Elektromobilität-Special
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Galerie: Bericht Mit dem Elektro-Smart bei der Silvretta-Rallye

Bericht: Mit dem Elektro-Smart bei der Silvretta-Rallye

Kleiner Smart auf großer Fahrt

08.07.2014

Bislang musste sich unser Dauertest-Smart vor allem im Münchner Stadtverkehr beweisen, mit gelegentlichen Fahrten ins Umland oder zum Flughafen - die er alle tadellos gemeistert hat, selbst als das Thermometer noch Temperaturen um den Gefrierpunkt anzeigte. Zeit also, für einen etwas anderen Test: Wir sind mit dem Dauersmart bei der Silvretta E-Auto Rallye im Montafon angetreten und haben ihn drei Tage lang durch Berg und Tal gescheucht.

Seit nunmehr 17 Jahren ist das Montafon, ein kleines Tal zwischen Bludenz und der Bielerhöhe an der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz, alljährlicher Pilgerort zahlreicher Oldtimer-Fans, die sich dort im Frühsommer zur Silvretta Classic Rallye versammeln und mit ihren automobilen Schätzchen Alpenromantik genießen und sich zwischen Käsespätzle und Zwiebelrostbraten bei verschiedenen Wertungsprüfungen im Präzisionsfahren messen.

Galerie: Bericht Mit dem Elektro-Smart bei der Silvretta-RallyeBereits zum fünften Mal fand in diesem Jahr wieder parallel zu den Oldies die Silvretta E-Auto Rallye statt - den Reichweiten geschuldet freilich mit etwas kürzeren Etappen, aber keinesfalls mit weniger Spaß und Ehrgeiz. Und nachdem wir im vergangenen Jahr die Berge der Silvretta mit dem 700 PS starken Elektro-SLS erklommen haben, gingen wir dieses Mal mit unserem Dauertest-Smart an den Start - eine bessere Gelegenheit für einen Härtetest kann es schließlich kaum geben: Reicht die Batterie, um die über 2.000 Meter hohen Pässe zu erklimmen? Lässt sich durch Rekuperation ausreichend Strom zurückgewinnen? Und kann man mit einem Smart bei einer Rallye siegen?

Ein klares Ja

Galerie: Bericht Mit dem Elektro-Smart bei der Silvretta-RallyeDie ersten beiden Fragen lassen sich nach drei Rallye-Tagen und insgesamt rund 260 Kilometern mit einem klaren Ja beantworten. Tag eins führte uns - vollgeladen, siegesgewiss und ohne Klimaanlage - vom circa 1.000 Meter hoch gelegenen Startort Partenen hinauf zum Silvretta-Stausee auf der Bielerhöhe (2.037 Meter) und wieder bergab ins Montafon, wo zwei weitere Aufstiege nach Gargellen (1.500 Meter) und Bartholomäberg (1.000 Meter) folgten, ehe der Smart sich auf den restlichen der insgesamt 109 Kilometer bis zum Tagesziel im 700 Meter hoch gelegenen Schruns erholen durfte.

Zwischenbilanz: Wir wären noch deutlich weiter gekommen. Am Parkplatz hat die Batterie fast noch 40 Prozent Strom, denn so erschreckend schnell die Reichweitenanzeige bei der Bergauffahrt sinkt, so schnell “erholt” sie sich auch wieder, wenn es hinunter geht. Das Rekuperieren allerdings will gelernt sein, es soll ja soviel Strom wie möglich zurückgewonnen werden, und das funktioniert am besten, wenn man nicht allzu flott den Hang hinunter rollt. Schließlich kann der Akku nur eine begrenzte Menge an Strom aufnehmen; erzeugt man zu viel, wird dieser nur in Wärme umgewandelt - und wertvoller Weg verschwendet. Deshalb gilt es, lieber langsamer und dafür länger bergab fahren, und den Stromspeicher bestmöglich aufzufüllen.

Spannung vor dem dritten Tag

Galerie: Bericht Mit dem Elektro-Smart bei der Silvretta-RallyeDie zweite Etappe mit 119 Kilometer, die Bielerhöhe hinauf und auf der anderen Seite runter ins Paznauntal nach Galtür und Ischgl und retour, ging völlig problemlos und ohne bangen Blick auf die Ladestandanzeige über die Bühne. Das allerdings sollte sich an Tag drei ändern.

Ganze 134 Kilometer mussten am letzten Tag absolviert werden, von Partenen ins Große Walsertal, hinauf zum Faschinajoch auf gut 1.500 Meter Höhe und dem noch einmal 300 Meter höheren Furkajoch. Eine Möglichkeit, unterwegs Strom zu fassen, gab es nicht wirklich. Die Mittagspause war zu kurz, und die wenigen Steckdosen am Marktplatz von Rankweil waren heiß begehrt. Aber: “Alles kein Problem” versicherten uns die Mercedes-Experten im Vorfeld, das schaffe der Smart locker. Ganz so entspannt wie die Ingenieure sahen wir der Etappe allerdings nicht entgegen: Unsere Erfahrung mit dem Dauertester zeigt schließlich, dass wenn wir den Smart in der Regel bei rund 100 gefahrenen Kilometern tanken, er noch eine Restreichweite von nur circa 25 Kilometern ausweist - es könnte also knapp werden.

Bangen, Rechnen, Rekuperieren

Galerie: Bericht Mit dem Elektro-Smart bei der Silvretta-RallyeNach zwischenzeitlichem Bangen und fleißigem Rechnen, wie weit es denn noch ist, kommen wir nach über 90 Kilometern an der Mittagsrast an - noch zu fahren sind rund 40 Kilometer und der Stromspeicher ist noch zu rund 40 Prozent voll. Mit diesem Wissen verzichten wir sogar freiwillig darauf, ein wenig Strom nachzufüllen und starten, gestärkt und mit etwas mehr Gewicht an Bord, zum letzten Abschnitt - der anders als vorhergesagt (“es geht nur noch nach unten”) einen ordentlichen Anstieg vorhersah. Über zehn Kilometer fuhren wir erstmal noch bergauf, was dazu führte, dass, oben angekommen, die Reichweitenanzeige uns nur noch etwa weitere 20 Kilometer erlaubte, wir aber noch fast 30 zu absolvieren hatten. Jetzt galt es also zu haushalten, und uns auf die richtige Rekuperationstechnik zu konzentrieren.

Also ging es schön gemütlich hinab, um ja keine Chance zu verpassen, Energie zurückzugewinnen. Aber: Im Hintergrund tickte die Uhr, schließlich geht es bei einer Rallye nicht nur darum, in den einzelnen Wertungsprüfungen die gestellten Aufgaben so präzise wie möglich zu meistern, sondern auch die Verbindungswege in einer vorgegebenen Zeit zurück zu legen. Schneller als uns lieb war befanden wir uns im Zwiespalt zwischen Strom sparen und pünktlich ankommen. Ein Spagat, der am Ende geglückt ist: Auf die Sekunde genau kamen wir im Ziel an, und hatten dank stromsparender Fahrweise sogar noch 14 Prozent Akkufüllung, die wohl noch für weitere rund 15 Kilometer gereicht hätten. Die von Smart versprochenen 145 Kilometer Reichweite sind also weit mehr als nur ein theoretischer Wert - vorausgesetzt, die Klimaanlage bleibt aus und man achtet ein wenig auf seinen Fahrtstil.

Wie funktioniert eine E-Auto-Rallye?

Wer an Rallye denkt, denkt meist an schnelle Autos und Walter Röhrl. Zwar sind auch bei Elektro- und auch Oldtimer-Rallyes (die beide nach dem gleichen Prinzip ablaufen) oft Hochleistungs-Boliden dabei, wie ein Mercedes-Benz SLR oder Elektro-SLS, doch ist das Ziel nicht, eine Wertungsprüfung möglichst schnell, sondern möglichst präzise zu absolvieren.

Wie bei einer herkömmlichen Rallye fährt man auf öffentlichen Straßen nach einem Roadbook von Wertungsprüfung zu Wertungsprüfung. Dort angekommen, geht es ans eingemachte: Das Roadbook gibt vor, was zu tun ist; zum Beispiel 100 Meter in 15 Sekunden zu fahren. Aufgabe des Beifahrers ist es, die Stoppuhr exakt dann zu starten, wenn der Fahrer den Wagen durch die Lichtschranke oder über einen Messschlauch pilotiert, was je nach Übersicht der Karosserie oft nicht ganz leicht ist. Dann gilt es, dem Fahrer möglichst präzise die Zeit anzusagen, denn dieser muss die zweite Messeinrichtung genau nach der vorgeschriebenen Zeit zu durchfahren.

Gemessen wird auf Hundertstel genau, jedes 1/100 Abweichung - zu schnell oder zu langsam - gib einen Strafpunkt. Wer am Ende der Rallye die wenigsten Punkte auf dem Konto hat, gewinnt. Natürlich lassen sich die Organisatoren gerne auch Gemeinheiten einfallen: Verschachtelte Prüfungen, bei denen der Beifahrer drei oder mehr Stoppuhren benötigt gehören ebenso dazu wie geheime, die nicht vorher im Roadbook angekündigt werden.

Silber für den Dauersmart

Galerie: Bericht Mit dem Elektro-Smart bei der Silvretta-RallyeDie Elektro-Technik des Smarts hat auf der ganzen Linie überzeugt, wie aber sieht’s in Sachen Rallye aus? Nach einem ordentlichen Start und Platz fünf in der ersten Tageswertung haben wir uns nach der zweiten Etappe auf Platz drei vorgearbeitet - und diesen Schritt noch einmal fortgesetzt: Bei der dritten Etappe fuhren wir mit unserem Dauertest-Smart den Tagessieg ein, was uns in der Gesamtwertung über alle drei Tage auf Platz zwei katapultierte. Eine Silbermedaille, die sich der kleine Smart redlich verdient hat!

 
Fazit

Michael Gebhardt

Ja, der Smart ist alpentauglich. Allen Bedenken zum Trotz hat uns der Dauertester gelehrt, dass man mit ihm problemlos auch hohe Berge bezwingen kann. Denn einen Großteil der Energie, die er auf dem Hinaufweg verbraucht, gewinnt er bei der Abfahrt wieder zurück; zumindest, wenn man dabei ein wenig auf die “richtige” Rekuperation achtet. Hier haben die Stromer einen großen Vorteil gegenüber herkömmlichen Verbrenner-Autos: Der Treibstoff, der bergauf verbraucht wird, kommt nicht wieder zurück in den Tank - egal, wie achtsam man hinunterfährt.

Solange das Streckenprofil ausgeglichen ist, ist es also fast egal, ob man mit dem Smart in der Stadt umherkurvt, oder über Berg und Tal rollt - und auch die 145 Kilometer Reichweite, die Mercedes für den Stromer angibt, erwiesen sich als realistisch. Bleibt nur die Frage, wie man mit dem Smart überhaupt erst in die Berge kommt? Das werden wir demnächst auf einer kleinen “Fernreise” mit dem Dauersmart erproben!
 
 

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