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Galerie: Bericht Volvo – fit für die Zukunft

Bericht: Volvo – fit für die Zukunft

China-Übernahme naht

04.02.2010

Nicht immer sind es abgewirtschaftete Old-Economy-Unternehmen, die von Chinesen günstig aufgekauft werden. Mit dem schwedischen Autohersteller Volvo steht vielmehr eine durchaus gut aufgestellte und weiter expandierende Premium-Marke kurz vor der Übernahme durch den chinesischen Mischkonzern Geely. Bei Volvo erwartet man den anstehenden Deal mit Gelassenheit und blickt zuversichtlich in eine zunächst noch von Ford bestimmte Zukunft.

2008, also kurz vor Beginn der Weltwirtschaftskrise, steckte Volvo in tiefroten Zahlen. Aus diesen ist man auch 2009 noch nicht heraus, doch soll der Verlust trotz allgemeiner Krise weitaus geringer ausfallen als noch in den Jahren zuvor. Mit einem optimierten Portfolio erwartet man bei Volvo trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen für 2010 sogar die Wende, will Gewinne einfahren und bei den Absatzzahlen zulegen.

Ein wichtiger Eckpfeiler für wachsenden Absatz dürfte die Einführung des völlig neuen S60 werden. Zunächst wird auf dem Genfer Auto Salon im März 2010 die elegant-sportliche Limousine Premiere feiern und im Sommer in den Handel kommen. Nur kurze Zeit später folgt dann die Kombiversion V60, die auf dem Pariser Auto Salon 2010 erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert wird.

Erfolgreiche SUV-Expansion

Ein weiterer Garant für gute Absatzzahlen dürfte der erst Ende 2008 eingeführte XC60  sein. Weiterhin erfreuen sich SUVs großer Beliebtheit, doch sind derzeit in diesem Segment kleinere Modelle wie der XC60 gefragt. Volvo war über die gute Resonanz auf dem deutschen Markt überrascht. Schnittige Optik, Premium-Flair, hohe Sicherheit und gute Fahreigenschaften bei einem vergleichsweise günstigen Preis sind die Eckpfeiler für diesen Erfolg. Zudem bietet das kleine XC-Modell einen Allradantrieb, der vor allem dieser Tage bei Schnee und Eis deutliche Vorteile bietet. Und wer möchte, kann neuerdings den XC60 auch mit reinem Frontantrieb und/oder sportlichem R-Paket ordern.

Galerie: Bericht Volvo – fit für die ZukunftIn gewisser Weise tritt der XC60 in die Fußstapfen des XC90, der 2005 sogar absoluter Bestseller von Volvo weltweit war. Vom nunmehr über sieben Jahre alten und nur noch wenig gefragten Allradler hätte eigentlich schon 2010 eine Neuauflage folgen sollen. Diese ist zunächst verschoben und dürfte wohl nicht vor 2012 anstehen. Groß und durstig – derzeit sind diese Eigenschaften bei Autokunden wenig gefragt und hat ein Modell wie der XC90 somit keine Priorität.

Die Spar-Division

Erfolgreicher ist Volvo derzeit mit seinen DRIVe-Modellen. Hierbei handelt es sich um verbrauchsgünstige Varianten, die dank kleinerer Motoren und zusätzlicher Effizienz-Maßnahmen mit zeitgemäßem Spritverbrauch vorfahren. So konsumiert der frisch optimierte Volvo V70 DRIVe nur noch 4,5 Liter, ein C30 DRIVe Start-Stopp sogar nur 3,8 Liter.

Vovlo Ice Camp

Apropos C30. Das Kompaktmodell wurde zusammen mit dem Cabriolet C70 optisch üällen wurden in Deutschland die Preise attraktiver. Der C30 kostet in der Einstiegsversion zwar unverändert 19.900 Euro, bieüber der Vor-Facelift-Version aber über 1.300 Euro Preisvorteil. Beim C70 wurde der Preis sogar faktisch gesenkt. Hier kostet die Basisversion statt über 35.000 nunmehr rund 33.000 Euro.üübrigens von Noch-Eigentümer Ford.

Hinsichtlich neuer Antriebe gibt es sogar noch spannendere Projekte bei Volvo: Bereits recht konkret sind die Pläne für einen Plug-in-Hybrid, der 2012 mit einer Kombination aus dem bekannten D5-Diesel und einem Elektromotor an der Hinterachse sowohl schnell auf der Autobahn oder emissionsfrei in der Stadt unterwegs sein kann. Allerdings dürfte der Aufpreis für den zusätzlichen Elektroantrieb recht üppig ausfallen und zumindest beim Anschaffungspreis das künftige Modell keine Sparalternative sein.

Zunächst unbezahlbar und mit reinem Elektronantrieb ist der Volvo C30 BEV. Dabei handelt es sich um einen rein elektrisch angetriebenen C30 mit großen und starken Akkus, von dem bis 2011 zunächst 50 Fahrzeuge entstehen sollen. Dieser kleine Fahrzeugpool wird allerdings als reine Versuchsflotte betrieben. Über die Markteinführung eines möglichen Serienmodells mit rein elektrischem Antrieb mag man derzeit bei Volvo noch nicht spekulieren.

Der Aufsteiger Geely

Während bei Volvo die Schritte in eine rein elektrische Mobilität noch sehr vage sind, ist die künftige Konzernmutter Geely hier bereits wesentlich weiter. Die Chinesen verkaufen schon seit Jahren Akkuautos, die sogar bezahlbar sind. Erst seit etwas über zehn Jahren ist Geely auch Autohersteller und hat seither einen beispiellosen Aufstieg hinter sich. Der Expansionshunger der Chinesen ist enorm.

Geelys Aufstieg zum Weltkonzern wird der Kauf von Volvo endgültig zementieren. Bis zum Frühsommer 2010 soll der Deal von Ford vollständig vollzogen sein. Was dies für die langfristige Zukunft von Volvo bedeutet, ist derzeit allerdings noch ungewiss. Ein recht kurzfristiges Ziel dürfte die Expansion der Marke Volvo in China sein. Geely wird in China mit Sicherheit Volvo-Modelle besonders günstig produzieren und entsprechend günstig in China anbieten können. Bislang ist Volvo in China vor allem auch aufgrund hoher Preise ein Nischenanbieter.

Doch was sich in Volvos Modellpolitik unter Geely-Regie in Europa ändern wird, vermag noch keiner vorhersagen. Das Erbe von Ford wird noch auf Jahre Volvos Zukunft und Modellpalette bestimmen, so viel ist sicher. Und bei Volvo ist man zuversichtlich, das auch über die Zeit von Ford hinaus langfristig die Kernwerte der schwedischen Marke unter Geely-Regie erhalten bleiben.

 
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