Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test 7er BMW

Erster Test: 7er BMW

Luxus ohne Grenzen

03.09.2015

Der neue 7er BMW, das Flaggschiff der Bayern, bereichert ab Oktober 2015 die Straßen. Von außen hat sich bei der sechsten Generation im Vergleich zu ihrem Vorgänger nicht viel verändert – böse Zungen würden behaupten, es sei ein nur ein Facelift. Ganz im Gegenteil zum Innenraum: Hier haben die Dingolfinger alles gegeben. Billiges Plastik-Chichi wird man hier nicht finden. Luxus steht bei BMW an oberster Stelle. Erst recht im Fond.

Zu Beginn unserer Testfahrt haben wir es klein angehen lassen und entschieden uns für den 730d. Dessen Reihen-Sechszylinder-Turbodiesel entwickelt 265 PS und ein sattes Drehmoment von 620 Nm, das bei 2.000 bis 2.500 Umdrehungen ordentlich zulangt. Wohlplatziert, fast majestätisch thronen wir auf dem Fahrersitz. Das Auto gleitet dahin und trägt uns wie eine Sänfte durch die Straßen von Portugal. Für maximales Wohlfühlen werden wir vom Sitz sanft massiert. Ein leichtes Auf - und Abbewegen der Sitzfläche simuliert eine Laufbewegung; das lässt den Fahrer nicht einschlafen, falls er mal von einem anstrengenden Tag auf dem Nachhauseweg müde wird, denn im Gehen, so die BMW-Philosophie, ist ein Einschlafen nicht möglich.

Galerie: Erster Test 7er BMWAber einschlafen dürfte auch wohl kaum möglich sein. Wie ein Kind vor Weihnachten, aufgeregt und verzaubert von dieser Perfektion, manövrieren wir das Luxusschiff durch die Kurven. Das Fahrwerk befolgt anstandslos alle ihm gestellten Anforderungen, gibt eine gute Rückmeldung über Fahrbahnbeschaffenheit und dämpft Straßenunebenheiten perfekt aus. Wer die härtere Gangart bevorzugt, für den halten die Bayern selbstverständlich den Sport-Modus bereit. Nicht im Sportdress, dafür aber im Maßanzug präsentiert sich das Interieur: Alles im Innenraum wirkt luxuriös und hochwertig verarbeitet. Die zahlreichen, verschiedenen Materialien wie Chrom, Aluminium, Edelholz und Leder ergeben einen harmonischen Akkord, ohne überladen zu wirken.

Ich bin heute Ihr Fahrer

Schritt für Schritt nähern wir uns auf unserer Testfahrt dem autonomen Fahren. Auf der Autobahn den Tempomaten gesetzt, das Lenkrad leicht gegriffen und das Fahrzeug führt uns sanft durch die Kurven, weil es sanft mitlenkt. Hier hängt BMW andere Hersteller um Längen ab. Wo wir bei vielen Spurhalteassistenz-Systemen das Gefühl von einem Gegeneinanderarbeiten zwischen Fahrer und Fahrzeug verspüren, schaffen es die Bayern den Assistenten so zu programmieren, dass wir unterbewusst nicht einmal mitbekommen, dass wir größtenteils gefahren werden.

Galerie: Erster Test 7er BMWEin weiteres Highlight in Sachen Automatisierung ist der neue BMW Display-Schlüssel. Wer kennt das nicht: Da hat man sein Auto auf dem Parkplatz abgestellt und muss sich nach dem Wiederkehren, ob eines eng daneben geparkten Wagens, durch einen engen Türspalt quetschen. Dank des Schlüssels soll das der Vergangenheit angehören: Mit ihm lässt sich das Auto jetzt automatisch aus der Parklücke herausfahren – und auch wieder hineinfahren. Alles was man hierzu tun muss ist, vor die Lücke fahren, aussteigen und mittels Befehl am Schlüssel dem Fahrzeug die Anweisung geben, einzuparken. Kleine Hindernisse umfährt das Auto ebenfalls von ganz alleine.  

Wisch und weg

Fortan lässt die Multimedia-Steuerung keine Wünsche mehr übrig. Neben der BMW-üblichen iDrive-Steuerung und der Sprachsteuerung, halten Touchsteuerung am Display, sowie die neu entwickelte Gestensteuerung im Luxus-Bayern Einzug. So kann man beispielsweise mit dem kreisenden Finger die Lautstärke regeln, mit zwei Fingern zum nächsten Musiktitel vorspringen oder mit einer abfälligen Handbewegung zur rechten Seite wischend den eingehenden Anruf vom Chef einfach ablehnen – gut, dass dieser es nicht sehen kann. Annehmen kann man das Gespräch übrigens mit der umgekehrten Handbewegung.

Vorne König - hinten Kaiser

Galerie: Erster Test 7er BMWAls uns der Schlüssel zum BMW 750Li xDrive, dem derzeitigen Topmodell mit 450 PS starken V8-Benzinmotor ausgehändigt wird, entscheiden wir uns, vorerst im Fondbereich Platz zu nehmen. Ein Knopfdruck genügt, und der Beifahrersitz fährt nach vorne, die Kopfstütze klappt nach unten und die Fußablage fährt heraus. So können wir die Beine hochlegen und von der hinteren Reihe aus den Verkehr komplett überblicken. Auf dem Monitor vor uns, der mittels Tablets in der Mittelkonsole gesteuert wird, haben wir die Möglichkeit, Informationen über die im Navigationssystem eingegebene Route zu erhalten, Fernsehen oder Filme zu schauen oder allgemeine Infos zum Fahrzeug abzurufen.

Der ausgewogene Klang aus den 16 verbauten Bowers-&-Wilkins-Lautsprechern trägt ebenfalls zum Entspannen bei. Kein Nachbrummen bei viel Bass und Quietschen bei Höhen. Ein besseres Klangerlebnis dürfte im einem Auto wohl kaum zu erreichen sein.

Einziges Manko bei dieser komfortablen Art zu Reisen: bei vorgeklapptem Beifahrersitz ist der Blick in den rechten Außenspiegel für den Fahrer fast unmöglich. Zum Glück aber gibt es ja Tot-Winkel-Warner, die ihn vor einem übersehenen Hindernis warnen. So kann sich der Lenker voll und ganz auf das Geradeausfahren konzentrieren – was ohnehin die Stärke des 7er BMWs ist. Schließlich adeln ihn die 3,21 Meter Radstand zum perfekten Langstreckengleiter. Hier bewahrheitet sich die alte Wahrheit: Länge läuft.

Galerie: Erster Test 7er BMWAllerdings läuft bei dem Achtzylinder auch ordentlich Sprit durch die Benzinleitungen: 8,3 Liter gibt BMW an, in der Praxis wird der Konsum aber zweistellig sein. Ganz anders beim Diesel. Der 730d ist mit nur 4,9 Liter angegeben und lässt sich auch im Alltag mit rund sechs Litern bewegen, ohne zum Verkehrshindernis zu werden. Für eine Fünf-Meter-Luxuslimousine ist das mehr als respektabel. Noch sparsamer wird nur der Plug-in-Hybrid sein, den BMW für 2016 angekündigt hat. Ob es auch wieder einen Zwölfzylinder gibt, ist dagegen noch nicht bestätigt.

  • Technische Daten

Luxuslimousine; Länge: 5,10 oder 5,24 Meter, Breite: 1,90 Meter (inkl. Außenspiegel 2,17 Meter), Höhe: 1,48 Meter, Radstand: 3,07 oder 3,21 Meter, Kofferraumvolumen: 515 Liter.

BMW 730d (BMW 730Ld):

Reihensechszylinder-Dieselmotor mit BMW TwinPower Turbo Technologie (Turbolader mit variabler Einlassgeometrie, Common-Rail-Direkteinspritzung), Hubraum: 2 993 cm3, Leistung: 195 kW/265 PS bei 4 000 min-1, max. Drehmoment: 620 Nm bei

2 000 – 2 500 min-1, Beschleunigung [0 – 100 km/h]: 6,1 Sekunden (6,2 Sekunden), Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h,

Durchschnittsverbrauch*: 4,9 – 4,5 Liter (5,0 – 4,6 Liter)/100 Kilometer, CO2-Emissionen*: 129 – 119 g/km (132 – 122 g/km), Abgasnorm: EU6.

Preis: ab 81.900 Euro

BMW 750Li xDrive (BMW 750Li xDrive):

V8-Benzinmotor mit BMW TwinPower Turbo Technologie (zwei Twin-Scroll-Turbolader, Direkteinspritzung,)

Hubraum: 4 395 cm3, Leistung: 330 kW/450 PS bei 5 500 – 6 000 min-1, max. Drehmoment: 650 Nm bei 1 800 – 4 500 min-1,

Beschleunigung [0 – 100 km/h]: 4,4 Sekunden (4,5 Sekunden), Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h,

Durchschnittsverbrauch*: 8,3 – 8,1 Liter (8,5 – 8,3 Liter)/100 Kilometer, CO2-Emissionen*: 194 – 189 g/km (197 – 192 g/km), Abgasnorm: EU6.

Preis: 107.500 Euro

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

An dieser Stelle wäre eigentlich die Möglichkeit für Kritik. Doch hat BMW mit seinem neuen 7er wieder ein Auto par excellence auf vier Räder gestellt, bei dem wir nichts zu beanstanden finden. Die Kampfansage versteht sich von selbst – die Mercedes S-Klasse hat einen ernstzunehmenden Konkurrenten bekommen. Vor allem der äußerst geringe Verbrauch des Diesels dürfte es den Wettbewerbern schwer machen, mitzuhalten.
 
 

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.