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Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito 0.9 8V Twinair

Erster Test: Alfa Romeo Mito 0.9 8V Twinair

Mito, kein Me-too

31.10.2013

Wer steht schon auf Neudeutsch „Me too“ genannte Nachahmerprodukte?! Individualität ist gefragt. Diese bieten zum Beispiel Autos von Alfa Romeo. Statt sich an den Erfolgsmodellen von VW zu orientieren, machen die Italiener ihr eigenes Ding. Wie den Mito. Zum Modelljahr 2014 hat der Charakterdarsteller noch mehr Charakter bekommen. Das muss nicht in allen Details überzeugen, kann aber Eindruck schinden.

Bereits optisch ist der kleine Heißsporn eine besondere Erscheinung. Trotz einer klassischen Steilheck-Form versprüht er eben nicht vordergründig Nutzwert-Aura, obwohl der Mito einen durchaus alltagstauglichen Innenraum bietet. Ins Auge fallen vielmehr sein fordernder Blick, die breiten Schultern und der stämmige Stand. Zusammen mit feschen Felgen kann der kleine Italiener richtig gut aussehen und blieb wohl auch deshalb sein Design unangetastet. Zum Modelljahr 2014 wurde lediglich das Gesicht mit nun chromgerahmten Scudetto, also dem schildförmigen Kühlergrill, und mit abgedunkelten Schweinwerfern verfeinert.

Neues Infotainment-System Uconnect

Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito 0.9 8V TwinairIm atmosphärischen und schon leicht betagt wirkenden Innenraum sorgen ebenfalls einige neue Details für etwas Frische. So verleiht ein neuer Armaturenbrett-Einlass mit Farbverlauf eine leicht emotionalere Note. Die wichtigere Innovation ist jedoch ein neues Infotainment-Navigations-System namens Uconnect. Zentral gibt es hier für jede Ausbaustufe ein Fünf-Zoll-Touchscreen. In der 500 Euro teuren Basis verfügt es über ein CD-Radio, eine Bluetooth-Freisprechanlage und einen USB-Anschluss. Für 200 Euro mehr gibt es fürs Radio einen Digitalempfang, während die GPS-Navigation 300 Euro kostet und in der höchsten Ausbaustufe mit allen genannten Funktionen 1.000 Euro fällig werden. Für dieses Geld bekommt man einen überzeugenden und alle wichtigen Funktionen bündelnden Vielkönner.

Neu im Mito ist auch der Twinair-Motor, also der aus vielen Fiat-Modellen her bekannte Zweizylinder-Benziner, der Charakter mit Effizienz vereint. Der 105 PS starke Zweizylinder prödelt munter vor sich her, wirkt von unten heraus noch etwas zugeschnürt und knattert ab etwa 3.500 Touren hemmungslos wild seine Lebensfreude hinaus, rauscht allerdings überraschend schnell, nämlich schon bei 6.000 Umdrehungen, mit ordentlich Getöse in den Begrenzer. Im manuellen Sechsgang-Getriebe darf man also fleißig Gänge wechseln. Homogen, ausgewogen, kultiviert? Ecco: Isse eine Motori mit ganz spezielle Temperamento! Der Twin versprüht eine Lebendigkeit, wie man sie sonst nur von scharfen Motorrädern her kennt und die ihre Besitzer genau ob dieser Wildheit in den Bann ziehen. Beim Auto kann man sich hingegen fragen, ob man das auch so will.

Kleiner Hubraum und theoretisch auch kleiner Durst

Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito 0.9 8V TwinairTheoretisch spricht ansonsten nichts gegen das kleine Kraftwerk, denn der Sprint soll 11,4 Sekunden dauern, die Höchstgeschwindigkeit bei 185 km/h liegen. Und dann sollte das 105-PS-Zweikammerherz mit seinem 0,9 Liter kleinen Hubraum auch noch mit einem Minidurst überzeugen, denn knapp über vier Liter liegt der erfreulich niedrige Prüfstandmesswert. Praktisch wird man allerdings deutlich darüber liegen. Auf einer kurzen Testrunde zeigte der Bordcomputer uns stolze acht Liter an. Werte unter sechs Liter wird man eher selten erreichen.

Ein höherer Verbrauch ist aber auch deshalb realtisch, da der Mito gehobenen Fahrspaß vermittelt. Mit Verve lässt er sich von links nach rechts werfen, unterstützen zudem das für den Twinair stets serienmäßige DNA-Fahrwerk und das Vorderachs-Querdifferenzial Q2 sein fahraktives Naturell. Und dennoch bleibt der Unterbau dabei durchaus komfortabel. Etwas satter könnte die Straßenlage sein, etwas zielgenauer die Lenkung wirken. Seine Kleinwagen-Gene kann der Mito zwar nicht ganz kaschieren, unterm Strich kann er seinen Insassen dennoch ein gerüttelt Maß an Fahrspaß vermitteln.

Interessante Preise

Allerdings muss man für diesen Spaß und eine bereits leicht gehobene Ausstattung auch etwas tiefer in die Tasche greifen. Ein Kleinwagen mit Zweizylinder? Da scheinen 16.450 Euro für die Basisversion schon etwas hochgegriffen, zumal die Ausstattung immer noch ausbaufähig ist. Zwingend empfiehlt sich eine Zusatzinvestition von 900 Euro in die nächsthöhere Ausstattung Turismo, die einen Gegenwert von 2.050 Euro und damit einen Preisvorteil von 1.150 Euro bieten soll. 17.600 Euro kostet der Mito mit Twinair-Motor in der gehobenen Ausstattung Turismo. Klingt eigentlich teuer, ist aber um rund 2.000 Euro günstiger als ein vergleichbar motorisierter und ausgestatteter VW Polo. Der besondere Geschmack muss also nicht mal teuer sein.

 
Fazit

Mario Hommen

Der Mito ist schon ein wenig in die Jahre gekommen, doch mit seiner ganz eigenen und besonderen Ausstrahlung kann er sich weiterhin als spannende Alternative im Kleinwagen-Segment empfehlen. Nur minimal wurde der kleine Alfa zum Modelljahr 2014 optisch verfeinert. Eine recht vielversprechende Neuerung ist das neue Infotainment-System Uconnect, welches zu moderaten Aufpreisen Navi- und Audio-Funktionen sowie die Smartphone-Anbindung in zeitgemäßer Weise bündelt.

Ebenfalls neu und etwas zwiespältig ist das Fahrerlebnis mit dem Zweizylinder Twinair, der für einen sehr charakter- und zudem noch einigermaßen schwungvollen Vortrieb sorgt, jedoch sein Minidurst-Versprechen praktisch wohl kaum wird halten können.

Wer sich für die besondere Optik und Technik des Mito mit Twinair begeistern kann, hat noch einen weiteren Grund zur Freude: Auch preislich ist der Mito eine Alternative zum Platzhirsch VW Polo.
 
 

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