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Galerie: Bericht Porsche Cajun

Bericht: Porsche Cajun

Leipziger Volks-Porsche

19.10.2011

Die einst kleine Sportwagenwagen-Schmiede Porsche wandelt sich zusehends zum Vollsortimenter. Cayenne, Cayman oder Panamera waren noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbare Expansions-Szenarien, die heute für eine gediegene Vielfalt um die jüngst aufgefrischte Dauer-Ikone 911 sorgen. Mit dem Cajun steht schon die nächste Modellerweiterung in den Startblöcken.

Im Frühjahr 2011 hat Porsche ganz offiziell bestätigt, ein weiteres SUV-Modell unterhalb vom Cayenne voraussichtlich Ende 2013 in den Markt bringen zu wollen. Gefertigt werden soll der kompakte Allradler im Leipziger Porsche-Werk, wo bereits Cayenne und Panamera vom Band laufen. 500 Millionen Euro sollen in die zusätzlichen Fertigungsanlagen investiert werden, mindestens 1.000 Arbeitsplätze will man für die Cajun-Produktion neu schaffen. Für die Region, die sich wohl mit Wirtschaftförderungsmitteln finanziell an dem Ausbau beteiligen wird, sicherlich ein Segen.

Auch für die Porsche AG und dem mit ihr wirtschaftlich eng verwobenen VW-Konzern dürfte sich dieses Projekt auszahlen. Allgemein zeichnet sich ab, dass im SUV-Markt in den nächsten Jahren vor allem kompaktere Modelle gefragt sind. So hat zum Beispiel Land Rover mit der Einführung des Evoque auf diesen Trend bereits geschickt reagiert. Auch bei einer Kultmarke wie Porsche wird ein knackig-sportlicher und emotionaler Kompakt-Allradler für deutlichen Wachstumsimpuls sorgen. Vor allem für jüngere Autokäufer könnte damit die Marke interessanter werden.

Schöne Synergien

Galerie: Bericht Porsche CajunUnd dies wäre auch aus Sicht des VW-Konzerns begrüßenswert, denn die technische Basis für den Cajun ist ja bereits bei Audi vorhanden. In diesem Fall wird nämlich der besonders erfolgreiche Q5 für den Cajun herhalten und lediglich einen Porsche-eigenen Engineering-Stempel bekommen. Entsprechend muss die sechste Baureihe der Zuffenhausener nicht wie noch der Panamera von Grund auf neu entwickelt werden. Und bei Audi reichen die Produktions-Kapazitäten ohnehin kaum aus, die Nachfrage nach dem Q5 zu befriedigen. Insofern ist eine weitere Produktionsstätte unter Porsche-Regie den allgemeinen Wachstumsplänen des VW-Konzerns gewiss zuträglich.

Dem Cajun selbst wird man allerdings seine Audi-Gene kaum ansehen. Porsche wird es sich nicht nehmen lassen, dem Fahrzeug eine markante und eigenständige Außenoptik zu verpassen. In einigen Presseberichten ist sogar die Rede von einer dreitürigen Version, die mit deutlich coupéhafteren Zügen besonders emotional daher kommen dürfte. Parallel wird Porsche den Cajun aber gewiss auch als praktischen Fünftürer anbieten.

Starke und sparsame Motoren

Ein weiterer wichtiger Entwicklungs-Schwerpunkt dürfte eine dynamischere Auslegung der Q5-Basis sein. Fahrwerks-Setup, Bremsen und die Antriebe müssen besonders hohen Ansprüchen an Agilität gerecht werden, um hier auch fahrtechnisch ein gewisses Porsche-Feeling zu erzeugen. Entsprechend dürfte das Leistungsspektrum der Motoren zwischen 200 und 350 PS liegen.

Effizienz wird beim Cajun ebenfalls eine Rolle spielen: Neben Dieselmotoren (vielleicht sogar erstmalig ein Vier-Zylinder) wird es den Cajun gewiss auch mit Hybridantrieb geben. Einen solchen hat zumindest Audi jüngst mit dem Q5 Hybrid eingeführt.

Teurer als Q5 und doch der billigste Porsche überhaupt

Auch der Innenraum wird sicherlich ganz nach Porsche-Art durchgestylt. Neben gehobenem Premium-Flair wird sich das Interieur noch durch ein sehr sportliches Ambiente auszeichnen. Charakteristische Elemente wie die von Cayenne und Panamera her bekannte aufsteigende Mittelkonsole wird man wohl auch im Cajun wiederfinden. Und das Zündschloß wird sich natürlich links vom Lenkrad befinden.

Nicht nur optisch und dynamisch wird sich der Cajun vom Technik-Bruder Q5 absetzen, auch preislich ist ein höheres Niveau zu erwarten. Auf den derzeit mindestens 37.000 Euro teuren Q5 wird man einen mindestens 10prozentigen Aufschlag für die Porsche-Adaption am Markt durchsetzen können. Damit wäre der Cajun aber immer noch der mit Abstand günstigste Porsche überhaupt. (mh)

 
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