Elektromobilität-Special
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Bericht: BMW Peugeot Citroën Electrification

Bericht: BMW Peugeot Citroën Electrification

Zusammen gespannt

16.02.2012

Bereits im Oktober vergangenen Jahres haben der bayerische Autobauer BMW und der französische Konzern PSA ein Gemeinschaftsunternehmen für die Elektrifizierung von Antriebssträngen mit dem Wortungetüm BMW Peugeot Citroën Electrification, kurz bpce, gegründet. Jetzt wurde das Projekt in der französischen Botschaft in Berlin vorgestellt.



Am Standort München sind derzeit schon 430 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung beschäftigt, die Produktion soll in ein paar Jahren im französischen Mulhouse mit einer 250 Mann starken Belegschaft aufgenommen werden. Kernbereich des Unternehmens ist das gesamte Einmaleins der mobilen Elektrifizierung von Fahrzeugen: von Hochvoltspeichern über Elektromotoren, Generatoren, Leistungselektronik, Ladeeinheiten bis zur Software.

Gemeinsam sind wir stark, ist das Credo: durch Skaleneffekte und Teilen der finanziellen Lasten bei Forschung und Entwicklung wollen beide Autobauer dreistellige Millionenbeträge einsparen und durch Bündelung der Kompetenzen die Produktentwicklung beschleunigen. Dabei ist zukünftig das Baukastensystem für zahlreiche Fahrzeugmodelle wesentlich, wo heute noch die kostspielige Entwicklung für nur ein Modell oder eine Marke die Regel ist.



Keine Berührungsängste

bpce sieht sich als Technologieplattform - von der Vorentwicklung über den Einkauf bis zur Produktion. Und Berührungsängste sollen vermieden werden. „Andere Hersteller werden bei uns anklopfen“, äußerte Vorstandschef Wolfgang Güllich, und meldete, dass bereits eine Anfrage vorliege.

Erste Produkte sollen 2015 das Werk Mulhouse verlassen, Komponenten für rund 10.000 Elektrofahrzeuge, zu Beginn hauptsächlich Batteriepacks. 2020 wird ein Ausstoß für 100.000 Autos angestrebt. Die deutsch-französische Kooperation soll sich dann auch zum federführenden Kompetenzzentrum auf dem Feld der Elektroantriebe in Europa gemausert haben.



Standardisierung notwendig

Die Industrie im Bereich der Elektromobilität, so Güllich, sei derzeit noch stark fragmentiert, eine Standardisierung dringend notwendig. Deutschland und Frankreich sollten diese Standards entwickeln, damit beide Nationen schnell auf die Früchte zugreifen und für ihre Fahrzeuge umsetzen können.

Dass es daran noch mangelt, bescheinigte auch Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium: Bis heute gebe es nicht einmal eine internationale Festlegung darauf, mit welchem Stecker Elektrofahrzeuge zukünftig ihre Energie tanken werden. Eine Adapterlösung sei keineswegs optimal.
BMW und die PSA-Gruppe sind bereits seit rund zehn Jahren Partner bei der Fertigung von Benzinmotoren für die Marken Mini, Peugeot und Citroën. (mg/sp-x)

 
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