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Bericht: Navigationssystem der Zukunft

Bericht: Navigationssystem der Zukunft

In 300 Metern bitte Umsteigen

07.02.2012

Michael Gebhardt

Das Navigationssystem im Auto findet problemlos die schnellste Route von A nach B. Dass es manchmal geschickter wäre, den Wagen stehen zu lassen und auf den Bus umzusteigen, weiß es aber noch nicht. Genau das sollen künftige Routenplaner berechnen.

Ein Team um Professorin Dorothea Wagner und Professor Peter Sanders vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erforscht mit dem Projekt "Next-Generation Route Planning" derzeit Algorithmen für die nächste Generation von Navigationssystemen. Damit soll es möglich sein, Routen zu berechnen, die verschiedene Verkehrsmittel wie Auto, Bahn, Bus, Flugzeuge und Schiffe, aber auch Fahrrad und Fußwege berücksichtigen. Das neue System soll sich in Echtzeit an die aktuelle Verkehrslage anpassen und schnell auf abweichende Bedingungen wie Staus oder Fahrplanänderungen reagieren.

Die Idee erläutert Professorin Dorothea Wagner vom KIT: "Wenn wir von Karlsruhe nach Wien wollen, können wir mit dem Auto oder mit einem Reisebus fahren, den Zug nehmen oder von einem der drei Flughäfen im Einzugsgebiete starten. Um letztere zu erreichen, können wir öffentliche Verkehrsmittel, das Auto oder, je nach Wohnort, sogar das Fahrrad benutzen. Außerdem wünschen wir uns eine landschaftlich schöne Route, die Umweltbelastung sollte möglichst gering sein, gleiches gilt für die Kosten. Diese vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten stellen eine große Herausforderung für eine Abfrage in Echtzeit dar und erfordern neue Formen der Suche."

Persönliche Vorlieben

Zukünftige Routenplaner werden zudem nicht nur die Reisezeit beachten, sondern auch Reisekosten oder die Umweltbelastung. Darüber hinaus soll der Nutzer künftig seine Route noch besser nach seinen persönlichen Vorlieben gestalten und zum Beispiel längere, dafür attraktivere Routen auswählen können.

Wie wichtig die neuen Algorithmen für die Industrie sind, zeigt eine aktuelle Auszeichnung. Gemeinsam mit Professorin Hannah Bast von der Universität Freiburg erhalten die Karlsruher Forscher für ihr Projekt "Next-Generation Route Planning" den mit einer Million US-Dollar dotierten Google Focused Research Award.

 

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