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Der Niedergang der einstiegen BMW-Marken Rover und MG gehört zu den traurigeren Kapiteln europäischer Autogeschichte der jüngeren Zeit. Doch die mittlerweile zum chinesischen SAIC-Konzern gehörende Marke MG soll in Europa wieder auferstehen. Soeben wurde auf der Auto China in Peking (25. April bis 2. Mai 2010) der Ausblick auf ein bereits drittes Euro-Modell der Anglo-Chinesen vorgestellt.
Seit im Sommer 2005 der insolvente Hersteller MG Rover abgewickelt wurde, war es in Europa lange still um die britischen Traditionsmarken. Doch 2008 wurde MG mit der erneuten Produktion des bereits zwischen 2001 und 2005 gebauten Roadsters TF wiederbelebt. Der in Birmingham unter chinesischer Regie handgefertigte Stoffdach-Zweisitzer blieb trotz einiger Modernisierungen seither im britischen Heimatmarkt allerdings erfolglos.
Doch die Chinesen hegen ehrgeizige Pläne: Noch 2010 will man dem TF den MG6 zur Seite stellen. Der MG6 ist eine optisch interessante Mittelklasse-Limousine, die technisch eng mit dem Roewe 550 verwandt ist, der wiederum auf einer verkürzten Plattform des einstigen Rover-Modells 75 basiert. Ende 2010 soll der MG6 in Großbritannien angeboten werden, der Preis ist allerdings noch ungewiss und auch die Frage, wann der MG6 in andere europäische Märkte eingeführt werden soll.
Zukunftsvision
Neben diesen beiden konkreten Modellen, die noch aus der MG-Rover-Erbmasse stammen, soll sich die Marke MG mittelfristig erneuern. Einen ersten Ausblick hierauf lieferte soeben auf der Auto China in Peking die Studie Zero Concept. Der etwa vier Meter kurze Fünftürer wurde von dem in Birmingham ansässigen MG Global Design-Team entworfen. Sowohl optisch als auch technisch soll er Ausblick auf ein konkretes Kleinwagen-Modell geben, das noch 2010 zur Serienreife gelangen soll. Der Fronttriebler setzt auf einer neu entwickelten Plattform auf, die geplanten Benzinmotoren sind ebenfalls Neuentwicklungen des SAIC-Konzerns.
Die Karosserie beeindruckt mit knackigen Proportionen, scharfen Linien im Blechkleid und einer ausdrucksstarken und modernen Front mit großen Hightech-Leuchten und einem riesigen, fünfeckigen Kühlergrill. Der Wagen sieht modern, kraftvoll und für chinesische Verhältnisse erstaunlich eigenständig aus, obwohl sich in den Proportionen gewisse Ähnlichkeiten zum Audi A1 Sportback erkennen lassen. Sollte der MG-Kleinwagen tatsächlich bald in ähnlicher Form in den Markt kommen, wäre dies optisch sicherlich eine Bereicherung für das allerdings sehr hart umkämpfte Kleinwagen-Segment.
MG (Morris Garages) wurde 1923 im englischen Oxford gegründet. Zunächst baute MG Fahrzeuge der Marke Morris um. Erstes Erfolgsmodell war der auf dem Morris Minor basierende, zweisitzige Leichtbau-Sportwagen M-Type Midget aus dem Jahr 1928. In den folgenden Jahrzehnten brachte MG viele weitere Roadster und Coupés mit Morris- oder Austin-Technik auf den Markt. In den 1950er und 1960er Jahren waren die Baureihen MGA und MGB recht erfolgreich und gelten heute als britische Roadster-Ikonen.
In den 1970er und 1980er Jahren verlor MG, ein Anhängsel sich fortwährend im Krisenwandel befindlicher Großkonzerne, den Status als eigenständiger Autohersteller. Erst nach dem BMW 1994 den Roverkonzern übernahm, wurde MG als eigenständige Marke wieder aufgebaut. Zunächst kam 2001 der Roadster MG TF auf den Markt, 2003 folgte noch der Mittelmotor-Sportwagen MG XPower SV. Außerdem wurden die sportlich akzentuierten Stark-Versionen der Rover-Baureihen 25, 45 und 75 als MGs verkauft.
Doch weder BMW noch der spätere Eigner Phoenix Venture Group konnten die seit vielen Jahren strauchelnde MG Rover Group retten. Im April 2005 folgte der Konkurs. Kurze Zeit später erhielt die chinesische Nanjing Automobile Group den Zuschlag für MG Rover. Mittlerweile gehört die Nanjing Automobile Group zum ebenfalls chinesischen SAIC-Konzern.
Vieles noch ungewiss
Doch noch ist der Zero Zukunftsmusik, was sich auch im futuristisch anmutenden Innenraum erkennen lässt. Hier präsentiert sich ein fast klinisch sauberes und besonders aufgeräumtes Cockpit. Das Interieur des Zero zeichnet sich zudem durch viele Hightech-Materialien, eine schicke Ambiente-Beleuchtung und diverse technische Spielereien aus.
Weitergehende technische Informationen zur Studie Zero gibt es noch keine. Auch der spätere Modellname ist noch ungewiss. Der Online-Dienst China Car Times hat die Modellbezeichnung MG2 ins Spiel gebracht, der britische Automagazin Autocar spekuliert auf den Namen MG3. Auch zur möglichen Markteinführung in Europa gibt es noch keine harten Fakten. Zumindest eines ist gewiss: Die Chinesen haben es eilig, in Europa Fuß zu fassen und sie sind schnell.
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16.05.2012
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