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Galerie: Bericht 75 Jahre Jaguar

Bericht: 75 Jahre Jaguar

Luxus im Zeichen der Katze

10.06.2010

Gefeiert wird das große Jubiläum schon jetzt mit der Markteinführung der neuen XJ-Limousine ückkehr zum ruhmreichsten Rennsportklassiker, den 24 Stunden von Le Mans. Dabei rundet sich der eigentlicäsentierte William Lyons, Gründer der Motorrad-Beiwagenmarke Swallow Sidecar, im Londoner Luxus-Hotel Mayfair sein erstes eigenständig entwickeltes Pkw-Programm unter der Bezeichnung SS Jaguar.

Schön, schlank und schnell wie die springende Raubkatze, so sollten der Jaguar 2.5 Saloon und der Tourer und vor allem der wenige Tage später enthüllte Roadster Jaguar 100 die Herzen anspruchsvoller Sportfahrer im Sturm erobern.

Schon damals Aluminium

Ein Plan, der aufging. Der legendäre SS Jaguar 100 mit neuartiger Aluminiumkarosserie durchbrach als einer der ersten Seriensportler die 100-Meilen-(160 km/h)-Schallmauer und kostete dennoch weniger als die Hälfte als die Wettbewerber von BMW, Alfa Romeo oder Aston Martin. Mit ungestümem Temperament und dem Motto „Value for money“ sprang die fauchende Raubkatze an die Spitze der Zulassungsstatistik im Premiumsegment der Vorkriegszeit. So wurden 1939 im mittelenglischen Coventry bereits 5.378 Jaguar-Fahrzeuge produziert, übrigens alle noch als Rechtslenker.

Linksgelenkte Jaguar, vor allem für den Export nach Nordamerika, wurden erst im Herbst 1945 vorgestellt. In den ersten Nachkriegsjahren legte die britische Regierung Exportquoten für die Automobilindustrie fest, da diese in der Zeit der Materialknappheit ein wichtiger Devisenbringer für den Einkauf von Rohstoffen war. Noch wichtiger in der Historie der Marke SS war jedoch der Entfall der Buchstabenkombination zugunsten des neuen Markennamens Jaguar. Bis 1945 wurde das Raubtier nämlich nur als Modellbezeichnung genutzt.

Sensation XK 120

Die erste große Sportwagenpremiere der frühen Nachkriegsjahre ereignete sich am 27. Oktober 1948 auf der London Motorshow: Der futuristische Jaguar XK 120 mit Aluminiumkarosserie wurde enthüllt. Bis April 1950 wurden 240 Einheiten des 120-Meilen-Roadsters (192 km/h) mit 160-SAE-PS-Sechszylinder verkauft. Dann erhielt der XK 120 eine Ganzstahlkarosserie, ging in größere Auflage und war als erster Jaguar-Sportwagen offiziell in Deutschland bestellbar – bedingt durch ungünstige Wechselkurse allerdings zum astronomischen Preis von 21.000 Mark, mehr als damals für die Staatslimousine Mercedes 300 verlangt wurde. In Hollywood zählten dafür zahlreiche Prominente wie die Filmstars Clark Gable und Tyrone Power zu den XK-120-Fahrern.

Galerie: Bericht 75 Jahre JaguarEindrucksvoll war auch die Motorsportkarriere des XK in Form des Jaguar C-Type, der 1951 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans auf Anhieb den Gesamtsieg errang. Ab 1953 übrigens mit Dunlop-Scheibenbremsen, einer technischen Weltpremiere. Vom Nachfolger, dem 280 km/h schnellen Jaguar D-Type, Le-Mans-Sieger der Jahre 1955, 1956 und 1957, entstanden beachtliche 71 Exemplare, die sogar an Privatkunden verkauft wurden.

1955 debütierte die erste Jaguar Limousine mit selbsttragender Karosserie, der kompakte 2,4-Litre-Saloon. Mit 9.900 Verkäufen erzielte Jaguar daraufhin das bisher beste Jahresergebnis. So zählte Jaguar um 1960 bereits zu den weltweit angesehensten Automarken – ein Verdienst des bis 1972 aktiven und in den Adelsstand erhobenen Firmengründers Sir William Lyons. Über die Hälfte der Jahresproduktion ging in den Export und hiervon rund drei Viertel nach Nordamerika, darunter auch die neuen Sportlimousinen MK II 2,4 Litre und 3,4 Litre. Mit einer Spitze von knapp 200 km/h zählte der 210-SAE-PS starke 3,4 Litre damals zu den schnellsten Viertürern der Welt. Die Geschäfte gingen so gut, dass William Lyons überraschend die Daimler Motor Company erwarb, die älteste noch existierende britische Automobilmarke. Jaguar benötigte dringend größere Produktionskapazität und verlegte nun die Motorenfertigung in die Daimler-Werkshallen.

Jaguar E-Type ab 1961

Galerie: Bericht 75 Jahre JaguarTatsächlich wird schon 1965 ein neuer Produktionsrekord aufgestellt: 24.601 Jaguar werden verkauft, 25 Prozent mehr als 1960. Für den erforderlichen Absatzschub sorgte vor allem eine Sportwagenikone des 20. Jahrhunderts: Auf dem Genfer Salon 1961 feierte der Jaguar E-Type Weltpremiere. Mit atemberaubender Formensprache und einer damals sensationellen Vmax von 150 Meilen (240 km/h) attackierte der mit 25.000 Mark relativ preiswerte E-Type auf Straße und Rennstrecke die europäischen Supersportwagen von Ferrari und Maserati - ab 1971 sogar mit einem standesgemäßen 5,3-Liter-V12-Motor. Insgesamt wurden 72.529 E-Type produziert, eine Zahl von der die Konkurrenz nur träumen konnte.

Nicht weniger erfolgreich war eine andere Stilikone, die 1968 feierlich enthüllte XJ-Limousine. Mit E-Type und XJ im Köcher überstand die Marke mit dem Katzensignet auch eine stürmische Zeit des Fusionswirrwarrs und der Verstaatlichungen. Jaguar fusionierte mit der British Motor Corporation zur British Motor Holding BMH und die BMH wiederum mit Leyland zum fast 20 Marken umfassenden Moloch British Leyland Motor Corporation.

  • Historie Jaguar

Galerie: Bericht 75 Jahre Jaguar1922: In Blackpool gründen William Lyons und Bill Walmsley die Swallow Sidecar Company, die Keimzelle von Jaguar

1927: Das Unternehmen ergänzt sein Produktportfolio an Aluminium-Seitenwagen für Motorräder um Sonderkarosserien für Großserienautos. Den Anfang macht der damals populärste Kleinwagen, der Austin Seven, der als Austin Swallow am 20. Mai 1927 in Produktion geht

1929: Das Unternehmen zieht nach Foleshill bei Coventry um

Galerie: Bericht 75 Jahre Jaguar1931: Mit dem SS beginnt die Fertigung eigenständiger Automobile. Die Modelle SS 1 (Sechszylinder) und SS 2 (Vierzylinder) werden am 9. Oktober 1931 auf der London Motorshow vorgestellt. Die anwesenden Journalisten werden nach ihrer Einschätzung des Preises gefragt und antworten mit „um die 1.000 Pfund“. Tatsächlich beginnen die Verkaufspreise bei nur 310 Pfund Sterling. Das Jaguar-Motto „value for money“ ist geboren. Die SS-Modelle basieren allerdings noch auf bei der Standard Motor Company gefertigten Chassis

1934: Lyons wird Alleininhaber der SS Cars Ltd

1935: Der erste eigenständige Sportwagen von Swallow, der SS 90 wird mit 2,7-Liter-Sechszylinder-Motor am 22. März vorgestellt. Als Weiterentwicklung des SS 90 debütieren am 21. September im Londoner Mayfair Hotel die Modelle SS Jaguar 2.5 Saloon und Tourer mit 2,7-Liter-Sechszylindermotor. Vom Saloon werden bis 1937 exakt 3.444 Einheiten hergestellt, vom Tourer bis 1936 immerhin 105 Stück. Der legendäre Roadster SS 100 2.5 mit Aluminiumkarosserie auf Holz feiert am 24. September Premiere. Bis 1940 entstehen von dem Zweisitzer mit 102-SAE-PS starkem 2,7-Liter-Sechszylinder 191 Exemplare. Am 6. Oktober debütiert der SS Jaguar Saloon 1.5 mit 1,6-Liter-Vierzylinder-Motor. Bis März 1938 werden 2.250 Einheiten produziert.

1937: Der Roadster SS Jaguar 100 ist auch mit 125 SAE PS leistendem 3,5-Liter-Sechszylinder bestellbar, bis 1940 werden 117 Stück hergestellt. Ab Oktober 1937 gibt es das Sechszylinder-Triebwerk auch im Saloon 3.5 (1.067 Einheiten bis 1940) und im neuen Cabriolet SS Jaguar Drophead Coupé 3.5 (241 Einheiten bis 1939). Wahlweise sind Saloon und Drophead Coupé auch mit dem 2,7-Liter-Sechszylinder-Motor bestellbar (bis 1940 entstehen 1.579 Saloon und 279 Drophead-Coupé)

1939: Im letzten Vorkriegsjahr werden 5.378 Jaguar produziert, damit zählt SS im Premiumsegment zu den Marktführern

1945: Am 21. September werden die Nachkriegsmodelle vorgestellt. Die Limousinen und Drophead-Coupés Jaguar 1.5 / 2.5 / 3.5 Litre sind fast unveränderte Vorkriegsmodelle. Allerdings ist die Markenbezeichnung SS zugunsten von Jaguar entfallen.

1946: 1.132 Jaguar laufen vom Band

Galerie: Bericht 75 Jahre Jaguar1948: Am 27. Oktober feiert der Jaguar Mk V auf der London Motorshow Premiere, eine Weiterentwicklung der Vorkriegslimousinen und Drophead-Coupés. Neu sind Einzelradaufhängung vorn, Hydraulikbremsen, Drehstab- statt Halbelliptikfedern und modische Spats (Abdeckungen) für die hinteren Räder. Der Vierzylinder-Motor entfällt. Bis 1951 entstehen 10.499 Einheiten. Die Sensation des Jahres ist jedoch der zeitgleich enthüllte Jaguar XK 120 mit Aluminiumkarosserie. Bis April 1950 werden 240 Einheiten des 120-Meilen-Racers (192 km/h) mit 160-SAE-PS-3,4-Liter-Sechszylinder verkauft. Dann erhält der XK 120 eine Ganzstahlkarosserie. Ab 1951 als erster Jaguar offiziell in Deutschland bestellbar zum Preis von 21.000 Mark. Mit bis zu 210-SAE-PS erzielt der überarbeitete XK 120 eine Spitze von 202 km/h. Ab 1951 auch als Fixedhead Coupé und ab 1953 als Drophead Coupé (mit Kurbelfenstern) lieferbar. Gesamtauflage des XK 120: 12.061 Einheiten.

1950: Weltpremiere für die Limousine Jaguar MK VII auf der London Motorshow. Angetrieben wird der 4,99 Meter lange MK VII vom XK-Motor mit anfänglich 160-SAE-PS, ab 1954 als MK VII M mit 190-SAE-PS. Als erster Jaguar ist der MK VII optional mit einem Automatikgetriebe lieferbar. Bis 1957 werden 30.997 Einheiten produziert

1951: Der Jaguar C-Type, die Motorsportversion des XK 120, wird für das 24-Stunden-Rennen von Le Mans entwickelt und erringt auf Anhieb den Gesamtsieg. Ab 1952 mit Dunlop-Scheibenbremsen, eine technische Weltpremiere

1952: Jaguar zieht an die Browns Lane in Allesley, Coventry. Bis 2005 bleibt hier der Unternehmenssitz

1954: Als Weiterentwicklung des XK 120 geht am 15. Oktober der XK 140 an den Start. Optisches Unterscheidungsmerkmale sind neue Stoßfänger und ein geänderter Kühlergrill. Mit 190- bzw. 210 SAE-PS ist der XK 140 bis zu 202 Km/h schnell. Die Gesamtauflage der bis 1957 gefertigten Modellreihe beträgt 8.935 Einheiten. Premiere für den Jaguar D-Type, den Le-Mans-Sieger der Jahre 1955, 1956 und 1957. Insgesamt entstehen 71 Exemplare des bis zu 285 SAE-PS leistenden und 280 km/h schnellen Sechszylinders, die auch an Privatkunden verkauft werden. Auf überzähligen D-Type-Karosserien basiert der 250-SAE-PS leistende Straßensportler XK-SS, von dem 1957 nur 16 Einheiten gefertigt werden. Ein Brand beendet die Produktion. Steve McQueen ist der prominenteste XK-SS-Fahrer

1955: Am 28. September debütiert die erste Jaguar Limousine mit selbsttragender Karosserie, der kompakte 2,4-Litre-Saloon. Ab 1957 auch als 3,4-Litre-Saloon mit XK-Motor lieferbar. Auflage der bis 1959 produzierten Reihe: 36.985 Einheiten. Mit 9.900 Verkäufen erzielt Jaguar 1955 das bisher beste Jahresergebnis  

1956: Der bis Dezember 1958 produzierte Jaguar MK VIII (Gesamtauflage 6.427 Einheiten) unterscheidet sich nur in Details vom Vorgänger. Ein Jaguar MK VII erringt den Gesamtsieg bei der Rallye Monte Carlo

1957: Als letzte Evolutionsstufe der XK-Reihe debütiert am 22. Mai der XK 150 mit modernisierter Karosserie und 190-SAE-PS starkem Sechszylinder. Bis Oktober 1961 werden 9.385 Einheiten gefertigt

1958: Am 8. Oktober feiert der Jaguar MK IX Premiere. 10.002 Einheiten des äußerlich mit dem Vorgänger identischen Flaggschiffs entstehen bis 1961. Neu ist vor allem der 220-SAE-PS leistende 3,8-Liter-Sechszylinder   

1959: Als Nachfolgerin von 2,4- und 3,4-Litre Saloon feiert die 4,59 Meter messende MK II Limousine am 2. Oktober Weltpremiere. Mit einer Spitze von knapp 200 km/h zählt der 210-SAE-PS starke 3,4 Litre zu den schnellsten Viertürern der Welt. Bis 1967 werden 83.701 Jaguar MK II produziert

1960: William Lyons erwirbt die Daimler Motor Company, bis 1955 offizielle Hausmarke des englischen Königshauses und älteste noch existierende britische Automobilmarke (Gründung 14. Januar 1896). Mit dem Erwerb von Daimler erweitert Jaguar die Produktionskapazitäten. Zugleich werden zwei Baureihen übernommen, die Limousine Daimler Majestic (als Majestic Major und DR 450 von 1960-1968) und der Sportwagen SP 250 (Modelljahre 1959-1964)

1961: Auf dem Genfer Salon feiert der Jaguar E-Type als Roadster und als Coupé Weltpremiere, nachdem der seriennahe Prototyp E2A bereits am 25. Juni 1960 vorgestellt wurde. E2A wird in Le Mans eingesetzt und bei Rennen in den USA. Mit atemberaubender Formensprache und einer Vmax von 150 Meilen (240 km/h) attackiert der mit 25.000 Mark relativ preiswerte E-Type die wesentlich teureren europäischen Supersportwagen von Ferrari oder Maserati. Ab März 1966 ergänzt ein 2+2 Coupé die E-Type-Palette. Ab 1971 auch mit 5,3-Liter-V12-Motor lieferbar. Insgesamt werden bis September 1974 beachtliche 72.529 E-Type produziert, davon 7.985 V12-Versionen. Am 11. Oktober 1961 feiert die 5,13 Meter lange Limousine Jaguar MK X Weltpremiere. Im Design nimmt der üppig dimensionierte und den amerikanischen Geschmack treffende 3,8-Liter-Sechszylinder das Frontdesign der XJ-Limousinen vorweg. Bis Juni 1970 werden vom Mark X und dem am 13. Oktober 1966 lancierten, fast identischen Nachfolger 420 G mit 4,2-Liter-Sechszylinder 24.175 Stück produziert

1963: Als Bindeglied zwischen MK II und MK X präsentiert Jaguar am 30. September den 4,75 Meter langen S-Type mit 210-SAE-PS starkem 3,4-Liter-Sechszylinder, der zusammen mit dem 4,2-Liter-Derivat 420 bis September 1968 in über 41.000 Einheiten vom Band läuft

1965: 24.601 Jaguar werden verkauft, 25 Prozent mehr als 1960

1966: Jaguar fusioniert am 12. Juli mit der British Motor Corporation BMC (Austin, Morris u.a.) zur BMH (British Motor Holding)

1967: Am 26. September werden die Modelle 240 und 340 als Weiterentwicklungen des MK II präsentiert. Bis April 1969 werden insgesamt 7.234 Einheiten der Einsteigerlimousinen produziert

1968: Die British Motor Holding fusioniert am 14. Mai mit Leyland zur British Leyland Motor Corporation. Jaguar wird in dem Konzern mit Rover und Triumph zur Special Cars Divison zusammengefasst. Die Repräsentationslimousine Daimler DS 420 geht in Produktion. Wichtigste Neuheit ist jedoch die 4,81 Meter lange XJ-Limousine mit 2,8-Liter- oder 4,2-Liter-Sechszylindern, die am 26. September im Londoner Royal Lancaster Hotel enthüllt wird. Ab 1972 ist der XJ auch mit 253 PS starkem 5,3-Liter-Zwölfzylindermotor lieferbar. Insgesamt werden vom XJ Serie I knapp 100.000 Einheiten aller Versionen produziert

1970: 30.423 Einheiten laufen vom Band – das bisher beste Jahresergebnis

1973: Die Baureihe XJ Series 2 debütiert am 13. September 1973 auf der Frankfurter IAA – als Limousine und zweitüriges Coupé. Bis April 1979 entstehen insgesamt 117.365 Limousinen und bis 1977 rund 10.000 Coupés

1975: Das üppig dimensionierte, 285 PS leistende  Zwölfzylinder-Coupé XJ-S tritt am 10. September die Nachfolge des E-Type an. Ab 12. Oktober 1983 erhält der XJ-S Verstärkung durch eine 228 PS starke 3,6-Liter-Sechszylinderversion und den XJ-SC, ein Targacabriolet. Im Februar 1988 folgt ein klassisches XJS Convertible und im April 1991 von Jaguar Sport der XJR-S mit 318 PS starkem 6,0-Liter-Zwölfzylinder. Insgesamt werden 115.330 XJS verkauft. Die Jahresproduktion beträgt 1975 nur noch 24.469 Einheiten

1979: Am 28. März debütiert die Limousine XJ Series 3. Pininfarina hat das XJ Design aktualisiert u.a. mit vergrößerten Fensterflächen und höherer Dachlinie. Bis 1986 (Sechszylinder) bzw. November 1992 (Zwölfzylinder) werden 177.244 Einheiten dieser XJ-Generation produziert

1980: Nur 15.011 Einheiten werden produziert – ein Negativrekord für die Marke. John Egan wird Jaguar-Chef und startet eine Qualitätsoffensive

1984: Jaguar wird durch den Gang an die Börse reprivatisiert

1986: Mit neuer Motorenfamilie und eckigen Formen geht im September 1986 der 4,99 Meter messende XJ 40 an den Start. Der Zwölfzylinder ist erst ab 3. Februar 1993 lieferbar, jetzt als 318 PS starkes 6,0-Liter-Aggregat, das den XJ 40 auf Tempo 248 beschleunigt. Bis 1994 werden 208.733 XJ 40 produziert

1988: Jaguar Sport wird gegründet, zuständig für die Produktion aller sportlichen Modelle. Sieg eines Jaguar XJR-9 bei den 24 Stunden von Le Mans. Im Oktober wird die Studie des Supersportwagens XJ 220 vorgestellt. Für Vortrieb sorgt ein 580 PS leistender Zwölfzylinder

1989: Jaguar wird vom Ford-Konzern übernommen

1990: Erneuter Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans. 42.754 Jaguar rollen in diesem Jahr vom Band

Galerie: Bericht 75 Jahre Jaguar1991: 342 km/h schnell ist die Sechzylinder-Serienversion des XJ 220, die am 18. Oktober vorgestellt wird. Bis Dezember 1993 werden 280 Exemplare hergestellt, 70 Einheiten weniger als ursprünglich geplant. Zu den Käufern des teuren Überfliegers zählen der Sultan von Brunei und Popstar Elton John. Als erstes Serienfahrzeug kostete der XJ 220 eine Million Mark

1994: Am 28. September debütiert eine neue XJ-Generation, die Serie X300. Der 5,03 Meter lange X300 wird als letzter XJ mit Zwölfzylinder-Triebwerk angeboten und wird bis Anfang 1997 in 92.038 Einheiten produziert   

1995: 39.727 Zulassungen, noch immer ist ein nachhaltiger Aufwärtstrend nicht in Sicht

1996: Als Nachfolger des XJS wird am 3. Oktober der XK8 als Coupé und Convertible vorgestellt. Einschließlich der am 28. August 2000 lancierten zweiten XK8-Serie werden bis 2005 über 90.000 Einheiten der luxuriösen V8-GTs produziert  

1997: Am 9. September 1998 wird die Jaguar XJ Limousine der Serie X 308 enthüllt. Tatsächlich handelt es sich um optisch nur sanft modifizierte XJ-Limousinen der Serie X 300, allerdings mit modernen Achtzylindermotoren

1998: Im Oktober feiert der Jaguar S-Type zeitgleich auf der Berliner AAA und der Birmingham Motorshow Weltpremiere. Die Limousine der oberen Mittelklasse im Retrostil zitiert den früheren S-Type, basiert aber auf der Plattform des Ford-Konzernmodells Lincoln LS. Bis Ende 2008 entstehen im Werk Castle Bromwich 291.386 S-Type, darunter auch die ersten Jaguar-Limousinen mit 2,7-Liter-Diesel-V6, der zusammen mit PSA Peugeot Citroen entwickelt wurde   

1999: Jaguar wird neben Aston Martin, Volvo und Land Rover Bestandteil von Fords Premier Automotive Group

2001: Mit über 350.000 Einheiten wird der bis 2009 produzierte X-Type der erfolgreichste Jaguar aller Zeiten. Die Mittelklasselimousine basiert auf der Ford-Mondeo-Plattform und wird im ehemaligen Ford-Werk Halewood bei Liverpool gefertigt, darunter auch der X-Type Estate als erster Jaguar-Kombi. Insgesamt werden 2001 erstmals über 100.000 Jaguar produziert

2003: Optisch im traditionellen Stil, dafür aber mit innovativer Aluminiumkarosserie und serienmäßiger Luftfederung werden die XJ-Limousinen (Serie X 350) eingeführt. Bis 2009 erreicht der XJ eine Stückzahl von 83.556 Einheiten

2006: Der Daimler Super Eight auf Basis des XJ / X350 mit 291 kW/395 PS Kompressormotor setzt die lange Ahnenreihe der Topmodelle fort. Die ersten Kundenauslieferungen erfolgen ab April, immer in dem besonderen Rahmen eines festlichen Dinners mit dem Jaguar-Management. Die zweite Generation der XK Sportcoupés und Convertibles feiert Weltpremiere, wie schon bei der XJ-Limousine mit Aluminiumkarosserie

2008: Am 2. Juni wird Tata Motors, Indien, Eigentümer von Jaguar und Land Rover. Gleichzeitig erwirbt Tata die Rechte an den britischen Marken Daimler, Rover und Lanchester. Den Auftakt einer stilistischen Neuausrichtung markiert die XF-Limousine – als Nachfolger des S-Type im Retrodesign.

Galerie: Bericht 75 Jahre Jaguar2009: Die achte XJ-Generation (X 351) feiert auf der IAA Frankfurt Publikums-Weltpremiere und erlebt ein Jahr später ihre Markteinführung in Deutschland

Ab 1989 zu Ford

Noch schwieriger zu bewältigen waren allerdings die Jahre zwischen der ersten Ölkrise und der 1989 erfolgten Übernahme durch den Ford-Konzern. 1980 sank der Jaguarabsatz auf magere 15.000 Einheiten, es fehlte an einem Nachfolger für die mittlerweile betagte XJ-Baureihe, an sparsameren Motoren, neuen Motorsporttriumphen fürs Image und deutlich besserer Produktqualität. Große Aufgaben, die aber ab 1980 unter dem strengen Regime von John Egan allesamt gelöst wurden. Die Hochzeit mit Ford feierte Jaguar bereits wieder mit einem Erfolgsfeuerwerk: Erneuter Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans, 342 km/h schneller Supersportwagen XJ 220, hohe Kundenzufriedenheit bei der neuen XJ-40-Baureihe und der Bestwert von 42.754 Einheiten, die 1990 vom Band rollten.

Nicht genug für Ford, denn die Amerikaner wollten Jaguar zur volumenstärksten Luxusmarke weltweit aufbauen. Neben der Lancierung neuer Generationen der XJ-Reihe und der Entwicklung des XK8 als wahren Nachfolger des E-Types stieß Ford in neue Segmente vor. So gelang Jaguar mit dem S-Type von 1998 eine erfolgreiche Neuinterpretation der klassischen und kompakten MK-Limousinen auf Lincoln-Plattform und mit dem kompakten X-Type schaffte es Jaguar 2001 zum ersten Mal, weltweit über 100.000 Fahrzeuge zu verkaufen. Tatsächlich wird der X-Type mit über 350.000 Einheiten der bislang erfolgreichste Jaguar, aber zugleich der umstrittenste. Die Mittelklasselimousine basiert auf der Ford-Mondeo-Plattform und wird im ehemaligen Ford-Werk Halewood bei Liverpool gefertigt - eine bürgerliche Abstammung, die dem Baby-Jag schließlich zum Verhängnis wird. 2009 wird er mangels Noblesse ersatzlos aus dem Programm gestrichen. Getroffen hat diese Entscheidung bereits Tata Motors, Indien, der neue Eigentümer von Jaguar und Land Rover. Ford hatte sich von seinen feinen Töchtern getrennt, nachdem diese auch nach zwei Jahrzehnten keinen Gewinn erwirtschafteten.

Was den Amerikanern nicht gelang, könnte den Indern glücken. Mit einer stilistischen Neuausrichtung durch die Limousinen XF und XJ und einem schnellen, aber erschwinglichen Sportwagen soll Jaguar an die Goldgräberstimmung bei E-Type und XJ der Swinging Sixties anknüpfen. Allerdings findet sich diese heute weniger in England oder Amerika als in China und Indien. SP-X

 
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