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Galerie: Erster Test Alfa 159 Sportwagon

Erster Test: Alfa 159 Sportwagon

Spieglein, Spieglein...

29.03.2006

Peinlich, peinlich. Regelmäßig ertappt man sich dabei, bei der Vorbeifahrt an verglasten Häuserfronten das eigene Spiegelbild zu betrachten. Aber es fällt nun einmal schwer, den neuen Alfa 159 Sportwagon nicht schön zu finden. Und Schönheit zieht nun mal die Blicke an. Doch sieht der Italo-Kombi wieder einmal nur gut aus, oder kann er endlich auch in Sachen Platzangebot und Ladekapazität mit der Konkurrenz mithalten?

Der 159 Sportwagon ist das nunmehr dritte neue Alfa-Modell innerhalb von nur sieben Monaten. Und zugleich das wichtigste: Weit über die Hälfte der Mittelklasse-Kunden wählten beim Vorgängermodell 156 die Huckepack-Variante, mit gut 70 Prozent Verkaufsanteil rechnen die Alfa-Manager nun beim Nachfolger 159.

Wichtigste Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger ist das Größenwachstum. Denn hier gilt tatsächlich „größer ist besser“. Der 156er Sportwagon war im Grunde nur optisch ein Mittelklasse-Kombi, die Beinfreiheit im Fond mickrig, das Ladevolumen auf Golf-Klasse-Niveau. Der 159 Sportwagon dagegen bietet auf einer Gesamtlänge von 4,66 Metern ausreichend Platz für vier Erwachsene. Ein Raumwunder ist er nach wie vor nicht, doch zumindest das Gepäckabteil erreicht mit 445 bis 1.235 Liter die Größe der Hauptgegner BMW 3er touring und Audi A4 Avant.

Bessere (Lade)Raumökonomie

Gegenüber dem 156 Sportwagen wuchs das reguläre Kofferraumvolumen um satte 85 Liter. Auch das Beladen fällt leichter, denn die störenden, in den Innenraum ragenden Radhäuser sind nahezu verschwunden. Eine komplett ebene Ladefläche wird aber nicht erreicht, da sich nur die Lehnen der Rückbank um-, nicht aber die Sitzpolster vorklappen lassen. Galerie: Erster Test Alfa 159 Sportwagon

Das Interieur entspricht dem der 159er-Limousine: Sportlich schön, aber ergonomisch nicht perfekt. Klassische Rundinstrumente, hochwertige Oberflächen und ein supergriffiges Lenkrad, das sich auch längs sehr weit verstellen lässt, freuen den Fahrer. Doch die Tasten für die Heckklappenentriegelung und die Deaktivierung der Einparkhilfe erwartet man nicht unbedingt neben den Leseleuchten am Dachhimmel.

Viel Power, hohe Reserven

Galerie: Erster Test Alfa 159 SportwagonWie bereits die Limousine, überzeugt auch der Kombi mit dynamischen Fahreigenschaften. Für die Fahrwerksabstimmung wurde eine gelungene Mischung aus Sportlichkeit und Komfort gefunden, die Lenkung ist sehr präzise und das Sechsgang-Schaltgetriebe knackig. Die Windgeräusche sind erfreulich dezent, doch beim Überfahren von Querfugen geht vom Fahrwerk mitunter ein unschickes Poltern aus.

Die Motorenpalette ist umfangreich, beinhaltet drei Diesel- und drei Benzinaggregate. Sämtliche Selbstzünder sind serienmäßig mit Dieselpartikelfilter ausgerüstet, die 1,9-Liter-Vierzylinder leisten 120 bzw. 150 PS, der kräftige Fünfzylinder-Common-Rail 200 PS und 400 Nm. Topmotor auf Benzinerseite ist ein 3,2-Liter-V6 mit 260 PS, der seine Kraft serienmäßig an alle vier Räder abgibt. Alle übrigen Motorvarianten, also auch der 2,2-Liter-Vierzylinder (185 PS) und der Basisbenziner, haben Frontantrieb.

Überzeugende Basisarbeit

Galerie: Erster Test Alfa 159 SportwagonEben jenen 1,9-Liter-Vierzylinder mit 160 PS wählten wir für unsere ersten Testfahrten. Das ruhige Laufgeräusch und die Drehfreude gefallen, auch die nominellen Fahrleistungen sind aller Ehren wert: Nach knapp 10 Sekunden ist Tempo 100 erreicht und auf langen, freien Autobahnetappen kämpft sich die Tachonadel bis zur 210 km/h-Marke. Ein Ausbund an Spritzigkeit ist der 159 Sportwagen 1.9 JTS aber nicht, dagegen spricht schon das hohe Eigengewicht von 1,6 Tonnen. Doch nüchtern betrachtet ist der Basisbenziner völlig ausreichend - mehr Motor braucht im Grunde kein Mensch. Den Durchschnittsverbrauch gibt Alfa Romeo mit 8,8 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer an.

Der Aufpreis für den Sportwagon gegenüber der Limousine beträgt bei allen Motorvarianten 1.250 Euro. Die Serienausstattung ist üppig; bereits die Basislinie Progression umfasst unter anderem Klimaanlage, CD-Radio, Leichtmetallräder und das komplette Sicherheitspaket, bestehend aus u.a. sieben Airbags, aktiven Kopfstützen vorne und Fahrstabilitätskontrolle (heißt bei Alfa VDC). Die Luxus-Linie Distinctive (Aufpreis € 1.800) hält zusätzliche Features wie Zwei-Zonen-Klimaautomatik, 17-Zoll-Räder, Multifunktionslenkrad, Alcantara-Bezüge (Alfatex), Regensensor oder Tempomat bereit. Die Preisliste beginnt bei 27.150 Euro für den 120-PS-Diesel. Der 160-PS-Benziner kostet ab 27.950 Euro. Zum Vergleich: BMW verlangt für den 320i Touring (150 PS) 29.350 Euro, Audi für den A4 Avant 1.8T (163 PS) 29.500 Euro.

Fazit

Galerie: Erster Test Alfa 159 SportwagonSpieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der schönste Kombi in diesem Land? Subjektives Schönheitsempfinden hin oder her, der Alfa 159 Sportwagon ist ein Hingucker. Und dazu noch ein echter Kombi: Das Gepäckabteil ist endlich auf Konkurrenzniveau, das Platzangebot ausreichend, wenn auch nicht üppig. Fahrspaß bietet der Alfa jede Menge, selbst mit dem Basisbenziner.

Traditionell sieht sich Alfa in der sportlichen Premium-Ecke, also neben BMW und Audi positioniert. Hier bietet der Sportwagon nicht nur optisch eine gelungene Alternative, sondern auch preislich. Trotz guter Serienausstattung liegt er spürbar unter den deutschen Konkurrenten. Die erhofften 7.000 Einheiten in 2006 sollte Alfa problemlos absetzen können, denn dieser Kombi dürfte nicht nur den Alfa-Fans gefallen. Apropos Fans: 156-Fahrer erhalten beim Kauf eines 159 zusätzliche 2.500 Euro für ihren Gebrauchten.

Galerie: Erster Test Alfa 159 Sportwagon

 
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