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Bericht: Aston Martin

Bericht: Aston Martin

Aston Martin spannt die Muskeln

05.06.2014

Aston Martin investiert 20 Millionen Pfund (rund 25 Millionen Euro) in eine schlankere Produktion am Standort Gaydon. Und auch die Motorenkooperation mit AMG ist wohl erst der Anfang.

Die Modellpalette der feinen Sportwagen-Manufaktur Aston Martin im Westen Englands ist ein wenig in die Jahre gekommen. Vom DB9 (2004) und seiner Ableger DBS, Virage und Vanquish über den Vantage (2005) bis zum Rapide (2010) teilen sich die Modelle die VH genannte Leichtbau Alu-Plattform, sowie das Transaxle-Konzept mit tief hinter der Vorderachse eingebauten Motoren und Getriebe an der Hinterachse. Und obwohl diese Plattform immer noch höchst sportliche Fahrzeuge entstehen lässt, muss sich Aston Martin in Zukunft mehreren Herausforderungen stellen: EU6-konforme Motoren mit geringerem Verbrauch und CO2-Emissionen, Bordelektronik und Assistenzsysteme und über allem schlankere und effizientere Produktionsprozesse.

Mit dem aktuell aufgesetzten investitionsprogramm leitet die Sportwagenschmiede einen Modernisierungs- und Expansionsprozess ein, denn im globalen Wettbewerb stellen sie sich nicht nur der Konkurrenz von Lamborghini, Ferrari und Bentley - die jeweils große Konzerne im Rücken haben - sondern auch härteren Absatzbedingungen durch verschärfte Umweltauflagen.

Die 20 Millionen Pfund für schlankere und effizientere Produktionsprozesse leiten eine umfassende Erneuerung der Produktpalette in den kommenden Jahren ein: 500 Millionen Pfund (rund 615 Millionen Euro) sollen in den kommenden Jahren investiert werden, das gößte Investment in der 101-jährigen Geschichte des Unternehmens, wie Finanzchef Hanno Kirner betont. Und doch wird Aston Martin die notwendigen Entwicklungen nicht alleine stemmen können. Ende letzten Jahres unterzeichneten sie ein Abkommen mit AMG - der Sportwagenabteilung von Mercedes Benz: Für eine fünfprozentige, stille Teilhaberschaft der Schwaben sicherten sich die Briten Zugang zu deren Motorenentwicklung.

Die nächste Generation von Aston-Martin-Motoren wird also auf AMG-Aggregaten aufbauen, Aston Martin wird sie entsprechend dem eigenen Anspruch entsprechend modifizieren. Damit deutet sich auch bei Aston Martin ein Schwenk zu Turbomotoren an, die bei AMG bereits Stück für Stück die bisherigen V8-Saugmotoren ablösen. Aktuell ist das der 5,5-Liter-Biturbo, der im SL 63 AMG zum Einsatz kommt, in nächster Zukunft dürfte ein kleinerer 4-Liter-V8-Biturbo hinzukommen, der für den kommenden AMG GT kolportiert wird. Der erste Kandidat für die neuen Motoren könnte der Vantage sein.

Die Kooperation zwischen Gaydon und Stuttgart ist nicht überraschend, erste Kontakte gab es bereits beim Lagonda getauften SUV-Konzept, das Aston Martin auf dem Genfer Autosalon 2009 vorstellte und auf der Plattform des Mercedes GL aufbaute. Auch in umgekehrter Richtung gab es Gespräche, als Daimler eine Zukunft für den glücklosen Maybach suchte und in Gaydon nachfragte.

 
Fazit
 

Thomas Weiss

Es ist zu erwarten, dass Aston Martin nicht nur auf die Motoren, sondern auch auf das Know-how der Affalterbacher in Sachen Getriebe und Elektronik zurückgegriffen wird. Um sich im Segment der Luxus-Sportwagen zu behaupten, werden künftige Astons auch nicht um Fahrassistenzsysteme und Telematiklösungen herumkommen, via AMG wird man hier eine Kooperation mit dem Daimler-Konzern ausloten können.

Wenn man den Gedanken weiterspinnt und auf eine Plattformkooperation ausweitet, scheint ein Ausbau des Aston Martin Portfolios in drei Richtungen wahrscheinlich:

Porsche hat bereits erfolgreich exerziert, wie man eine Sportwagenmarke mit dem boomenden SUV-Segment Geld verdienen lassen kann, die Konzernschwestern Lamborghini und Bentley planen Ähnliches. Zweitens kann Aston Martin mit dem Namen Lagonda auch das Sportlimousinen-Segment oberhalb des Rapide abdecken.

Und schließlich hat Aston Martin das Thema Downsizing und Neukundengewinnung mit dem Vantage bereits praktiziert. Auch unterhalb des Vantage könnte also noch Platz sein für einen Aston Martin - vielleicht sogar mit Sechszylinder-Motor.
 
 

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