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Galerie: Bericht Antriebsinnovationen bei Peugeot/Citroën

Bericht: Antriebsinnovationen bei Peugeot/Citroën

Frischer Wind

24.05.2013

Trotz Erfolgen in China und Südamerika steht der PSA-Konzern unter Druck. Mit einer Technik-Offensive, Premium-Schick und frischer Formensprache will man den Absatz auch in den Kernmärkten wieder ankurbeln. Wie Citroën-Chef Frédéric Banzet in einer einpeitschenden Rede beschwor, wird „Citroën erfolgreich sein“ und soll bereits der neue C4 Picasso zeigen, zu was der Konzern fähig ist. Vor allem Technik-Innovationen sollen die Wettbewerbsfähigkeit stärken.

In Hinblick auf das Design ist der C4 Picasso ein in der Tat beeindruckender Wurf. Der neue Kompaktvan erinnert einerseits an den immer noch zeitgemäß wirkenden Vorgänger und ist doch ein deutlicher Schritt in die Zukunft. Ebenso kann der Innenraum mit innovativer Aura, Premium-Flair und Funktionalität locken. Wie für Citroën, so soll auch die junge Submarke DS ihr Design-Profil stärken und vor allem anspruchsvolle Premium-Kunden mit einem individuelleren Geschmack begeistern.

Und bei Peugeot werden weitere Modelle dem eleganten und innovativen Vorbild des 208 folgen. Die jüngste Peugeot-Neuheit, der 308, ist von dieser neuen Handschrift gezeichnet. Bereits kurz nach der Einführung des C4 Picasso wird die Neuauflage im Spätsommer 2013 folgen.

Neue Plattform

Galerie: Bericht Antriebsinnovationen bei Peugeot/Citroën Nicht nur optisch, auch technisch stehen 308 und Citroën C4 Picasso für Fortschritt, denn es sind die beiden ersten PSA-Modelle, die auf der neuen Efficient Modular Plattform 2 aufsetzen. Auf dem kurz EMP2 genannten, für die globale Modellproduktion einsetzbaren Unterbau werden künftig alle C- und D-Segment-Modelle der Franzosen basieren und damit mehr als die Hälfte aller Baureihen. Fließ- und Stufenheck-Limousinen, Coupés, Cabrios, Kombis, Vans und SUVs werden entstehen.

Ähnlich wie beim Modularen Querbaukasten des VW-Konzerns will PSA mit dieser Vereinheitlichung die Produktions- und Entwicklungskosten senken. Darüber hinaus wird die neue Plattform sogar konzernübergreifend zum Einsatz kommen, denn auch General Motors will künftig Modelle auf der EMP2-Archtektur bringen. Die Plattform soll im Vergleich zum Vorgänger-Pendant 70 Kilogramm leichter sein, was vor allem dem verstärkten Einsatz von hochfesten Stählen, Alu und Verbundstoffen zu verdanken ist. Zudem soll EMP2 für die Aufnahme kompakterer und sparsamerer Motoren wie der neuen Dreizylinder-Generation ausgelegt sein.

Euro-6-Diesel

Galerie: Bericht Antriebsinnovationen bei Peugeot/Citroën Hierdurch sollen sich bereits Verbrauchsvorteile ergeben. Eine elektrische Servolenkung und Reifen mit besonders niedrigem Rollwiderstand versprechen zusätzliche Verbrauchsminderungen. Darüber hinaus werden Euro-6-konforme Motoren zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel eine neue Generation von Dieselmotoren, die über den neuen Blue-HDi-Abgasstrang verfügen und damit die strenge Euro-6-Abgasnorm erfüllen können.

Als Neuheit lässt dieser Abgasstrang durch die Zugabe von Harnstoff nur noch wenig Stockoxide in die Luft. Besonders ist dabei die Anordnung der Katalysatoren. Nach der Stickoxide eliminierenden Harnstoff-Behandlung durchströmen die Abgase den Rußpartikelfilter, dessen Rückstandsverbrennungstemperatur deutlich unter dem Niveau vergleichbarer Systeme anderer Hersteller liegen soll. Unter anderem soll so die alle 300 bis 1.000 Kilometer nötige FAP-Regeneration weniger spritintensiv sein.

Zwar liegen die kommenden Diesel-Kompakten auf einem bereits sehr niedrigen Verbrauchsniveau von zum Teil deutlich unter vier Liter, doch will PSA beim Kampf gegen CO2 künftig noch deutlich sparsamere Antriebe einführen, die vor allem eine Hybridisierung und sogar rein batterieelektrisch betriebene Modelle aus eigener Produktion vorsehen.

Neue Hybride kommen

Galerie: Bericht Antriebsinnovationen bei Peugeot/Citroën So will PSA etwa 2017 eine Mildhybrid-Version namens Hybride Éco einführen. Hier sollen Benziner- und Dieselmotoren mit einer 10-kW-Maschine gekoppelt werden, die mit Strom aus einer kleinen 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie sogar beim Rangieren allein das Fahrzeug antreiben kann. Doch vor allem soll die Technik beim vornehmlichen Einsatz in Kleinwagen-Modellen bei vergleichsweise niedrigen Kosten eine Spritersparnis von rund 15 Prozent realisieren. Neu sind solche milden Hybridvarianten allerdings nicht und zum Beispiel bei einigen japanischen Herstellern schon seit vielen Jahren im Einsatz.

Spektakulärer, innovativer und bislang beispiellos ist hingegen der Hybrid Air genannten Hybridantrieb mit einem Druckluftspeicher-System, welcher bereits ab 2016 Klein- und Kompaktwagen von PSA zu Zwei-Liter-Autos machen soll. Statt eines E-Motors und einer Batterie kommen bei diesem System eine Hydraulikpumpe und ein Druckspeicher zum Einsatz. Die mit der Antriebsachse verbundene Hydraulikpumpe kann zum Beispiel beim Bremsen über das Öl in einem Stickstoff-Druckspeicher Gas komprimieren. Beim umgekehrten Weg kann die so gespeicherte Energie wieder zum Vortrieb eingesetzt werden.

Spart bis zu 45 Prozent in der Stadt

Galerie: Bericht Antriebsinnovationen bei Peugeot/Citroën Dabei bietet dieses mit Fördergeldern des französischen Staats ins Leben gerufene und mit den Partnern Bosch und Faurecia vorangetriebene Innovationsprojekt zwei Vorteile: Zum einen ermöglicht das Druckluftsystem eine schnelle Aufnahme und Abgabe von Energie, was es im Stadtverkehr ermöglichen soll, den Benzinmotor bis zu 80 Prozent der Fahrzeit ausgeschaltet zu lassen. Ein zwischen 80 und 110 PS starker Peugeot 208 könnte so im Stadtverkehr bis zu 45 Prozent an Sprit sparen.

Der zweite Vorteil soll der Preis sein, der unter dem Niveau elektrifizierter Vollhybridsysteme liegen soll. Ob Peugeot allerdings einen 208 Hybrid Air günstiger als einen Toyota Yaris Hybrid wird anbieten können, muss sich erst noch zeigen. Das Zielfenster soll zwischen 15.000 bis 20.000 Euro liegen. Zeigen können die Franzosen immerhin bereits heute die Integrierbarkeit in den aktuellen Citroën C3, denn hier wurde die Hybrid-Air-Technik ohne Raumverluste in der Fahrgastzelle integriert.

Unter Strom

Galerie: Bericht Antriebsinnovationen bei Peugeot/Citroën Ein anderes Hybridsystem mit einem besonders hohen Grad der Elektrifizierung wäre das Plug-in-System HYdole, welches einen Normverbrauch von gut einem Liter ermöglichen könnte. In diesem Fall versorgt eine 19 kWh leistende Batterie einen 50 kW starken Elektromotor an der Hinterachse mit Strom, was im Fall des alten C4 Picasso für gut 50 Kilometer rein elektrische Reichweite reichen soll. Die Fahrleistungen wären für alle Verkehrssituationen zumindest ausreichend, denn maximal könnte dieses im rein elektrischen Modus bis 110 km/h schnell fahren.

Ein zusätzlicher 1,2-Liter-Benziner an Bord ermöglicht schnellere Fahrten von bis zu 150 km/h und eliminiert gleich noch die Reichweiteneinschränkung durch die Batterie. Wichtiger aber: Wer nur elektrisch fahren will, kann dies in den meisten Alltagsfahrprofilen auch. Zum Beispiel könnten Berufspendler den täglichen Arbeitsweg allein mit dem Strom aus der Batterie bewältigen. Ist der Arbeitsweg länger als 25 Kilometer, hat man während der Arbeit die Möglichkeit, die Batterien für den Rückweg ausreichend zu laden. An einer normalen Steckdose dauert dieser Vorgang gut fünf Stunden.

Von einer Serienreife eines Plug-in-Hybriden scheint man bei PSA allerdings noch ein gutes Stückchen entfernt und will man wohl zunächst den Markt beobachten. Der mit zwei Tonnen noch sehr schwere Prototyp hinterließ auf einer ersten Proberunde einen durchaus alltagstauglichen Eindruck. Für ein mögliches Serienmodell würde man bei PSA aber noch vieles verfeinern und zudem noch einige 100 Kilogramm einsparen.  

Nachfolger für Ion/C-Zero

Galerie: Bericht Antriebsinnovationen bei Peugeot/Citroën Parallel arbeitet man bei PSA noch an einem rein batterieelektrischen Stadtauto. Die Studie VeLV ist ein bereits fahrbarer Ausblick auf einen solchen Leichtbauzwerg, der mit 20-kW-Motor alltagstaugliche Fahrleistungen bieten und mit einer 8,5-kWh-Batterie 100 Kilometer Reichweite ermöglichen soll. 85 Wh pro Kilometer ist ein sehr niedriger Verbrauchswert. Und der Versuchsträger VeLV sieht zudem noch spannend aus und dürfte mit seinem irrsinnig kleinem Wendekreis vor allem Stadtverkehr-Neurotiker in seinen Bann ziehen, doch der angedachte Nachfolger für den von PSA als Citroën C-Zero und Peugeot Ion vertriebenen Mitsubishi i-Miev soll dann doch deutlich anders daherkommen, als es der VeLV andeutet.

 
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