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Galerie: Bericht LED-Hightech-Licht von Opel

Bericht: LED-Hightech-Licht von Opel

Die Tricks der Matrix

23.03.2012

Opel hat mit AFL+ bereits ein schlaues Bi-Xenon-Licht im Angebot, welches sich vielen Verkehrssituationen sehr geschickt anpassen kann. Doch beim Rüsselsheimer Autobauer plant man bereits ein feineres Highend-Licht, welches noch deutlich feinfühliger und intelligenter reagiert. Bereits drei Jahre vor der geplanten Markteinführung konnten wir in einem Insignia diese neuen LED-Matrix-Scheinwerfer im öffentlichen Straßenverkehr erleben.

Zugegeben: Opel ist nicht der einzige Hersteller, der an einer derartigen neuen LED-Scheinwerfertechnik wie dem Matrix-Licht arbeitet. Auch bei Audi frickeln die Ingenieure bereits mit Hochdruck an einer Serienversion dieser zukunftsweisenden Technik. Doch Opel hat als erster Hersteller einen fahrfertigen Prototypen auf die Straße gebracht, der eindrucksvoll die Möglichkeiten der Matrix im Alltagseinsatz demonstriert.

Bei diesem straßenzugelassenen LED-Prototypen handelt es sich um einen aktuellen Insignia, bei dem sich in den Scheinwerfer-Einheiten jeweils ein kleines, unscheinbares Quadrat mit vier Linsen befindet. Der Clou: Hinter jeder dieser vier Linsen befinden sich wiederum jeweils vier individuell ansteuerbare Lichtquellen, was somit pro Scheinwerfer-Einheit 16 und insgesamt 32 Licht-Segmente ergibt, mit denen sich (16 mal 16) also 256 verschiedene Einstellungen erzeugen lassen.

Hell und kalt

Galerie: Bericht LED-Hightech-Licht von OpelDer Strahl des neuen Matrix-Lichts erzeugt keinen rundlichen Lichtkegel mehr, sondern einen breiten, rechteckigen Leuchtbereich, der ein etwas inhomogenes, segmentiertes, kaltes und besonders helles Licht in den Nahbereich und auch weit in die Ferne schickt.

Wie das aktuell bei Astra und Insignia bestellbare Highend-Licht AFL+, verfügt auch das neue Matrix-Licht über eine Sensorkamera in der Windschutzscheibe, die fremde Lichtquellen wie zum Beispiel die Scheinwerfer von entgegenkommenden Fahrzeugen erkennt und das eigene Fernlicht automatisch daran anpasst. Der Gegenverkehr wird somit nicht geblendet, obwohl der Fahrer keine manuelle Anpassung der Lichteinstellung vornehmen muss.

Die dunkle Seite der Matrix

Beim neuen Matrix-Licht muss der Fahrer ebenfalls nicht mehr eingreifen, bleibt sogar grundsätzlich der Fernlicht-Modus aktiv. Sollte ein Fahrzeug entgegenkommen, wird allerdings nicht wie bei AFL+ von Fern- auf Abblendlicht umgestellt, sondern dank der 32 individuell ansteuerbaren Felder exakt nur der Scheinwerferbereich abgedunkelt, in dem sich gerade der andere Verkehrsteilnehmer befindet. Bei ersten Fahrversuchen mit dem Prototypen wurden nach Aussage der Opel-Entwickler andere Verkehrsteilnehmer dabei noch gelegentlich geblendet, doch im Zuge einer Feinabstimmung hat man dieses Problem bereits in den Griff bekommen.

Und tatsächlich hat sich bei unserer gut halbstündigen Testrunde rund um Rüsselsheim kein Fahrzeug im Gegenverkehr per Lichthupe beschwert. Das Faszinierende: Obwohl entgegenkommende Fahrzeuge oder Vordermänner kontinuierlich ihre Position im Scheinwerferbereich des eigenen Fahrzeugs verändern, passt sich das Licht kontinuierlich und dynamisch daran an, erzeugt dabei eine Art blendfreien Lichttunnel, der sich in Sekundenbruchteilen kontinuierlich anpasst.

Vorteile für die Sicherheit

Galerie: Bericht LED-Hightech-Licht von OpelWie sich das LED-Licht zeitlich und räumlich präzise auf jeweils ändernde Situationen anpasst, ist eindrucksvoll feinfühlig gelöst und ergibt sich daraus ein handfester Vorteil für die allgemeine Verkehrssicherheit, denn störende Blendungen werden so konsequent verhindert. Der zweite Vorteil: Gleichzeitig leuchten die Matrix-Scheinwerfer andere Bereiche weiterhin mit Fernlicht aus. Das hat sich auf unserer Probefahrt als durchaus praktisch erwiesen, denn während zum Beispiel auf der Autobahn vorausfahrende Fahrzeuge vom eigenen Licht unbehelligt blieben, wurden Verkehrsschilder am Straßenrand hell angestrahlt. Derart feinfühlig kann kein anderes aktuelles System die Lichtstreuung auf die Verkehrssituation anpassen.

Was genau zwischen der LED-Lichtquelle und den Linsen geschieht, will man bei Opel übrigens noch nicht verraten. Nur so viel: Während beim aktuellen AFL+ rein mechanisch über sogenannte Walzen das Licht angepasst wird, braucht es laut Opel beim Matrix-Licht keine Mechanik mehr.

Neue Design-Möglichkeiten

Das LED-Matrix-Licht bietet noch weitere Vorteile: So reiben sich Designer bereits die Hände, denn mit diesem Scheinwerfertyp ergeben sich neue Freiheiten bei der Gestaltung. Die im Insignia-Prototypen verbauten LED-Leuchten sind zudem energieeffizienter als konventionelles Halogen-Licht. Allerdings sind sie (noch) nicht effizienter als ein aktuelles Bi-Xenonlicht. Doch bei Opel ist man jedoch guter Dinge, dass bei der endgültigen Serienversion des Matrix-Licht sogar Bi-Xenon-Scheinwerfer beim Energiekonsum unterbieten werdeb und sich deshalb vor allem bei künftigen E-Mobilen hierüber auch bessere Reichweiten realisieren lassen.

In welchem Modell das voraussichtlich erst 2015 serienreife LED-Matrix-Licht zum Einsatz kommen wird, lässt Opel derzeit noch offen, doch scheint die nächste Insignia-Generation ein guter Kandidat hierfür. Immerhin befindet sich das Flaggschiff der Marke schon fast vier Jahre im Markt  und würde dem wohl in gut drei Jahren anstehenden Nachfolger eine solche Innovation im Wortsinn gut zu Gesicht stehen.

LED-Scheinwerfer auch für weitere Baureihen geplant

Das LED-Matrix-Licht soll übrigens grundsätzlich das bisherige Bi-Xenon-Licht AFL+ ersetzen (derzeitiger Aufpreis 1.250 Euro) und dürfte als ähnlich teures Premium-Extra alternativ zum traditionellen Halogen-Licht angeboten werden. Darüber hinaus will man bei Opel auch für weitere Baureihen Voll-LED-Scheinwerfer-Lösungen anbieten, die dann in zum Teil technisch weniger aufwändigen Varianten auch kostengünstiger angeboten werden.

 
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