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Galerie: Bericht Mercedes auf der CES Las Vegas

Bericht: Mercedes auf der CES Las Vegas

Mobilität und Glück

13.01.2012

Daimler-Chef Dieter Zetsche hielt die Eröffnungsrede auf der weltgrößten Unterhaltungs-Elektronik-Medien-Internet Messe CES in Las Vegas. Er nahm sich nicht weniger als die amerikanische Unabhängigkeitserklärung zum Vorbild, variierte deren Leitmotiv „Life, liberty and the pursuit of Happiness“ und formulierte eine "Neue Erklärung der Automobilen Unabhängigkeit". Hintergrund ist die aus Zetsches Sicht notwendige stärkere Integration von Internet und Auto und die Herausforderungen der individuellen Mobilität in der Zukunft.

Zetsche ist sich klar über die wachsenden Herausforderungen der Zukunft. Klimawandel, wachsende Weltbevölkerung, Verknappung der fossilen Energieträger, Zunahme des Individualverkehrs, er benennt sie klar, unterstreicht die eigene Verantwortung und sieht Daimler als Teil der Lösung. Neben der Elektromobilität (Daimler startete kürzlich das Car2Go Project mit Elektro-Smarts in San Diego) sieht Zetsche vor allem die Vernetzung des Autos mit seiner Umwelt als logische Möglichkeit, um den Verkehr nicht nur flüssiger, sondern auch sicherer und energieeffizienter zu gestalten.  

Life, liberty and the pursuit of mobility

Galerie: Bericht Mercedes auf der CES Las VegasKonkret soll das Auto eben nicht nur ein Fortbewegungsmittel sein, sondern ein weiteres Internet Device neben Smartphone, PC und Tablet. Facebook-Kontakte können das Navigationssystem mit den notwendigen Adressen versorgen, der google-eMail-Account könnte das Telefonbuch im Smartphone ersetzen weil es aktueller ist, die Musik wird in der Cloud gespeichert und steht nicht nur zu Hause auf der Audio-Anlage zur Verfügung sondern ganz transparent auch unterwegs.

Cloud-Dienste

Cloud-Dienste sind laut Daimler vor allem deswegen notwendig, weil die Entwicklungszyklen der Autoindustrie denen der Unterhaltungselektronik hinterherhinken. In Zeiten von Online-Musikdiensten und google-maps könne man vom Autobesitzer nicht erwarten, für ein Kartenupdate in die Werkstatt zu müssen – neueste Software soll in Zukunft direkt aus dem Internet im Auto installiert werden. Die dazu notwendige Datensicherheit stellt Daimler, nach eigener Aussage der erste Autohersteller der dies anbietet, über eine abgesicherte VPN-Verbindung (virtual-private-network) sicher.

Datensicherheit und Personalisierung

Galerie: Bericht Mercedes auf der CES Las VegasDie Integration der verschiedenen Internet-Dienste soll in Zukunft auch personalisierbar sein, eine strategische Partnerschaft mit google soll Daimler hier einen entsprechenden Vorsprung geben. Das Auto als Mobilitätsdienstleister könnte nicht nur die Routenplanung übernehmen, sondern auch das Wetter am Ankunftsort zur Ankunftszeit twittern und die wichtigsten Podcasts herunterladen.

Wenn man seinem eigenen Auto auf Twitter folgt, kann es den Fahrer automatisch über den Ladezustand seiner Batterie informieren. Das Auto selbst könnte als Teil eines Smart-Grids ein Zwischenspeicher für regenerative Energien sein. Mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzellenautos können laut Zetsche Teil einer dezentralen Energieversorgung sein. CarSharing Angebote wie Car2Go werden ausgebaut zu Mitfahrzentralen wie Car2Gether – via Social-Media-Community können hier Mitfahrgelegenheiten vereinbart und damit das eigene Auto effizienter eingesetzt werden. Solche Angebote mit bestehenden sozialen Netzwerken wie Facebook zu verknüpfen, ist nur logisch.

Weiterführende Links

- CES
- Amerikanische Unabhängigkeitserklärung
- Car2Go
-Car2Gether

Croud-sourcing

Weil Mercedes-Benz aber auch in Zukunft mehr Autos verkaufen will und laut Zetsche weltweit in wenigen Jahren eine Milliarde Autos unterwegs sein werden, ist gerade das Verkehrsmanagement ein wichtiges Zukunftsfeld. Crowd-Sourcing im Verkehr wird aktuell schon via google-maps umgesetzt: Aus den Lokalisationsdaten der Smartphone-Nutzer erstellt die Software erstaunlich präzise Verkehrsdaten in Echtzeit. Das funktioniert schon heute mit dem Handy und wird mit dem Auto noch weiter getrieben: Die so genannte "Car-to-X"-Kommunikation kann einerseits Autos untereinander verbinden und wenn das ESP des vorausfahrenden Fahrzeugs eine rutschige Fahrbahn bemerkt, wird diese Information an die Nachfolgenden weitergeleitet. Auch die Verbindung mit der Verkehrsinfrastruktur, wie beispielsweise Ampelschaltungen, liegt nahe. Autonomes, zeit- und spritsparendes Kolonnenfahren wird erst durch eine Verknüpfung der Fahrzeuge untereinander möglich. Internet der Mobilität statt mobiles Internet.

Fazit

Dieter Zetsche muss als Konzernlenker die Zukunft nicht nur im Auge behalten, sein Konzern muss auch die Zukunft gestalten, dieser Anspruch durchzog seine Rede wie ein roter Faden: Zetsche sieht Daimler als Teil der Lösung.

Galerie: Bericht Mercedes auf der CES Las VegasUnd doch: Es gibt mindestens zwei Punkte, die seinen Zukunftsszenarios entgegenstehen. Einerseits sind das die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur, die Voraussetzung für die schöne, neue, vernetzte Mobilitätswelt sind. Schon die USA haben mit einer hoffnungslos veralteten Infrastruktur zu kämpfen, bereits bei den Basics wie Straßenbau und Stromleitungen hapert es, von Smart-Grids oder Induktions-Spuren zum Laden von E-Autos ganz zu schweigen. Öffentliche Investitionen in den notwendigen Größenordnungen sind jedoch auf mittlere Sicht nicht zu erwarten.

Der zweite Punkt ist in den Siebzigerjahren unter dem Begriff "Grenzen des Wachstums" bekannt geworden. Ein lineares Wachstum im globalen Autoabsatz ist mit konventionellen Autos nicht vorstellbar, Wachstumsnationen Indien und China leiden bereits jetzt am Verkehrsinfarkt und selbst mit emissionsfreien elektrischen Autos liefe ein "weiter so" unausweichlich auf ein Platzproblem hinaus. Carsharing könnte dem in den Megacities der Welt entgegenwirken, indem weniger Fahrzeuge mehr Menschen transportieren, und durch intelligenteres Verkehrsmanagement ließe sich ein höheres Transportaufkommen weiter kompensieren. Doch die eigentliche Herausforderung für Zetsche und die anderen Auto-Chefs liegt darin, die Gewinne nicht mehr über verkaufte Fahrzeuge, sondern über Mobilitätskonzepte erwirtschaften zu müssen. Dem kommt andererseits entgegen, dass die Menschen in den Schwellenländern das ortsgebundene Internet bereits überspringen und gleich via Smartphone vernetzt sind.

Die gute Nachricht ist: Die Herausforderungen sind erkannt und die Zukunft ist bereits in Arbeit.

 

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