Schönes Wetter, offenes Dach - das Cabriofeeling in unserem Special.
Profis sind besser als Amateure. Viele Autobesitzer vertrauen daher auf Sommer- und auf Winterreifen. Doch manch einer wagt sich mit Sommerpneus auf winterliche Straße und da werden selbst Sommer-Profis zu Hardcore-Dilletanten. Als semiprofessionelle Amateure könnte man Ganzjahresreifen bezeichnen. Der Goodyear Vector 4Seasons ist der Neuste.
„Bitte Einsteigen!“, ruft uns der Goodyear-Testfahrer auf seiner Hausstrecke in Luxemburg zu. Wir lassen uns nicht bitten und schwingen uns hinauf in den Porsche Cayenne. Der bevorstehende Trockenhandling-Parcours in Verbindung mit dem nun gut 2,5 Tonnen schweren SUV verspricht Spaß. Zumindest für uns, nicht unbedingt für die montierten Goodyear Vector 4Seasons…
Der V6-Direkteinspritzer brabbelt kurz auf und schiebt den Koloss an. Viele Kurven, einige Geraden und eine Menge harter Bremsmanöver später werden wir wieder abgesetzt. Mit ungutem Gefühl im Magen zollen wir den fahrerischen Talenten Respekt, und auch den Reifen. Eine gefühlte Performance dieser Art hätte man den Ganzjahres-Pneus auf solch einem Trumm nicht zugetraut. Nach dieser Tortur sehen die Goodyears zwar schlimmer aus als ein gerupftes Huhn; aber das ist auch verständlich...
Ganzjahresreifen: Meister der Kompromisse
Ganzjahresreifen können nichts perfekt, aber vieles ordentlich. Zumindest, wenn es sich um gute Produkte wie den neuen Goodyear Vector 4Seasons handelt. Goodyear ist Pionier bei Ganzjahresreifen. Bereits 1977 hatten die Amerikaner den ersten Allwetterpneu entwickelt. Bis heute ist der Vector meistverkaufter dieser Art.
80 Prozent der deutschen Autofahrer wechseln laut einer Goodyear-Umfrage zwischen Sommer- und Winterpneus; zehn Prozent – das sind in Deutschland immerhin rund 4,5 Millionen Pkw – fahren auch im Winter mit Sommerreifen und die fehlenden zehn Prozent nutzen Ganzjahresreifen.
Die Beweggründe
Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass Goodyear, die den Löwenanteil der Ganzjahresreifen stellen, Gutes im Segment der Alleskönner anbietet. Sowohl bei Schnee und Eis als auch bei Nässe und Trockenheit sind die Vector ein verlässlicher Partner und halten vor allem den gesetzlichen Ansprüchen stand. Seit Mai 2006 gibt es in Deutschland die situative Winterreifenpflicht. Soll heißen: Die Reifen müssen den Wetterverhältnissen entsprechen.
Inklusive Schneeflocke
Bereits seit dem Jahr 2000 haben die Vector-Modelle das Schneeflockensymbol zusätzlich zur nichts sagenden M+S-Kennung an der Reifenflanke. Das Schneeflockensymbol erhalten nur Gummis, die im Winter wirklich vorwärts kommen, währenddessen die Bezeichnung M+S inflationär verwendet wird und sogar an vielen billigen China-Sommerreifen zu finden ist. Diese Reifen eignen sich meist aber nicht einmal für nasse Straßen, geschweige denn für Schnee.
Genau für diese Fahrbahnzustände hat der Vector 4Seasons ein v-förmiges-Reifenprofil (V-Tred). Neben der „sportlichen“ Optik soll das den Wasserabtransport gerade bei flotten Regenfahrten verbessern und die Aquaplaninggefahr verringern. Eine neuartige Silica-Laufflächenmischung sorgt für besseren Nass-Grip.
Neue Technologie
Smart-Tred-Technologie nennt Goodyear seine versetzt angeordneten Profilblöcke mit unterschiedlicher Bauhöhe. Spezielle Lamellen in der Reifenmitte sind für Schnee- und Eisgrip verantwortlich. Bei trockener Straße kommt dann die komplette Reifenbreite samt neu gestalteten Schulterblöcken zum Einsatz und verbessert Brems-, Beschleunigungs- und Lenkmanöver. Die Fahrstabilität profitiert zudem durch die neue ineinander greifende dreidimensionale Blockstruktur. Mit dem neuen Vector 4Seasons wollen die Amerikaner nun die „fehlenden“ zehn Prozent einfangen, die ganzjährig auf Sommerreifen unterwegs sind.
Gute Voraussetzungen sind gegeben. So hat sich laut Goodyear die Schneeperformance des neuen 4Seasons um bis zu sechs Prozent, die Eiseigenschaften gar bis zu zehn Prozent im Vergleich zum Vorgänger, dem Vector 5+, verbessert.
Konkurrenz schläft nicht
Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Nasshandling sowie den Brems- und Aquaplaning-Eigenschaften. Stets ist das neue Modell besser als der Vorgänger und meist auch besser als die Mitbewerber. Das Problem ist jedoch, wenn die Entwickler an einer Stellschraube drehen, verändern sie stets andere Eigenschaften. Beim 4Seasons macht sich das bei den Trockenprüfungen bemerkbar. Die Reifenentwickler mussten so viele Kompromisse eingehen, dass der neue 4Seasons in internen Fahrversuchen geringfügig schlechter abschneidet als der Vorgänger und hier auch die Konkurrenz teilweise vorbeizieht. Lobenswert, dass Goodyear diese Ergebnis offen kommuniziert.
Wir durften auch mal ran
In Luxemburg waren wir aber nicht nur Beifahrer. Zur Eigenerfahrung des neuen Rundlings durften wir Fiat 500, VW Golf, BMW 1er und Audi A4 in den Grenzbereich treiben. Neben viel Spaß kommt man schnell zur Erkenntnis, dass der Goodyear 4Seasons ein gutmütiger Untersteurer ist. Selbst provozierte Lastwechsel mit deaktiviertem ESP lassen Autos wie Reifen unbeeindruckt. Bemerkbar macht sich allerdings die stärkere Walkarbeit, also das Kippen über die Reifenprofilblöcke, bei flotter Kurvenfahrt. Die Fahrzeuge fahren sich spürbar träger als sommerbereifte Pendants. Die Auslegung geht zudem zu Lasten der Dynamik. Aber das war auch nicht das Entwicklungsziel der Vector 4Seasons. Sicher soll er fahren und das tut er.
Epoxy-Fläche
Auf der so genannten Epoxy-Rutschfläche (das ist ein weißer Kunstharz-Belag), die den Reibwert einer festgefahrenen Schneedecke hat, dürfen wir bei sommerlichen 30 Grad Celsius Reifen testen. Auf der etwa zehn prozentigen Steigung zeigte der Vector 4Seasons im direkten Vergleich zum Vredestein Quadrac2 (Ganzjahresreifen), wie schnell man eine rund 200 Meter lange Bergbeschleunigung bewältigen kann. Gut eine Sekunde trennte den Goodyear vom Holländer.
Alle gängigen Dimensionen
Den Goodyear Vector 4Seasons gibt es ab zirka 70 Euro pro Reifen in allen gängigen Größen von 155/70 R13 bis hinauf zu 255/55 R18 für SUVs. Er ist prädestiniert für kleinere Fahrzeuge mit geringer jährlicher Laufleistung. Aber auch nur, wenn die regionalen Gegebenheiten keine Skifahrbedingungen bieten.
Wer allerdings ein schweres SUV oder ein leistungsstarkes Auto fährt, sollte auch Geld in zwei Sätze qualitativ hochwertiger Räder investieren. Einen für den Sommer und einen für den Winter, denn sie sind und bleiben eben die Profis in ihrem Metier.
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16.05.2012
Bericht: Autokosten – Fakten und Spartipps - Spritkosten/Umrüstung: Autofahren wird auch dank stetig steigender ... http://t.co/8JoGMHif
16.05.2012
Erste Ausfahrt mit dem Diesel-Hybrid: Volvo V60 Plug-In. 50 Km rein elektrisch, 215 Diesel-PS, 70 Elektro-PS. #hybrid http://t.co/KnoIZtVi
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