Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Bericht Daimler setzt auf saubere Antriebstechnik

Bericht: Daimler setzt auf saubere Antriebstechnik

Brennstoffzelle für Jedermann

19.11.2009

Brennstoffzellen-Fahrzeug – das klingt eigentlich nach ferner Zukunft. Doch ist diese emissionsfreie Mobilitätsform längst für Jedermann erfahrbar. So setzt das Hamburger Verkehrsunternehmen Hochbahn AG seit 2003 Linienbusse mit Brennstoffzellen-Antrieb ein. Ende 2010 wollen die Hanseaten eine neue Generation dieser Busse in den Dienst stellen. Dieser technisch vollkommen überarbeitete Mercedes Citaro F-Cell wird dabei eine Vorreiterrolle auf den Weg zu einer allgemein emissionsfreien Mobilität einnehmen. Die saubere Autozukunft, so glaubt man fest beim Hersteller Daimler, wird schon bald ihren Siegeszug antreten.

Für den Daimler-Konzern ist die Roadmap der nächsten Jahre klar umrissen: Aktuell schöpfen die Ingenieure das Effizienzpotenzial des klassischen Verbrennungsmotors weiter aus. Parallel nimmt die Hybridisierung und Elektrifizierung der Antriebstechnik zu. Schließlich will man ab etwa 2015 mit der Großserienproduktion von Elektroautos mit und ohne Brennstoffzelle starten und den Verbrennungsmotor allmählich verdrängen.

Noch mögen manche Kritiker diese visionäre Brennstoffzellen-Zukunft als teures Spielzeug der Ingenieure und Luftschloss abtun. Doch hat Daimler erst jüngst mit der Initiative „H2 Mobility“ seine konzernübergreifenden Anstrengungen zum Aufbau einer Infrastruktur für die Brennstoffzellen-Mobilität eindrucksvoll unterstrichen.

Die richtige Antwort auf drängende Probleme

Angesichts von Klimakrise, wachsender Weltbevölkerung und eines global explodierendem Fahrzeugbestands, schwindender Ölreserven und steigender Spritpreise sehen die Daimler-Strategen im E-Antrieb und der Brennstoffzelle den Ansatz mit den größten Erfolgschancen. Daimler will dabei die Lösungskompetenz für nahezu alle Mobilitätsformen anbieten.

Galerie: Bericht Daimler setzt auf saubere AntriebstechnikTechnisch hat die Brennstoffzelle laut Daimler einen bereits hohen Entwicklungsgrad erreicht. In 15 Jahren praktischer Forschung haben die Schwaben vielfältige Erfahrungen mit dieser Technik gesammelt. Mittlerweile befinde sich die Entwicklung von Brennstoffzellen-Autos an der Schwelle zur Großserienproduktion. Die bereits in der Mercedes B-Klasse eingesetzte und von der mehrheitlich im Daimler-Besitz befindlichen AFCC entwickelte Brennstoffzelle kommt auch in der nun präsentierten neuen Generation des Citaro F-Cell zum Einsatz.

Mit dieser jüngsten Brennstoffzellen-Generation will man insgesamt 31 Busse ausstatten, zehn davon sind für die Hochbahn AG vorgesehen. Diese Fahrzeuge sind Teil einer letzten Erprobungskleinserie, bevor dann irgendwann zwischen 2015 und 2020 mit der Großserienproduktion einer neuen Brennstoffzellen-Generation begonnen wird. Auf einen genaueren Zeitpunkt für diesen wichtigen Schritt mag man sich derzeit bei Daimler jedoch noch nicht festlegen.

Galerie: Bericht Daimler setzt auf saubere AntriebstechnikTrotz Praxiserfolg kommt neue Technik

Bereits die von 2003 bis heute von der Hamburger Hochbahn eingesetzte Vorgänger-Generation hat sich in der Praxis nach Aussage von Daimler bestens bewährt. Als langlebig und zuverlässig zeigte sich die Technik im täglichen Einsatz. Über 500.000 gefahrene Kilometer und eine halbe Million Fahrgäste lautet die stolze Bilanz der insgesamt acht eingesetzten Busse. Mit einer Verfügbarkeit von 96 Prozent waren die Fahrzeuge praktisch genauso alltagstauglich wie herkömmliche Diesel-Busse.

Dennoch wird die Hochbahn AG ab Ende 2010 die von Daimler in allen Aspekten überarbeitete, neue Brennstoffzellen-Generation in den Dienst stellen. Beim neuen F-Cell Citaro wurde die Brennstoffzelle im Vergleich zum Vorgängermodell in Größe und Gewicht wesentlich verkleinert. Im Gegenzug konnte Daimler die Effizienz der Brennstoffzelle samt Nebenaggregate deutlich erhöhen. In der neuen Citaro-F-Cell-Generation kommen übrigens gleich zwei dieser HY-90 genannten Brennstoffzellen zum Einsatz. Während in der alten Generation noch eine besonders leistungsstarke Brennstoffzelle von Ballart einen 250-Kilowatt-Motor antrieb, versorgen die beiden kleineren Brennstoffzellen zwei je 80 Kilowatt starke Radnabenmotoren.

Galerie: Bericht Daimler setzt auf saubere AntriebstechnikSauber weil regenerativ

Schließlich kommt im neuen Citaro F-Cell eine völlig neue, 330 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Batterie zum Einsatz. Die in dieser Batterie gespeicherte Energie könnte den 13,2 Tonnen schweren und zwölf Meter langen Nahverkehrsbus rund fünf Kilometer weit antreiben. Doch eigentlich dient die Batterie als eine Art Puffer, damit die Brennstoffzellen unabhängig von der aktuellen Leistungsabfrage gleichmäßiger und schonender betrieben werden können. Große 350-bar-Tanks bieten zudem Platz für 35 Kilo Wasserstoff. Das aus Wasser gewonnene Gas wird in den Brennstoffzellen direkt in elektrischen Strom zum Antrieb der E-Motoren umgewandelt und soll bis zu 250 Kilometer Reichweite ermöglichen.

Den Wasserstoff für die Brennstoffzellen-Busse der Hochbahn AG spendiert übrigens der Energiekonzern Vattenfall. Im klassischen Elektrolyseverfahren wird das energiereiche Gas gewonnen, der Strom für die Wasserstoff-Gewinnung soll aus rein regenerativen Quellen wie Wind- und Wasserkraft stammen.

So klingt die Zukunft

Die Fahrt in dem neuen Brennstoffzellen-Bus ist übrigens eine eher alltäglich anmutende Angelegenheit. Innen wie außen sehen die Fahrzeuge eigentlich wie andere Dieselbusse aus. Lediglich auf den Dächern befinden sich ungewöhnliche Hightech-Installationen. Auch beim Fahren selbst lassen sich kaum Unterschiede zu normalen Bussen ausmachen. Allerdings hört man statt tiefer Dieselakustik vor allem hochfrequente Geräusche, die als durchaus unangenehm empfunden werden können.

Kühlungssysteme und Kompressoren sowie der Elektroantrieb selbst sind für diese durchaus verbesserungswürdige Akustik verantwortlich. Für dieses und andere Probleme nimmt man sich bei Daimler aber noch mindestens sechs Jahre Entwicklungszeit, bis mit der Großserienproduktion der nächsten Brennstoffzellen-Generation beginnen wird. Diese soll dann auch für Jedermann zum Kauf angeboten werden.

 
3
31

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.