Fahrsicherheit 2008
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Bericht Fahrstabilitätsprogramm

Bericht: Fahrstabilitätsprogramm

ESP - Ein Sicherer Partner

04.08.2006

ESP, DSC, PSM, DSTC oder VSC - jeder Hersteller nennt es anders, gemeint ist immer das gleiche: ein elektronisches Fahrzeugstabilitätsprogramm. Vor mehr als zehn Jahren hat der elektronische Helfer im Automobil Einzug gehalten. Nur der Sicherheitsgurt rettet seitdem mehr Leben als das ESP.

Eine neue Studie belegt: Die Zahl aller tödlich verlaufenden Unfälle mit Fahrzeugen ohne ESP wäre um 43 Prozent geringer, hätten diese Wagen ein Stabilitätsprogramm.
Vorreiter bei der Einführung des Helfers war Mercedes. 1995 wurde es im neuen CL eingeführt. Vier Jahre später waren bereits alle Fahrzeuge mit Stern serienmäßig damit ausgerüstet.

Doch woher kommen die je nach Hersteller unterschiedlichen Namen für dieselbe Technik? Das System wurde von Bosch entwickelt, die sich die Abkürzung ESP (für Elektronisches Stabilitätsprogramm, englisch: Electronic Stability Program) schützen ließen. Inzwischen gibt es aber mehrere Hersteller, die ihrem Produkt zwangsweise einen anderen Namen geben müssen. Die Funktionsweise ist bei allen die gleiche.

Die Technik

Das ESP arbeitet wie ein ständiger Beobachter, der den Zustand des Fahrzeugs überwacht. Ermöglicht wird das durch eine Vielzahl an Sensoren. Der Lenkwinkelsensor liefert den Fahrerwunsch hinsichtlich der Fahrtrichtung. Motormanagement, die ABS-Drehzahlsensoren und der Gierratensensor (der die Drehbewegung des Fahrzeugs misst) besorgen die Signale zur Interpretation des Fahrzeugverhaltens.

Bis zu 140 Mal pro Sekunde werden diese Daten abgefragt und an das Steuergerät geschickt. Mit mathematischen Modellen errechnet dieses dann den Ist-Zustand des Wagens und vergleicht ihn mit dem vorgegebenen Sollwert. So kann das System bei Abweichungen von der Ideallinie frühzeitig eine Schleudergefahr erkennen und gezielt eingreifen.

Der Eingriff

Der Eingriff des ESP erfolgt durch genau dosierte Brems-Impulse (im Gegensatz zum Fahrer kann das System jedes Rad einzeln Bremsen) und durch Regulierung der Motordrehzahl. Da das System laufend mit neuen Daten gefüttert wird, passt es sich nach erfolgtem Eingriff sofort an die neue Situation an und verändert bei Bedarf die Interventionen, bis die Gefahr gebannt ist.

Konkret heißt das: Ein Fahrzeug fährt zu schnell in eine Linkskurve, die Hinterräder verlieren die Haftung. Dieses Übersteuern, also das Ausbrechen des Hecks nach rechts, kompensiert das ESP durch gezielte Bremseingriffe am rechten Vorderrad. Durch die ausgleichende Kraft auf der Fahrzeugaußenseite wird der Wagen auf die richtige Spur zurückgebracht.

Umgekehrt verhält es sich beim Untersteuern, wenn der Wagen also beispielsweise in einer Linkskurve über die Vorderräder nach außen schiebt. Dann wird das linke Hinterrad abgebremst. Bildlich wird das Fahrzeug dadurch links hinten festgehalten, und durch die eigene Vorwärtsbewegung um diesen Fixpunkt, also das gebremste Rad, zurück auf die Ideallinie gezogen.

Neben den Bremseingriffen, die das Fahrzeug vorm Schleudern bewahren sollen, regelt das ESP auch beim zu schnellen Anfahren die Motorleistung herunter. Damit soll ein zu starkes Durchdrehen der Räder verhindert und der optimale Antriebsschlupf hergestellt werden.

Die Partner

Natürlich ist nicht das ESP allein für die Sicherheit des Fahrzeuges zuständig. Standardmäßig beinhaltet es das Antiblockiersystem ABS und eine Antriebsschlupfregelung ASR, die das erwähnte Durchdrehen der Räder verhindert. Je nach Entwicklungsstand des Stabilitätsprogramms und Ausstattung kommen weitere Helfer hinzu.

Beispiele hierfür sind ein Bremsassistent (BAS), der bei einer Vollbremsung den maximalen Bremsdruck aufrechterhält. Die elektronische Bremskraftverteilung (EBV) verteilt die nötige Bremskraft immer optimal an die einzelnen Räder. Zudem gibt es mittlerweile Systeme zur Erhöhung der Bremsbereitschaft, die, sobald der Fahrer ruckartig vom Gas geht, die Bremsbeläge schon leicht an die Scheibe anlegen.  

Die Grenzen

So hilfreich und sinnvoll ESP auch sein mag, in manchen - wenn auch wenigen - Situationen ist das Stabilitätsprogramm eher unerwünscht. Beim Fahren mit Schneeketten auf stark verschneiten, glatten Fahrbahnen lässt das ESP nicht den nötigen Antriebsschlupf zu. Auch sportliches Driften in Kurven oder schnelles Beschleunigen mit durchdrehenden Rädern (Kavalierstart) ist mit ESP nur bedingt möglich.

Deswegen ist auch die Aktivierungsschwelle des Stabilitätsprogramms abhängig von der Markenphilosophie des jeweiligen Herstellers. Bei Mercedes beispielsweise setzt das ESP früh ein (ausgelegt auf Sicherheit) bei Porsche dagegen relativ spät (erlaubt sportlicheres Fahren). Bei den meisten Herstellern lässt sich ESP zudem ganz ausschalten.

Die Verbreitung

Erfreulicherweise nimmt die Verbreitung von ESP immer mehr zu. Bei vielen Herstellern ist es mittlerweile serienmäßig an Bord, einige bieten es als Option an. Auch die Händler merken, dass sich ein Auto ohne ESP nur noch schwer verkaufen lässt.

Im vergangenen Jahr lag in Deutschland die Ausstattungsrate bei Neufahrzeugen der Kompaktklasse (zum Beispiel VW Golf) bis hin zur Luxusklasse bei über 90 Prozent. Im Kleinwagensegment hingegen verfügten nur 16 Prozent über ESP.

Dabei ist das System auch in kleinen Fahrzeugen nicht weniger sinnvoll. Manche Hersteller verzichten leider aus Kostengründen auf den Helfer. Doch auch ein Kleinwagen kann in der Kurve ins Schleudern kommen. Und der bietet baulich bedingt ohnehin schon eine geringere Sicherheit als eine Luxuslimousine, da die Insassen von weniger schützendem Blech umgeben sind…

 

Cabrio-Special 2012

Schönes Wetter, offenes Dach - das Cabriofeeling in unserem Special.

Suche nach Angeboten

Marke
Model

AutoScout24-TV
Erstkontakt: Bentley Continental GT V8

Das schaun wir:
Muscle-Cars im Test

Frage der Woche

Mini United 2012

Wir berichten Live von der größten Mini-Party der Welt.

AutoWelten

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.