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Galerie: Bericht Internationales Mini Meeting 2013

Bericht: Internationales Mini Meeting 2013

Kleine Minis ganz groß

11.06.2013

Auf was habe ich mich da bloß eingelassen? Vor mir stehen acht alte Minis. Eine von diesen kleinen Kult-Kisten soll mich von München bis ins Mugello nördlich von Florenz bringen. Dort findet das International Mini Meeting statt, das weltweit größte Treffen von Fans und Liebhabern der britischen Kultmarke. Mein erster Gedanke: Hätte ich nicht lieber vorsorglich einen Termin beim Orthopäden vereinbaren sollen? Schließlich stehen mir zwei rund siebenstündige Tagesetappen am Steuer eines alten Minis bevor und Fans witzeln nicht ohne Grund über deren „Kugelschreiber-Federn“.

Aber gut, ich wusste ja, was mich erwartet. Die erste Etappe führt von München bis nach Bozen, auf Autobahnen wird verzichtet – das wäre ja auch zu einfach. Mein Baby für die nächsten Tage ist ein Mini Cooper aus dem Jahr 1999. Niedliche 3,10 Meter lang, 770 Kilogramm leicht und 63 PS stark. Das cremige Grün des dünnen, nicht gerade sicher wirkenden Blechkleides trägt den Namen „Almond Green“ und ist eine der wenigen Farben, die über den gesamten Produktionszeitraum des Classic Mini von 1959 bis ins Jahr 2000 erhältlich waren.

Mit einem Lächeln ins Revier

Galerie: Bericht Internationales Mini Meeting 2013Schon auf den ersten Kilometern von München in Richtung Alpen zeigt sich unsere kleine Kolonne für so manche Nackenverrenkung verantwortlich. Uns wird gewunken, Fußgänger drehen sich nach uns um und ein Lächeln zaubert sich auf viele Gesichter am Straßenrand – und auch auf meins. Als die Stadt langsam im Rückspiegel verschwindet, kommen wir in das Revier des Ur-Mini: kurvige, leicht hügelige Landstraßen. Zackig geht es um Kehren und über Kuppen, die direkte Lenkung ohne jegliche Servounterstützung trägt neben dem knackigen Fahrwerk ihr übriges zum Fahrspaß bei.

Nach der Mittagspause geht es weiter in Richtung Jaufenpass: Die kürzeste Verbindung zwischen Sterzing und Meran und die wohl größte Herausforderung für Mensch und Maschine während unser Tour. 39 Kilometer mit 20 Kehren und 2.094 Meter Passhöhe liegen vor uns. Besonders spannend wird die Fahrt, als es zu regnen anfängt und sich der Niederschlag weiter oben in Schnee verwandelt. Wie durch ein Wunder (für uns) beziehungsweise selbstverständlich (für die Mini-Verantwortlichen) kommen alle unbeschadet oben an, selbst die älteren Modelle mit nur 34 PS unter der Haube haben sich schwer schnaufend wacker geschlagen. Was die kernig brummenden Motoren dabei verbrauchen, lässt sich nur erahnen. Einen Bordcomputer oder anderen technischen Schnickschnack gibt es nicht.

Haarige Angelegenheit

Galerie: Bericht Internationales Mini Meeting 2013Auf dem Weg zurück ins Tal wird es noch einmal haarig. Während an meinem Gefährt 13-Zoll-Räder und zumindest vorne Scheibenbremsen zum Einsatz kommen, geht es für einige auf 10-Zoll und mit Trommelbremsen bergab. Also den zweiten von vier Gängen einlegen, und fleißig die Motorbremse arbeiten lassen, damit die Beläge in den Trommeln nicht den Dienst quittieren. Aber auch diese Herausforderung meistern die Minis stolz und wir erreichen am Abend unser Nachtquartier in Bozen. Rückenschmerzen sind bisher Fehlanzeige; Fahrspaß und Vorfreude auf den nächsten Tag dagegen groß.

Der nächste Morgen fängt genauso an, wie der vorherige Abend endete: regnerisch. Das hält uns jedoch nicht davon ab, heute nochmal eine lange Etappe von Bozen bis zu unserem Ziel in der Toskana in Angriff zu nehmen. Auch wenn die kurzen und kleinen Sitze mittlerweile ein leichtes Komfortdefizit offenbaren und die unter das Lenkrad geklemmten Beine ein wenig zu schmerzen beginnen, herrscht gute Stimmung. Dafür sorgt schon das Kassettenradio, welches mich mit Klassikern wie „Take on Me“ und „What is Love?“ bei Laune hält. Spätestens als der Gardasee am Straßenrand auftaucht, ist der Regenfrust endgültig weggeblasen.

Ohne Pannen ans Ziel

Galerie: Bericht Internationales Mini Meeting 2013Wir folgen dem Seeufer eine ganze Weile, bis die Mittagspause angesagt ist. Die letzten drei bis vier Stunden Fahrt legen wir schließlich frisch gestärkt auf der Autobahn zurück und das Wetter klart auf. Bei strahlendem Sonnenschein und mit heruntergelassenen Fenstern geht es in Kolonnenfahrt die Autostrada in Richtung Florenz hinab. Als echte Herausforderungen entpuppen sich die Überholmanöver vorbei an LKWs. Mit viel Anlauf schert die Kolonne aus und kämpft sich an den dicken Brummis vorbei.

Ohne Pannen – womit im Voraus nur die wenigsten meiner Mitfahrer gerechnet haben und sogar Wetten abgeschlossen wurden, wie weit wir kommen werden – erreichen wir nach zwei Tagen unser Ziel: Das International Mini Meeting 2013. Seit 1978 treffen sich jedes Jahr Mini-Fans an einem anderen Ort in Europa, jedes fünfte Jahr findet es in England statt. Diesjähriger Ort des Geschehens ist das Autodromo del Mugello. Wohin man schaut gibt es Minis in allen Formen und Farben zu entdecken. Von liebevoll restaurierten und unverbastelten Klassikern, bis zu skurril umgebauten Gefährten ist alles dabei. Der Veranstalter spricht von mehr als 2.000 Autos, über 3.000 Besucher campierten auf dem Gelände.

Bekanntes und Exotisches

Galerie: Bericht Internationales Mini Meeting 2013Aber nicht nur die bekannten Formen des alten und neuen Mini sind dabei, sondern auch exotische Derivate. Zum Beispiel der Mini Midas und Mini Marcos: Was sich zunächst anhört wie zwei Gerichte auf der Kinder-Speisekarte beim Griechen um die Ecke, sind Coupés auf Basis des alten Mini. Sie fahren in eigenen Rennserien und sind bei Sammlern begehrte Fahrzeuge, was ihren Wert in die Höhe schnellen lässt. Für einen Rennumbau des Marcos können gut und gerne 25.000 Euro fällig werden.

Auch der Riley Elf und der Wolseley Hornet – Stufenhecklimousinen, die bis zur Heckscheibe baugleich mit dem Mini sind – sind auf offener Straße eher selten zu sehen und dürfen auf dem International Mini Meeting natürlich nicht fehlen. Ein Riley-Fahrer erzählt scherzhaft davon, dass die Meinungen darüber auseinander gehen, ob es sich bei seinem Auto um die englische Form des Trabis, oder aber um einen geschrumpften Rolls-Royce handelt; ich bin eindeutig für letzteres.

Große Mini-Parade

Galerie: Bericht Internationales Mini Meeting 2013Highlight des International Mini Meetings ist allerdings der Autokorso über die Rennstrecke. Bei einer rollenden Party drängen rund tausend Autos auf die Rennstrecke um eine Runde zu drehen. Es geht zwar nicht gerade schnell voran, aber darum geht’s ja auch nicht. Die Stimmung ist der Wahnsinn: Es wird getanzt, gesungen und gehupt. Und selbst als es zwischendurch anfängt zu regnen, bleiben die Cabriodächer offen.

Mit dieser grandiosen Parade endet auch mein Ausflug zum weltgrößten Treffen dieser Art, doch noch Tage später schwärme ich von der unglaublichen Atmosphäre und habe ein festes Ziel vor Augen: das International Mini Meeting 2014 in England.

 
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