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Bericht: EnVKV - Effizienz-Label für Neuwagen

Bericht: EnVKV - Effizienz-Label für Neuwagen

Wie beim Kühlschrank

24.11.2011

Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (EnVKV) nennt sich eine Richtlinie, die regelt, welche Angaben zum Auto Verkäufer von Neufahrzeugen zukünftig machen müssen. Im August hat der Bundestag das Gesetzt verabschiedet, mit dem 01.12.2011 tritt die Verordnung in Kraft. Wir sagen Ihnen, was sich ändert.

Das Verkäufer Angaben zu Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß des feilgebotenen Wagens machen müssen, ist nicht neu. Bereits seit November 2004 müssen diese Werte ausgewiesen werden. Eine Einordnung, beziehungsweise Bewertung innerhalb der Fahrzeugklasse erfolgte jedoch nicht. Mit der Pkw- Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV) soll sich das nun ändern.

Bekannte Kennzeichnung

Ähnlich dem von Kühlschränken oder Waschmaschinen bekannten Verfahren erfolgt eine Einteilung der Fahrzeuge in Effizienzklassen: von A+ (sehr effizient) bis G (wenig effizient). Außerdem werden die einzelnen Klassen farblich unterschieden; die Skala reicht von Grün (A bis C) über Gelb (D bis F) bis Rot (G). Eine aufbereitete, grafische Darstellung soll den Käufer auf den ersten Blick informieren.

Die Einordnung selbst erfolgt dabei nach dem relativen Modell. Das heißt, es zählen nicht die absoluten Verbrauchs- oder CO2-Werte, sondern werden diese in Bezug zur Fahrzeugmasse, also zum Gewicht des Wagens, gesetzt. So soll eine Einordnung innerhalb einer Fahrzeugklasse möglich sein.

Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen

Würde man nur nach Emissionswerten gehen, hätten Geländewagen per se schlechte Karten, während die meisten Kleinwagen im grünen Bereich zu finden wären. Unterschiede innerhalb einer Klasse gingen dabei verloren und würde die Kennzeichnung nicht darüber informieren, welches von mehreren SUV das effizienteste ist.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßt diese Regelung. So werde eine "verbrauchernahe und ökologisch wirksame Kennzeichnung" geschaffen, sagt VDA-Präsident Matthias Wissmann. Er sieht mit der verabschiedeten Regelung die Gefahr gebannt, dass Birnen mit Äpfeln verglichen werden.

Mogelpackung?

Anders sehen dass die Umweltverbände. Sie befürfchten, dass Verbraucher durch die Neuregelung verwirrt beziehungsweise getäuscht werden, wenn ein sparsamerer Kompakter eine gelbe Kennzeichnung erhält während eine spritfressende Oberklasselimousine mit dem grünen Label vorfährt.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) bezeichnet die Novelle als Mogelpackung und rechnet vor, dass ein Kampfpanzer Leopard 2 das gleiche Label E bekäme, wie ein VW Golf 1.4. Konkreter werde ein Audi Q7 3.0 TDI (189 g/km, 2.385 kg) mit "B" eingestuft, während der Kleinwagen Citroën C1 nur die Note C bekommt – dessen CO2-Ausstoß beträgt aber nur etwa die Hälfte von dem des Audis. Auch der ADAC hat die Neuregelung deswegen kritisiert.

Effizienzklassen-Berechnung

Mit Hilfe einer Formel wird ein vom Fahrzeuggewicht abhängiger Referenzwert für die CO2-Emission errechnet. Die Formel basiert auf der Gewichtsverteilung und den CO2-Werten der Pkw-Neuzulassungen aus dem Jahr 2008.

Der tatsächliche CO2-Ausstoß eines Modells wird mit dem für dessen Gewicht ermittelten Referenzwert verglichen. Entsprechend der Abweichung wird dann die Effizienz-Klasse vergeben. A+ bis D bekommen Fahrzeuge, die weniger CO2 emittieren, als der Referenzwert vorgibt, E, F und G werden an die Autos vergeben, die mehr Kohlenstoffdioxid ausstoßen.

Quelle: ADAC

Nachbesserung in Sicht

Immerhin: Der Bundesrat stimmte dem Gesetz zu, sprach sich aber mehrheitlich dafür aus, nach spätestens drei Jahren auch weitere Fakten, neben dem Gewicht, zur Effizienz-Berechnung heranzuziehen. Diese könnten unter anderem die Fahrzeugfläche oder die Zahl der Sitzplätze sein.

Weitere Effizienzklassen, also besser als A, sollen außerdem erst dann eingeführt werden, wenn mindestens fünf Prozent der Neuzulassungen eines Jahres die Kriterien erreichen. Ursprünglich war als Grenze nur ein Prozent vorgesehen.

eVote

 

Weitere Angaben

Die Einführung des Pkw-Label ist die größte Neuerung durch die Pkw-EnVKV, allerdings nicht die einzige. So sieht die Verordnung noch weitere Informationen vor, die zukünftig angegeben werden müssen. Unter anderem ist die jährlich anfallende Kfz-Steuer auszuweisen und bei Elektrofahrzeugen muss der Stromverbrauch genannt werden. Außerdem müssen Verbraucher über die durchschnittlichen Energieträgerkosten, also Sprit und Strom, bei einer Laufleistung von 20.000 Kilometern informiert werden.

Weitere Informationen rund im das Effizienz-Label bekommen Sie bei der Deutschen Energie-Agenutr (Dena) unter der Internetadresse www.pkw-label.de  (mg)

 
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