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Bericht: Oldtimer frühlingsfit machen

Bericht: Oldtimer frühlingsfit machen

Gepflegt in die neue Saison

09.04.2015

Wenn die Straßen trocken sind und die Sonne schon wieder wärmt, juckt es so manchem Oldtimer-Besitzer in den Fingern, sein Schätzchen endlich aus dem Winterschlaf zu holen. Doch auch wenn die Vorstellung, bei schönstem Wetter gleich loszudüsen, sehr verlockend ist, sollte man vorher ein bisschen Zeit investieren, um den Klassiker schonend auszumotten.

Die Technik in Schwung bringen

Wer den Oldie fachgerecht ins Winterlager gebracht hat, der nimmt nun die Batterie vom Erhaltungsgerät und baut sie wieder ins Auto ein. Ist der Stromspender im Auto verblieben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er vor dem Start (mehrere Stunden) geladen werden muss, alternativ muss der Klassiker mit einem Fremdstartkabel reanimiert werden. Dann für den nächsten Herbst gleich die Anschaffung eines Erhaltungsgeräts notieren – das ist auf Dauer besser für die Batterie.

Ist die Elektrik aktiv, empfiehlt es sich, sämtliche Funktionen zu überprüfen. Hat sich während des Winterschlafs etwas Korrosion beispielsweise an Steckverbindungen oder Sicherungen gebildet, kann das für einen Blackout sorgen. Unter der geöffneten Motorhaube sollte man zudem noch den Stand von Öl und Kühlflüssigkeit kontrollieren und gegebenenfalls nachfüllen. Flecken auf dem Garagenboden können auf ein Dichtigkeitsproblem hinweisen.

Bei gesunder Technik sollte der Motor nach wenigen Startversuchen anspringen. Weiterorgeln kann bei Katalysator-Fahrzeugen den Kat schädigen. Auch wenn es schön ist, wenn das Schätzchen wieder läuft, sollte man auf den ersten Kilometern vorsichtig fahren. Zum einen natürlich, um den Motor zu schonen. Zum anderen, weil sich an den Bremsen Flugrost gebildet haben kann, der die Bremswirkung beeinträchtigt. Nach ein paar Bremsungen sollte er sich abgeschliffen haben.

Hat man im Herbst den Reifendruck erhöht, um Standschäden zu vermeiden, reduziert man den Luftdruck nun wieder auf die Normwerte. Aber auch wer am Druck nichts verändert hat, sollte eine Tankstelle zur Überprüfung anfahren – nach mehreren Monaten im Stand kann der Luftdruck reduziert sein (Reserverad nicht vergessen).

Auch das Beauty-Programm darf nicht fehlen

Ein umfassendes Pflegeprogramm gehört für Liebhaberfahrzeuge dazu, um frühlingsfit zu werden. Das Fahrzeug per Hand zu waschen ist in Deutschland nicht generell verboten (ordnungswidrig ist „unerlaubte  Fahrzeugwäsche auf unbefestigtem Grund“), unterliegt aber gewissen Voraussetzungen. Am Einfachsten ist deshalb, den Oldie in einer SB-Waschbox zu reinigen. Hier steht ein Hochdruckstrahler bereit, mit dem man allerdings auf historischem Lack, alten Dichtungen und beanspruchtem Verdeck sehr vorsichtig hantieren sollte.

Zur Pflege gibt es im Handel spezielle Auto-Shampoos. Von Spülmittel, Scheiben- oder Haushaltsreiniger raten Profis ab, da sie entfettend wirken und damit nicht für die sensible Lackoberfläche in Frage kommen. Nach der Wäsche erhalten Lack und Chromteile mit entsprechender Politur neuen Glanz. Idealerweise folgt dann eine Schicht Wachs, die die Karosserie schützt.

Auch der Innenraum sollte gründlich gereinigt und gepflegt werden. Kunststoffoberflächen beispielsweise erhalten mit Cockpit-Spray wieder einen tiefschwarzen Glanz, auch für Holzoberflächen oder Ledersitze gibt es spezielle Mittel. Gummidichtungen reibt man mit einem Pflegestift ein, damit sie geschmeidig bleiben. Hat der Oldtimer ein Verdeck, sollte der Mechanismus geprüft werden, gegebenenfalls müssen die Gelenke geschmiert werden. Schlösser und Türscharniere freuen sich über ein bisschen Öl. (as/sp-x)

 
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