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Galerie: Erster Test Alfa 159

Erster Test: Alfa 159

Herzschrittmacher

27.09.2005

Alfa macht Ernst: Die neue Mittelklasselimousine 159 sieht nicht nur zum Weinen schön aus. Sie soll - endlich - dem selbst gesteckten Ziel höchster Qualitätsansprüche genügen. Dazu schenken einem die Italiener in den ersten drei Jahren die Wartung.

Die von Giugiaro meisterhaft gezeichnete Limousine wirkt bereits im Stand wie ein Herzschrittmacher. Aus jeder Perspektive beschleunigt diese Skulptur von einem Auto den Pulsschlag: Ausdrucksstarkes Falkengesicht, eine Flanke mit ausmodellierter Lichtkante und prominent ausgestellten Radhäusern; dazu ein schwungvoller Heckabschluss und stilsichere Details wie etwa die Türgriffe. Ästhet, was willst du mehr.

Galerie: Erster Test Alfa 159Aber schön waren die Automobile von Alfa schon immer. Leider haperte es zu oft an der Qualität - von der Verarbeitung bis hin zur Standfestigkeit. Das gibt auch Fiat- und Alfa-Vorstand Werner H. Frey offen zu, ohne freilich näher darauf einzugehen. Aber die Botschaft ist klar: Alfa will aus der Vergangenheit lernen und in Zukunft tatsächlich „Premium“ bieten.

Sehen und fühlen

Galerie: Erster Test Alfa 159Der Innenraum des 159 ist ein gutes Beispiel: Das mit zahlreichen Runduhren verzierte Armaturenbrett ist nicht nur schön anzusehen. Die Materialien fühlen sich auch so gut an wie nie zuvor in einem Alfa. Ganz frei von Knistergeräuschen ist das Interieur noch immer nicht. Aber Rom wurde auch nicht an einem Tag errichtet.

In Sachen Platzangebot klaffen Anspruch und Wirklichkeit nach wie vor auseinander. Dass die Karosserie im Vergleich zum Vorgänger deutlich gewachsen ist, merkt allenfalls der Fahrer beim Einparken. Galerie: Erster Test Alfa 159Zwar sitzt es sich in der ersten Reihe bequem in Sesseln mit guter Seitenführung. Dahinter geht es aber nach wie vor sehr eng zu: Die Kniefreiheit im Fond ist eingeschränkt, die Sitzhöhe recht niedrig und die Schenkelauflage zu kurz geraten. Der Kofferraum ist mit einem Ladevolumen von maximal 405 Liter einmal mehr deutlich unter dem Klassendurchschnitt.

Sportlimousine

Der 159 ist eben eine Sportlimousine. Wenn es nach Alfa geht sogar die Sportlimousine schlechthin, schließlich habe man mit der Giulia diese Fahrzeuggattung erfunden. Tatsächlich fährt sich der 159 drei Nummern sportlicher als sein Vorgänger 156. Die Lenkung ist präzise, das neu entwickelte Fahrwerk straff und trotzdem komfortabel abgestimmt. Agil lässt sich der frontgetriebene 159 durch Kurven dirigieren, bleibt leicht untersteuernd stets gut beherrschbar. Fahrwerks- und Abrollgeräusche sind nach wie vor zu vernehmen, doch insbesondere die Minimierung der Windgeräusche ist hervorragend gelungen. Galerie: Erster Test Alfa 159

Für eine erste kurze Testfahrt stand uns mit dem 2.2 JTS der prognostiziert meistverkaufte Benziner zur Verfügung. 185 PS schüttelt der neue 2,2-Liter-Vierzylinder aus dem Ärmel - aber nicht eben locker. Von 0 auf 100 km/h in 8,8 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h klingen nach mehr, als es das subjektive Performance-Empfinden widerspiegelt. Der Grund ist simpel: Gut 1,6 Tonnen wollen erst einmal bewegt werden. Dafür dreht der Motor willig hoch und gibt dabei typisch kernigen Alfa-Sound von sich.

Motoren und Preise

Den Einstieg markiert ein 160 PS starker 1,9-Liter Vierzylinder, das Topmodell ein 3,2-Liter-V6 mit 260 PS und Allradantrieb. Auf Selbstzünderseite gibt es ebenfalls Neues zu vermelden. Neben dem bekannten 1,9-Liter-Common-Rail-Vierzylinder mit 120 PS bzw. 150 PS kommt ein nagelneuer Fünfzylinder mit 2,4 Liter Hubraum und 200 PS zum Einsatz.

Galerie: Erster Test Alfa 159Preislich und ausstattungsmäßig ist der Alfa 159 bereits im Premium-Segment angekommen. 28.100 Euro kostet der 2.2 JTS in der einfacheren Linie „Progression“. Serienmäßig sind unter anderem Klimaanlage, CD-Radio, Lederlenkrad, Leichtmetallräder, Nebelscheinwerfer, eine Skidurchreiche, sieben Airbags und die komplette Kostenerstattung für die programmierte Wartung in den ersten drei Jahren bzw. bis maximal 120.000 Kilometer. Sogar das Motorenöl und die Filter werden übernommen. Nur für Verschleißteile wie etwa Bremsen oder Reifen muss der Kunde selbst zahlen.

Fazit

Alfa hat mit dem 159 ein Fahrzeug auf die Räder gestellt, das das Zeug dazu hat, endlich auch die ewigen Zauderer zum Kauf zu bewegen. Die Limousine sieht nicht nur begeisternd aus, sondern bietet auch viel Fahrspaß und deutlich mehr Komfort als der Vorgänger. Der „Premium“-Anspruch ist noch nicht ganz erfüllt, der eingeschlagene Weg aber führt klar in die richtige Richtung.

Insgesamt 20.000 Fahrzeuge will Alfa kommendes Jahr in Deutschland absetzen - 8.000 mehr als in 2005. Der 159, den es Ende des Jahres auch wieder als Kombi geben wird, muss - und wird - die Hauptlast tragen.

Galerie: Erster Test Alfa 159

 
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