 1934), 402 (ab 1935), 403 (ab 1955), 404 (ab 1960), 405 (ab 1987), 406 (ab 1995), 407 (ab 2004), 408 (ab 2010).

Peugeot 504 (ab 1968), 505 (ab 1979), 508 (ab 2010).

Peugeot 601 (ab 1934), 604 (ab 1975), 605 (ab 1989), 607 (ab 1999).

Peugeot 806 (ab 1994), 807 (ab 2002).

Peugeot 905, Renn-Sportwagen (ab 1990), 908 (ab 2007).

Peugeot 1007 (ab 2004), 2008 (ab 2013), 3008 (ab 2008), 4007 (ab 2007), 4008 (ab 2012), 5008 (ab 2009).

Peugeot Bipper (ab 2007), Boxer (ab 1981), Expert (ab 1995), iON (ab 2010), Partner (ab 1996), RCZ (ab 2010), VLV (ab 1941).

Ende der 1970er Jahre war Peugeot größter Autobauer Europas, hatte man doch 1976 den kriselnden Konkurrenten Citroen übernommen und 1978 die maladen Chrysler-Europa-Tochtermarken gekauft und in Talbot umbenannt. Besonders letztere Aktion wirkte zwar als kostspielige Wohltätigkeitsaktion für die so vorläufig weiter beschäftigten Talbot-Mitarbeiter, konnte Talbot aber letztlich nicht retten. Im Gegenteil, Anfang der 1980er Jahre lag es am kleinen neuen Sympathieträger Peugeot 205, den Konzern zurück zu schwarzen Zahlen zu führen. Was dem als „sacrée numéro“ (heilige Zahl) beworbenen 205 gelang als erstem Diesel-Kleinwagen in Massenauflage, durch schnelle GTI und schöne kleine Cabriolets. Letztes Erbe aus der Talbot-Ära war ab 1985 der Peugeot 309, der ursprünglich als Talbot Arizona dem VW Golf Paroli bieten sollte.

Veritable Bestseller der 1980er und 1990er Jahre waren die mittelgroßen Peugeot 405 und 406, ganz neue Ufer betraten die Franzosen aber durch den Peugeot 806 (ab 1994) als erstem Van und den kleinen Kastenwagen Partner (ab 1996), der dem Renault Kangoo als pragmatisches Familien- und Freizeitfahrzeug erfolgreich die Stirn bot. Nicht fehlen dürfen bei einem Concours der besten Peugeot aller Zeiten natürlich Youngtimer wie die Wiedergeburt des Coupé-Cabriolets durch den 206 CC (ab 1999), der kleine 206 als bisher meistverkaufter Peugeot aller Zeiten, die kompakte Hochdachklasse 307 und 307 SW und der Kleinstwagen Peugeot 107 aus einer Kooperation mit Toyota.

Neuerungen wie Diesel-Hybrid (3008 und 508) und Elektro waren zwar technisch innovativ, haben Peugeot jedoch wirtschaftlich nicht wirklich beflügeln können. Auch wenn sie keine ausgemachten Flops waren wie etwa der pannengeplagte Peugeot 1007 mit elektrischen Schiebetüren oder der zu voluminös geratene und qualitativ unbefriedigende Kleinwagen 207. Auch der von Mitsubishi zugelieferte erste SUV-Löwe 4007 passte nicht ins Peugeot-Programm. Modellstrategisch zurück in die Spur fand Sochaux erst 2012 mit dem knackig-scharfen 208, auf den ein Jahr später ein an deutschen Vorbildern ausgerichteter qualitativ hochwertiger Peugeot 308 folgte. Hoffnungsfunken zur stillen Jubiläumsparty also, aus denen Armand Peugeot ein leuchtendes Feuer entfacht hätte.

 
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