Schönes Wetter, offenes Dach - das Cabriofeeling in unserem Special.
Statt Salami-Taktik gibt es bei Ferrari gleich die ganze Wurst: Während sonst Autoneuheiten gerne in fortlaufenden Appetitanreger-Orgien serviert werden, überraschen die Italiener sozusagen ansatzlos den Höhepunkt: Hier, zack! California – unsere komplett neue Baureihe.
Dabei kursierten schon seit vielen Jahren Gerüchte über eine neue Baureihe von Ferrari. Statt California machten allerdings Namen wie Dino oder F149 die Runde. Und auch bei den angedachten Design-Entwürfen ging wohl manchem Erlkönig-Zeichner mit dem Pferd sogleich die Fantasie ein wenig durch.
Bei Pininfarina ging man hingegen feinfühliger vor. Obwohl sich im knackigen Frischluft-Athleten verschiedene Designelemente von 430, 599 und 612 finden, ist der Roadster ein eigenständiger und vor allem stimmiger Ferrari. Die Flunder hat Stil.
Neu angedacht
Obwohl der Renner ganz in der Tradition der Marke Ferrari daher kommt, steht der California zugleich für radikale Neuerungen. Das ist allerdings nicht der Frontmotor, sondern vielmehr der Grund für dieses Antriebs-Layout: Die Dachkonstruktion des Roadsters ist schließlich ein faltbares Hardtop, das sich per Knopfdruck in nur 14 Sekunden hinter den Sitzen verstaut. Ist das Dach geschlossen, passen in das Gepäckabteil stolze 360 Liter, im offenen Zustand verringert sich dieses Volumen um 100 Liter.
Wie es sich für einen Maranello-Macho gehört, wird der California höchsten dynamischen Ansprüchen gerecht werden. So bestehen Chassis als auch Karosserie zu großen Teilen aus Aluminium – für den 4,3-Liter-V8-Motor leichtes Spiel. Der Benzindirekteinspritzer (auch ein Ferrari-Novum) soll 460 PS mobilisieren und mit einem lustbetonten Drehmomentverlauf begeistern. Der Standardsprint dauert laut Hersteller keine vier Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt wohl jenseits der 300 km/h.
Neu getrieben
Die standesgemäßen Fahrleistungen werden durch ein völlig neues Siebengang- Doppelkupplungsgetriebe komplettiert. Das Getriebe soll zudem für mehr Komfort und Effizienz sorgen. 310 Gramm Kohlendioxid lautet die offizielle Emissionsangabe, das entspricht rund 13 Litern Sprit auf 100 km. Angesichts der gebotenen Leistung ein ordentlicher Wert.
Trotz der notwendigen sportlichen Abstimmung des Fahrwerks soll sich die neue Mehrlenker-Hinterachse durch deutlich spürbaren Federungskomfort auszeichnen. Darüber hinaus wird die vom 599 bekannte Traktionskontrolle F1-Trac sanft und ohne Bremseingriffe die Haftungsgrenze der Reifen relativieren. Die serienmäßigen Brembo-Stopper aus Karbon-Keramik versprechen fadingfreie Verzögerung.
Neu gestaltet
Wie es sich gehört, verspricht der Hersteller für den Innenraum ein besonders edles Sportwagen-Ambiente. Dabei kündigt Ferrari außerdem neue Accessoires und Extras an, wenn auch etwas vage. Ob Sitze, Lenkrad, Instrumententräger oder Infotainment-System – hier will uns Ferrari noch überraschen. Zwischen Vordersitzen und Kofferraum bietet der California übrigens noch einen kleinen Freiraum. Deshalb bezeichnet Ferrari das Fahrzeug auch als 2+-Sitzer. Über die vielseitige Nutzbarkeit des Mini-Fonds wird ebenfalls erst zu einem späteren Zeitpunkt informiert. Hier kommt dann doch die Salamitaktik hervor, denn die allerletzten Details werden erst in den kommenden Monaten enthüllt.
Offiziell wird der California Anfang Oktober 2008 auf dem Pariser Autosalon einer breiten Öffentlichkeit gezeigt, dort soll der Neuling seine offizielle Weltpremiere feiern. Der Marktstart wird wohl kurz danach folgen, der Kaufpreis wird bei rund 170.000 Euro liegen. (mh)
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