Umwelt-Special
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Galerie: Bericht Car2go kommt nach Hamburg

Bericht: Car2go kommt nach Hamburg

Kleiner Smart in großer Mission

21.10.2010

Nach erfolgreichem Testbetrieb in Ulm und Austin (Texas, USA) will die Daimler AG ab März 2011 ihr besonders flexibles Car-Sharing-System Car2go von Hamburg aus in die Welt exportieren. Was in zwei mittelgroßen Städten überraschend gut angenommen wurde, soll sich nun erstmalig in einer Millionenstadt bewähren und zugleich Auftakt einer globalen Expansion sein. Zeitnah sollen zudem rein elektrisch betriebene Fahrzeuge in den Flottenbetrieb eingebunden werden.

Strahlender Sonnenschein, strahlende Gesichter: Im Hamburg präsentieren neben Vertretern der Daimler AG und seiner 100prozentigen Tochter Car2go noch der eigens für Hamburg eingestiegene Flottenbetreiber Europcar sowie der Bürgermeister und die Umweltsenatorin der Hansestadt freudestrahlend die neue Expansionsstrategie. Laut Daimler-Vorstandmitglied Thomas Weber blickt das Anfang 2009 in Ulm eingeführte Projekt auf einen besonders erfolgreichen Testlauf zurück. Mittlerweile ist die Ulmer Flotte auf 200 Fahrzeuge angewachsenen, wurden 350.000 Fahrten gebucht und vier Millionen Kilometer gefahren. Von den rund 170.000 Einwohnern sind etwa 20.000 Ulmer bei Car2go registriert. Für eine Millionenstadt wie Hamburg rechnet Car2go-Projektleiter Robert Henrich mit einem entsprechend hohen Kundenpotenzial.

Verfügbar sein werden die Car2go-Smarts zunächst im inneren Hamburger Stadtbereich. 300 Fortwo-Zweisitzer einer neuen Car2go-Edition mit besonderen Sitzen, Fußmatten, einem klimafreundlichen Solardach von Webasto sowie einer neuen Telematik-Generation werden auf einer Fläche von 65 Quadratkilometern bereit stehen. Nach einer einmaligen, rund 30 Euro teuren Registrierung beim Flottenbetreiber Europcar hat man mit seinem Führerschein und einer persönlichen PIN zu jedem dieser Smarts Zugang.

Einfach, aber nicht ganz billig

Galerie: Bericht Car2go kommt nach HamburgDer Anmietprozess gestaltet sich unkompliziert. So kann sich der Kunde zunächst über sein Handy oder Internet ein freies Fahrzeug in seiner Nähe anzeigen lassen. Nachdem er sich mit seinem Führerschein Einlass in den Miet-Smart verschafft hat, kann er über einen Touchscreen seine PIN eingeben, die Zündschlüsselfreigabe aktivieren und losfahren.

Die Kosten für die Miete werden einfach bargeldlos vom Konto abgebucht. Der Spaß ist allerdings nicht ganz billig. Eine Minute mit dem Smart in Hamburg kostet gleich mal 29 Cent, die Stunde 14,90 Euro. Die Mietpreise liegen damit übrigens um etwa ein Drittel höher als derzeit in Ulm. Allerdings handelt es sich in Hamburg um ein All-inclusive-Angebot, das wie in Ulm alle laufenden Kfz-Kosten sowie die Spritkosten beinhaltet, und in der Hansestadt zusätzlich noch die vergleichsweise hohen Parkplatzgebühren abdeckt. Der Fahrzeugmieter bekommt über das bordeigene Telematiksystem in Echtzeit freie Parkflächen am Zielort angezeigt und kann dort parken, ohne eine Gebühr entrichten zu müssen. Das Finanzielle klärt der Car2go-Flottenbetreiber Europcar mit der Stadt Hamburg.

Wirklich umweltfreundlich?

Galerie: Bericht Car2go kommt nach HamburgDiese zeigte sich auf der Car2go-Pressekonferenz durch ihre Vertreter Bürgermeister Christoph Ahlhaus und Umwelt-Senatorin Anja Hajduk hoch erfreut über das neue Mobilitätsangebot. Ahlhaus sieht in Car2Go ein erfolgsorientiertes Unternehmen, das ein umweltfreundliches und innovatives Mobilitätsangebot in die Stadt bringt. Umwelt ist auch das gerne und oft verwendete Wort der Grünen-Politikerin Hajduk. Hamburg, 2011 offiziell Green Capital, bekommt mit Car2go ein attraktives und repräsentatives Angebot, das gut zur Umwelt-Offensive der Hansestadt im nächsten Jahr passt.

Die Frage, ob das Angebot von Car2go tatsächlich auch umweltfreundlich ist, bleibt allerdings vorläufig unbeantwortet. Dieses vollflexible Car-Sharing könnte langfristig zwar die Zahl der Autos verringern und damit helfen, die Parkplatzproblematik in Hamburg zu entschärfen. Für den Umweltnutzen ist allerdings die Frage entscheidender, ob durch Car2go auch weniger CO2 in die Atmosphäre geblasen wird. Animiert Car2go jedoch verstärkt Nutzer zum Autofahren, die eigentlich mit dem Fahrrad fahren würden, wäre dem Klima wenig geholfen. Wird der Leih-Smart aber anstelle von privaten Pkws genutzt, bietet der Zweisitzer immerhin einen vergleichsweise niedrigen Verbrauch. Umweltsenatorin Hajduk räumt ein, dass der Umweltnutzen von Car2go nicht bewiesen ist und deshalb soll, so die Senatorin, das Projekt auch wissenschaftlich begleitet und dabei auf den Nutzen für die Umwelt kritisch hinterfragt werden. Car2go, so die Politikerin, sei „überprüfenswert“.

E-Mobile auch für Car2go

Daimler-Vorstandsmitglied Thomas Weber ist in jedem Fall überzeugt von der positiven Umweltwirkung und sieht den schwäbischen Autobauer ohnehin in einer Vorreiterrolle, wenn es um innovative Umweltalternativen geht. Bereits mit der Einführung des Smart in den 1990er Jahren hat man bei Mercedes ein vollflexibles Car-Sharing für Großstädte angedacht. Doch erst jetzt, mit der totalen Vernetzung und dem Siegeszug der Smartphones, sind die technischen Voraussetzungen so günstig wie nie, der Anmietprozess so extrem simpel und bequem. Laut Weber ist der Start von Car2go in Hamburg der Beginn eines globalen Rollouts. Bald schon sollen weitere Großstädte in Europa und USA folgen. Später will man auch in Megacitys in Asien dieses System einführen. Konkrete Orte werden allerdings noch nicht genannt. Hier steckt die Daimler AG noch in Verhandlungen und will erst im Fall konkreter Ergebnisse an die Öffentlichkeit gehen.

Ebenfalls im Ungefähren bleibt Weber beim Thema E-Mobilität. Hier will man schon zeitnah die Car2go-Mietwagen-Flotte um rein elektrisch betriebene Fahrzeuge ergänzen,  doch muss hierfür erst noch die entsprechende Infrastruktur in Form von öffentlichen Ladestationen aufgebaut werden, so Weber. Anfang 2011 werden erste konkretere Schritte in diese Richtung unternommen. Würde Car2go auch emissionsfreie E-Mobile ins Portfolio nehmen, wären immerhin die lokalen CO2-Emissionen und die Luftverschmutzung geringer, was sicherlich auch ein Gewinn für die Umwelt wäre.

 
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