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Der TÜV hat soeben seinen alljährlichen Mängelreport in der neuesten Auflage veröffentlicht. Die spannende Frage lautet auch in diesem Jahr: Welche Autos sind Mängelriesen und welche Mängelzwerge? Von Autokäufern wird das TÜV-Ranking als, allerdings nur bedingt aussagekräftige, Entscheidungshilfe beim Gebrauchtwagenkauf gerne genutzt.
Doch zunächst zu den allgemeinen Trends, die sich bei den 7,8 Millionen TÜV-Untersuchungen zwischen Juli 2010 und Juni 2011 zeigten: Demnach hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum der technische Zustand der Fahrzeuge auf deutschen Straßen leicht verschlechtert. Wie aus dem neuen TÜV-Report hervorgeht, wurden bei jedem fünften der untersuchten Fahrzeuge "erhebliche Mängel" festgestellt und ihnen anschließend die Plakette verweigert. Eine Mängelquote von 19,7 Prozent bedeutet ein Plus von 0,2 Prozent und den höchsten Wert seit 1997.
Dafür sank die Quote mit "leichten Mängeln" von 28,2 auf 26,3 Prozent und mit 53,9 Prozent (2011: 52,2%) war etwas mehr als die Hälfte aller Autos mängelfrei. Bereits bei den untersuchten dreijährigen Pkw lag die Mängelquote bei 5,9 Prozent (Vorjahr: 5,5 Prozent). Unter den fünfjährigen Autos fielen 10,3 Prozent der Fahrzeuge durch die Prüfung (Vorjahr: 10,4 Prozent).
Der Zahn der Zeit
Je älter die Autos werden, desto häufiger fallen sie bei der Hauptuntersuchung durch. Siebenjährige Pkw haben eine Mängelquote von 17,5 Prozent (Vorjahr: 16,7 Prozent), Neunjährige 22,2 Prozent (Vorjahr: 21,4 Prozent) und elfjährige Fahrzeuge kommen auf 26,8 Prozent (Vorjahr: 26 Prozent).
Am häufigsten traten Probleme an der Beleuchtung auf. Vor allem ältere Autos zeigten Probleme an der Vorder- und Hinterachse, Bremsen, Lenkung und Auspuffanlage.
Die Tops und Flops
Doch kommen wir zu den Flops und Tops des TÜV-Rankings: Das Auto mit den geringsten Beanstandungen in der Altersklasse "2- 3 Jahre" ist der Toyota Prius. Seine Quote erheblicher Mängel lag bei lediglich 1,9 Prozent. Dahinter liegen Toyota Auris (2,6 Prozent) und Mazda 2 (2,6 Prozent). Porsche Boxster/Cayman und VW Golf Plus schneiden mit jeweils 2,8 Prozent ebenfalls gut ab. Mängelriese ist der Dacia Logan, der in 12,5 Prozent der Untersuchungen erhebliche Mängel aufgewiesen hat.
In der Klasse "4- 5 Jahre" fuhr der VW Phaeton auf das Podest mit bescheidenen 2,4 Prozent. Dahinter liegt wiederum der Toyota Prius mit 3,3 Prozent. Schlusslicht ist hier ebenfalls ein Fahrzeug aus dem Renault-Konzern: Der Renault Espace kommt auf stolze 22,9 Prozent.
Mängelzwerg Elfer
In der Altersklasse "6- 7 Jahre" fährt Porsches 911 der Konkurrenz davon. Seine Quote liegt bei 5,5 Prozent. Auch hier erreicht Toyota wieder einen zweite Platz: Der Corolla Verso steht mit 7,1 Prozent ebenfalls recht gut da. Schlusslicht ist der Fiat Stilo, dessen Mängelquote der TÜV mit 31,8 Prozent angibt.
In der Altersklasse "8– 9 Jahre" ist wieder der Porsche 911 ganz vorne. Hier liegt die Quote bei 6,9 Prozent. Ebenfalls gut abgeschnitten hat ein weiteres Toyota-Modell: Der RAV4 empfiehlt sich mit einer Quote von glatt zehn Prozent als ein selbst im hohen Alter noch zuverlässiges Auto. Das Gegenteil davon ist der Seat Alhambra mit 34,1 Prozent.
In der letzten Altersklasse (10– 11 Jahre) liegt zum wiederholten Mal der Elfer vorne, dessen Quote erheblicher Mängel der TÜV mit 9,5 Prozent angibt. Knapp dahinter rangiert auch in diesem Fall ein Toyota RAV4 mit wiederum glatt zehn Prozent. Mängelriese in dieser Gruppe ist ein Autozwerg: der Ford Ka mit 38,9 Prozent.
Eine detailliertere Tabellenübersichten zum TÜV-Report 2012 finden Sie in folgendem PDF.
Bedingt aussagekräftig
Als generelle Bestätigung für Zuverlässigkeit und Qualitätstiefe von Automodellen kann der TÜV-Mängelreport übrigens nur bedingt herhalten. So könnte das herausragend gute Abschneiden einiger Porsche-Baureihen möglicherweise am hohen Wartungs- und Pflegeaufwand liegen, der von Besitzern dieser Fahrzeuge betrieben wird. Der durch die geringen TÜV-Mängel entstehende Eindruck hoher Zuverlässigkeit könnte insofern ein statistisches Artefakt sein.
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16.05.2012
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16.05.2012
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