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Galerie: Bericht 25 Jahre BMW Forschung und Technik GmbH

Bericht: 25 Jahre BMW Forschung und Technik GmbH

Zurück in die Zukunft

08.04.2010

1985 lagerte BMW seine Abteilung Forschung und Technik in eine GmbH aus. Seither brachte die bis heute auf über 200 Mitarbeiter angewachsene Innovations-Abteilung diverse Technik-Schmankerl hervor, auch in Form fahrbarer Konzepte. Ohne konventionelle Vorgaben und unabhängig von aktuellen Serienentwicklungen sind viele richtungsweisende Mobilitätsentwürfe entstanden, die aus heutiger Sicht teilweise skurril anmuten oder einfach nur faszinieren. Anlass genug, für einen kleinen Streifzug durch 25 Jahre Forschung und Entwicklung.

Obwohl bei Forschung und Technik eigentlich keine konkreten Serienfahrzeuge entwickelt werden, hat das erste Konzept der damals neu gegründeten GmbH genau dieser Regel widersprochen. Mit dem Z1 wurde kurz nach der Ausgliederung unter dem maßgeblichen Einfluss von Ulrich Bez, heute CEO bei Aston Martin, der legendäre Leichtbau-Roadster Z1 entwickelt. 1988 ging der Zweisitzer mit seinen versenkbaren Türen in die Serienproduktion. Von dem 170 PS starken und 225 km/h schnellen Z1 wurden immerhin 8.000 Exemplare gebaut. Heute ist das erste Kind der Forschung und Technik GmbH ein Sammlerstück.

Diverse weitere Fahrzeuge entstanden bei der Forschung und Technik, die ebenfalls in der Regel den Buchstaben Z mit einer Zahl kombinierten. Doch keines davon kam nach dem Z1 je in Serie. Die Roadster Z3, Z4 und Z8 waren trotz ihrer Namensgebung keine von der GmbH entwickelten Fahrzeuge, sondern von vorneherein als Serienmodelle konzipiert.

Z1 als Kombi

Galerie: Bericht 25 Jahre BMW Forschung und Technik GmbHDem Z1 folgte bereits kurze Zeit später der Z2. Plattform war der Z1, doch als Aufbau versuchte man eine Kombi-Version beziehungsweise ein Shooting Brake mit ebenfalls versenkbaren Seitentüren darzustellen. Doch mehr als ein eigenwillig anmutendes 1:1-Modell aus Plastik und Holz hat sich zumindest mittelfristig daraus nicht entwickelt. Dennoch sollte der Z2 auch ausloten, ob sein Konzept Serien-Potenzial bietet. Tatsächlich wurde mit dem Z3 Coupé 1998 die Idee des Z2 in ein Serienmodell überführt.

Ein inoffiziell Z11 getaufter Elektro-Kleinwagen wurde 1991 unter dem Kürzel E1 der Öffentlichkeit vorgestellt. Angesichts der sich heute anbahnenden Elektroauto-Revolution möchte man meinen, BMW war seiner Zeit voraus. Doch zur damaligen Zeit machten sich aufgrund eines Emissionssenkungs-Gesetzes in Kalifornien auch viele andere Hersteller ähnlich konkrete Gedanken über eine emissionsfreie Antriebszukunft. 120 km/h Höchstgeschwindigkeit und 200 Kilometer Reichweite bot der E1 – aus heutiger Sicht mögen diese Eckdaten durchaus verheißungsvoll anmuten. Doch die Natrium/Schwefel-Batterie des Z11 bot bezüglich ihrer Lebensdauer kein echtes Marktpotenzial.

Kleine Stomer

Galerie: Bericht 25 Jahre BMW Forschung und Technik GmbHAls Kleinwagen hätte der E1/Z11 auch mit konventionellem Antrieb ein durchaus spannender Entwurf sein können. Als Fronttriebler mit vier Sitzplätzen bei nur 3,40 Meter Länge war er auf dem Niveau heutiger Kleinstwagen. Doch letztlich fanden sich nur Design-Zitate wie die verglasten Doppelscheinwerfer im Serienbau wieder. Der Idee des E1 wird aber doch noch späte Ehre in zweifacher Weise zu Teil. Der Münchener Autobauer arbeitet derzeit sowohl an Serienkonzepten für rein elektrisch betriebene Akkuautos als auch an einen City-Flitzer.

Fast schon seriennah und modern wirkt auch heute noch der technische Nachfolger des Z11 aus dem Jahr 1993. Der ebenfalls E1 getaufte Z15 wurde neben einer rein elektrischen Variante auch als Version mit konventionellem Verbrennungsmotor und sogar als Hybridversion konzipiert. Doch weder die stimmige Karosserie, noch die heute so zeitgemäß anmutenden Antriebe wurden damals für einen Serienbau frei gegeben.

Klein aber oho

Galerie: Bericht 25 Jahre BMW Forschung und Technik GmbHKleinwagen-Konzepte waren Anfang der 1990er Jahre bei Fahrzeug-Entwicklern offensichtlich hoch im Kurs. So wurde ebenfalls 1993 der Z13 vorgestellt. Der sportlich gestaltete Kleinwagen mit Heckmotor zeichnete sich durch drei unkonventionell angeordnete Sitzplätze aus. Während der Fahrer hinter dem zentralen Lenkrad sitzt, müssen die beiden Mitreisenden seitlich versetzt hinter ihm sitzen.

Die Studie soll bei geringen Außenabmessungen agile Fahreigenschaften mit hohem Komfortniveau und Sicherheitsmerkmalen verbinden. Ein 82 PS starker Motor sorgte bei 830 Kilogramm Gewicht für ordentliche Fahrleistungen. Sogar der aufkommenden mobilen Kommunikation hat man im Z13 Tribut gezollt: Am Armaturenbrett wurden Telefon, Faxgerät auch ein Satellitennavigationssystem installiert. Im Jahr 1993 war eine derartige Onboard-Kommunikationstechnik unerhört fortschrittlich.

Offene Spaßmobile

Galerie: Bericht 25 Jahre BMW Forschung und Technik GmbHZu den wohl schrillsten Fahrzeugen der Forschung und Technik zählt der Z18. Hierbei handelt es sich um einen Versuch, das Motorradkonzept Enduro auf vier Räder zu übertragen. Das mächtige und hochbeinige Cabrio sollte neben dem Frischluft-Vergnügen dank Allradantrieb auch Geländeausflüge ermöglichen. Als kräftige Zugmaschine für Boottrailer hätte der 355 PS starke V8-Bolide in Gegenden wie Kalifornien oder Florida sicherlich eine Berechtigung gehabt. Doch ein Serienbau wurde nie ernsthaft in Erwägung gezogen.

Ebenfalls als Spaßmobil ohne Serienpotenzial stellte BMW im Jahr 1995 den Just 4/2 vor. Er war das Resultat eines internen Wettbewerbs der Forschung und Technik, bei dem das Budget der Entwickler auf 5.000 D-Mark limitiert wurde. Aus dem Ideen-Wettstreit ging der Just 4/2 als Sieger hervor. In der Art eines Seven-Cars ist dieser offene Leichtbau-Zweisitzer wohl der bislang konsequenteste Fahrspaß-BMW überhaupt. Wenig überraschend: Der Entwickler des 4/2 war Engländer.

Freistehende Räder, kein Dach, keine Windschutzscheibe und ein 100 PS starker Vier-Zylinder aus dem Motorradmodell K100 sorgten bei 550 Kilogramm für eine spektakuläre Pistengaudi. Um den Ungläubigen zu zeigen, das es sich beim Just 4/2 um einen „echten“ BMW handelt, trägt das Spaßmobil in seltsam unpassender Weise die Doppelniere in der Front.

Klobiges Leichtgewicht

Galerie: Bericht 25 Jahre BMW Forschung und Technik GmbHOptisch ebenfalls von eher fragwürdiger Natur war der 1999 aufgebaute Z22. Bei diesem klobigen Leichtbau-Fünftürer handelt es sich um einen fahrbaren Innovationsträger, der über 70 technische Neuerungen in sich vereinte. Bei einem Radstand des damaligen 7ers und der Außenlänge eines 3ers wollte man ein besonders leichtes Fahrzeug bauen, das fünf Passagieren samt einer größeren Menge Gepäck den nötigen Platz bot. Ein wenig mag dieses Konzept an den heutigen 5er GT erinnern.

Unter anderem wurde die Karosserie des Z22 dank kohlefaserverstärktem Kunststoff auf geringes Gewicht getrimmt und bot das Experimentierfahrzeug mit dem Motor aus dem 528i erstaunliche Fahrleistungen. Eine Neuheit war das Drive-by-Wire-System, bei dem Befehle vom rechteckigen Lenkrad und dem Bremspedal über elektrische Impulse statt mechanisch übertragen wurden. Z22-Innovationen wie Kurvenlicht, Head-Up-Display oder eine zentrale Bedieneinheit wurden bald in Serien-BMWs eingeführt.

Ausblick auf Z4

Leichtbau war auch eines der konsequenten Entwicklungsziele beim Z29 aus dem Jahr 2001. Viel Kohlefaser und Aluminium kamen hier bei Karosserie und Fahrwerk zum Einsatz. Dank des 343 PS starken Sechs-Zylinders des M3 bot dieser knapp eine Tonne leichte, entfernte Ausblick auf den Z4 ein Leistungsgewicht von 3,4 PS. 4,4 Sekunden soll der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h dauern.

Fahrzeuge mit zwei oder drei Rädern

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Bei der Forschung und Technik wurden nicht nur vierrädrige Fahrzeuge entwickelt. Auch das Konzept eines überdachten Motorrollers war ein Kind der GmbH. Der C1 wurde sogar als Serienmodell produziert, hatte allerdings nur mäßigen Erfolg. Zwar wurde der C1 von 2000 bis 2003 gebaut, feierte allerdings jüngst seine Wiederauferstehung als Elektro-Scooter-Studie C1-E.

Eine weitere Studie, die Elemente von Auto und Motorrad kombiniert, ist der Simple, der eine Weiterentwicklung des Clever aus dem Jahr 2002 darstellt. Das 1,10 Meter breite Konzept mit geschlossener Kabine bietet zwei Fahrgästen hintereinander angeordnet Sitzgelegenheiten. Im Heck befinden sich über der zweirädrigen Achse ein 49 PS starker Benzinmotor und eine komplizierte Neigungstechnik. Fährt man in eine Kurve, fällt die Kabine zur Seite und sorgt so für einen besonderen Kurvenspaß. Trotz guter Fahrleistungen soll der 450 Kilogramm leichte und besonders windschlüpfige Simple nur etwa zwei Liter Benzin auf 100 Kilometer konsumieren.

Hybride und Wasserstoffantriebe

Bei der Forschung und Technik GmbH sind vor allem auch alternative Antriebe ein Dauer-Schwerpunkt. So wurde 1995 auf Basis des damals aktuellen 5er ein Hybridantrieb realisiert, der einen Benzinmotor mit einer Elektrifizierung kombinierte. Diesem Hybrid folgten weitere Forschungsfahrzeuge, die schließlich auch zur Serienreife in den aktuellen Baureihen 7er, X6 und 5er gelangten.

Galerie: Bericht 25 Jahre BMW Forschung und Technik GmbHEtwas weiter entfernt vom Serienbau sind hingegen die Wasserstofffahrzeuge. Hier hat BMW auf der einen Seite Fahrzeuge mit Wasserstoff-Verbrennungsmotoren zwischenzeitlich sogar im dauerhaften Flottenbetrieb gestellt.  Allerdings wurde die kleine Flotte von Hydrogen 7 nach Aussage von BMW aufgrund eines fehlenden Tankstellennetzes wieder aufgegeben.

Die Leistungsfähigkeit von Hubkolbenmotoren, die Wasserstoff verbrennen, hat im September 2004 auch das Wasserstoffrekordfahrzeug BMW H2R demonstriert. Im September 2004 erzielte das von einem 285 PS starken Zwölf-Zylinder-Aggregat angetriebene Modell neun internationale Rekorde für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge mit Hubkolbenmotor. In einem Versuch lag die durchschnittliche Höchstgeschwindigkeit knapp jenseits der 300 km/h.

Zwar wurde die Hydrogen-7-Flotte wieder eingestellt, dennoch testet und entwickelt man bei der Forschung und Technik GmbH weiterhin Wasserstoff-Antriebe. Neben dem Hubkolbenmotor erforscht BMW auch intensiv neue Antriebskonzepte mit Brennstoffzellen. Vorläufiger Höhepunkt ist hier ein 1er mit Elektroantrieb, der mit Hilfe einer 5 Kilowatt starken Brennstoffzelle oder mit einem klassischen Benzin-Verbrennungsmotor mit Strom versorgt wird. Ob und wann solche besonders sparsamen Antriebe allerdings in Serie kommen, werden wir wohl rückblickend erst beim nächsten Jubiläum der Forschung und Technik GmbH verraten können.

 
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