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Galerie: Bericht Brandgefahr Porsche 911 GT3

Bericht: Brandgefahr Porsche 911 GT3

Erst Tesla, jetzt Porsche

19.03.2014

Im vergangenen Jahr brannten drei Tesla Model S in den USA, der Elektroauto-Pionier sah sich mit Sicherheitsbedenken konfrontiert und am Ende wurde die Sicherheit von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen in Zweifel gezogen. Nun brannten in Europa innerhalb weniger Tage zwei brandneue Porsche GT3 vollständig aus.
Bei Porsche wird fieberhaft nach der Ursache geforscht.

+++UPDATE 19.3.2014: Porsche hat als Ursache für die beiden bekannt gewordenen Brandfälle eine fehlerhafte Verschraubung der Pleuel identifiziert. Nachdem alle Besitzer eines 911 GT3 des Modelljahres 2014 (es handelt sich um 785 Fahrezeuge) gebeten wurden die Fahrzeuge nicht mehr zu bewegen und durch die Porsche-Zentren abholen zu lassen um die Motoren untersuuchen zu lassen, sollen nun alle Motoren ausgetauscht werden. "Jetzt kommen in allen Porsche 911 GT3 Fahrzeugen aus dem Modelljahr 2014 – auch den noch nicht ausgelieferten – Motoren mit einer optimierten Verschraubung zum Einsatz. Aktuell sind die jeweiligen Porsche-Zentren mit den Kunden weltweit im direkten Austausch, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen" so Pressesprecher Thomas Becki. Porsche weise darauf hin, dass keine weiteren 911-Modelle oder andere Baureihen von dieser Maßnahme betroffen sind. +++

Der 911 GT3 ist das mit Abstand sportlichste Modell von Porsche. Nach seiner Vorstellung auf dem Genfer Autosalon vor einem Jahr wurde sein Herzstück, der Motor, von Autojournalisten bewundert: Die Kombination von Direkteinspritzung und einer maximalen Drehzahl von 9.000 Umdrehungen nötigten Respekt ab - vor allem, weil die meisten anderen Sportwagenhersteller ihre leistungsfähigsten Sportmotoren (Stichwort Downsizing) durch Turbos auf Leistung brachten. Porsche trieb also einen enormen technischen Aufwand, um höchste Leistungsfähigkeit, spontanes Ansprechverhalten und niedrige Schadstoffemissionen zu verbinden.

Galerie: Bericht Brandgefahr Porsche 911 GT3Jetzt brannten zwei Exemplare des erst seit August 2013 verkauften GT3 vollständig aus, der Sachschaden ist angesichts eines Grundpreises von 137.000 Euro immens, die Passagiere konnten sich in beiden Fällen rechtzeitig in Sicherheit bringen. Am 5. Februar 2014 geriet ein GT3 im Schweizer Kanton St. Gallen nach Motorgeräuschen und Rauchentwicklung in Brand.

In der darauffolgenden Woche warnte die Öldrucklampe eines GT3 in Süditalien seinen Fahrer, bevor der Motorraum in Flammen stand. Beide GT3 waren Neufahrzeuge, hatten deutlich weniger als 1.000 Kilometer auf der Uhr und waren bei normaler Reisegeschwindigkeit unterwegs.

Stefan Anker (welt.de) zitiert Porsche-Sprecher Hans-Gerd Bode, das Ganze habe „mit Schnellfahren auch nichts zu tun”, vielmehr seien die Brände nach vorläufigem Kenntnisstand auf ein gerissenes Pleuel zurückzuführen, wie uns Technologiesprecher Thomas Becki auf Anfrage bestätigte. Man arbeite bei Porsche weiter mit Hochdruck an der Aufklärung, was den Pleuelschaden verursacht haben könnte.

Galerie: Bericht Brandgefahr Porsche 911 GT3Obwohl die Untersuchungsergebnisse noch nicht abschließend vorliegen, entschied sich Porsche nach einem Verkaufsstopp auch für einen umfassenden Rückruf, er betrifft alle ausgelieferten Fahrzeuge des 911 GT3 der Baureihe 991. Porsche betont in einer Pressemitteilung, dass es bisher keine Personenschäden oder Unfälle gegeben habe. Man sei sich im Unternehmen seiner Verantwortung bewusst und empfehle den Haltern, das Fahrzeug nicht zu benutzen. Die Halter der betroffenen Fahrzeuge werden direkt kontaktiert.

Auch im Mutterkonzern Volkswagen wird man die Ursachenforschung genau verfolgen: Für Konzernchef Winterkorn war es gerade die Brandsicherheit, die ihn vor Jahren bei der Entwicklung von Lithium-Ionen-Akkus für batterieelektrische Autos hat vorsichtig werden lassen, die Vorfälle bei Teslas Model S im vergangenen Jahr (drei Fahrzeuge gerieten in Brand) schienen ihm Recht zu geben. Tesla hat bisher keine Fahrzeuge zurückgerufen.

Die Brände bei Tesla und Porsche haben einerseits völlig unterschiedliche Ursachen. Andererseits sind es Einzelfälle, von denen man nicht automatisch auf eine ganze Baureihe oder Fahrzeuggattung schließen kann.

 
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