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Galerie: Bericht Papa-Mobil von Mercedes-Benz

Bericht: Papa-Mobil von Mercedes-Benz

Pick-up für den Pontifex

20.12.2012

Der technische Fortschritt macht auch vor den Toren des Vatikans nicht Halt. Weil Mercedes-Benz seine M-Klasse seit einiger Zeit in dritter Generation baut, erhält nun auch Papst Benedikt XVI. von den Stuttgartern das Modell-Update: Eine zum Pick-up umgebaute M-Klasse mit klassischem Glaskasten, in dem sich der Heilige Vater winkend den Massen präsentieren kann.

Der transparente Aufbau wurde im Vergleich zum bisherigen Papa-Mobil auf M-Klasse-Basis deutlich verlängert, so dass der Papst zum einen leichter Einsteigen kann, zum anderen einen besseren Blick auf die Gläubigen genießt. Die Standhöhe im Innenraum soll ebenfalls zugelegt haben. Damit das diamantweiß lackierte Auto für Auslandsreisen für den Flugzeugtransport passt, wurde die Gesamthöhe leicht reduziert.

Welcher Motor zum Einsatz kommt, sagt Daimler nicht. Normalkunden können den Allradler mit Vier- bis Achtzylindermotoren bestellen, die bis zu  525 PS stark sind. Einen speziell entwickelten Hybridantrieb, über den im Vorfeld spekuliert wurde, gibt es auf jeden Fall nicht.

Schutz gegen Anschläge

Für den Papst wird die Umstellung nicht zu groß sein, ließ er sich doch bisher bereits in einer M-Klasse der alten Generation chauffieren. Populär gemacht hat die fahrenden Hochsicherheits-Vitrinen einst sein Vorgänger Johannes Paul II. Anders als seine Amtsvorgänger legte der Pole hohen Wert auf die Nähe zu den Gläubigen. Da er als Stellvertreter Gottes auf Erden in einem normalen Cabriolet ein leichtes Anschlagsziel bieten würde und er in einer Panzer-Limousine kaum zu erkennen gewesen wäre, ertüftelte Mercedes ein entsprechendes Spezialfahrzeug.

Basis des ersten richtigen Papa-Mobils war der Geländewagen Mercedes G, der nach dem Papst-Anschlag von 1981 zum Standard-Fahrzeug für öffentliche Auftritte wurde. Der Allradler bekam ein spezielles Getriebe verpasst, dass eine konstante Fahrt bei niedrigem Tempo ermöglicht. Hinter dem Fahrer montierte man einen erhöhten Sitz, der von einer Panzerglas-Kuppel umschlossen war. Perlmuttfarbener Lack sollte für schlichte Eleganz sorgen. Lange Jahre war der Spezial-Mercedes bei jedem Auslandsaufenthalt des Heiligen Vaters dabei. Mittlerweile hat die G-Klasse als Basis ausgedient.

Päpste fahren nicht nur Benz

Auch andere Hersteller bauten in der Folge Papa-Mobile, um dem Papst bei Staatsbesuchen selbst ein angemessenes Fahrzeug zur Verfügung stellen zu können. Rund 60 verschiedene Modelle soll es weltweit geben. Zu den bekanntesten zählen diejenigen auf Basis des Range Rover oder des VW Amarok. Doch der Papst fuhr auch schon Ferrari (allerdings ohne Glaskäfig) oder Cadillac DeVille (mit Thron anstelle der Rückbank). Fast schon skurril mutet das Papa-Mobil auf Basis des Seat Panda an; der Kleinwagen musste bei einem Spanien-Besuch in den 1980er Jahren extra umgerüstet werden, weil die Mercedes G-Klasse nicht durch die schmalen Gassen der Altstadt von Barcelona passte. Das Kennzeichen war jedoch in der Regel immer dasselbe: SCV 1. Die Buchstaben stehen dabei für „Status Civitatis Vaticanae“ (Vatikanstaat), die „1“ für das Staatsoberhaupt.

Neben den klassischen Glaskasten-Mobilen lässt sich der Papst auch in anderen Autos chauffieren. Für die Audienzen auf dem Petersplatz etwa kommt häufig der Geländewagen Fiat Campagnola zu Einsatz, für Fahrten innerhalb der Vatikanstadt ein Lancia Thesis Jubileo, den bereits Johannes Paul II. nutzte. Die privaten Auto-Vorlieben von Benedikt XVI. sind ebenfalls bekannt: Als er noch Joseph Ratzinger hieß und den Posten eines Kardinals innehatte, fuhr der aktuelle Petrus-Nachfolger einen vergleichsweise profanen VW Golf IV. (sp-x/mh)

 
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