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Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito 1.4 Multiair

Erster Test: Alfa Romeo Mito 1.4 Multiair

Ausgenockt

16.10.2009

Alfa Romeo macht der Nockenwelle den Gar aus. Zumindest auf der Einlassseite haben die Italiener den konventionellen Ventiltrieb bei ihrem neuen Multiair-Benziner durch eine elektrohydraulische Steuerung ersetzt. Premiere feiert das Aggregat im Kleinwagen Mito.  

Schon zwei Mal durfte sich Alfa Romeo mit großen Innovationen in der Motorentechnologie rühmen. 1913, kurz nach Gründung des Unternehmens, präsentierten die Italiener den ersten Benziner mit vier Ventilen und 1997 revolutionierten sie den Diesel mit der Common-Rail-Technik. Mit dem jetzt vorgestellten Multiair-Aggregat will Alfa seiner Erfolgsgeschichte einen dritten Meilenstein hinzufügen.

Ohne Einlassnockenwelle

Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito 1.4 MultiairBasis für das neue Triebwerk ist ein 1,4 Liter großer Turbo-Vier-Zylinder-Benziner. Bislang wurden Ein- und Auslassventile über Nockenwellen gesteuert, also geöffnet und wieder geschlossen. Auf eine der beiden Wellen wird bei dem von Fiat Powertrain im italienischen Orbassano entwickelte Multi-Air-Motor jetzt verzichtet. Die Steuerung der Einlassventile erfolgt nicht mehr über Nocken, sondern elektrohydraulisch. So kann die angesaugte Luftmenge direkt über die Ventile gesteuert werden und muss nicht mehr durch die Drosselklappe reguliert werden; das reduziert die so genannten Drosselverluste.

Die Multiair-Technik erlaubt eine individuelle Abstimmung für jeden der vier Zylinder, die Ventilöffnung selbst wird anhand der im Zylinder gemessenen Luft bestimmt. Erstmals ist es mit der neuen Technologie möglich, das Einlassventil zweimal pro Ansaugtakt zu öffnen. Das sorgt für eine bessere Verwirbelung des Kraftstoffs was wiederum eine effizientere Verbrennung erlaubt. In der Kaltlaufphase konnte so auch der Ausstoß von Stickoxiden, Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffen um fast die Hälfte gesenkt werden.

Stärker und sparsamer

Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito 1.4 MultiairDie effektiven Vorteile lassen sich in den technischen Daten ablesen: Die Leistung wurde im Vergleich zum Vorgänger um 15 PS auf 135 PS gesteigert, das Drehmoment wuchs um 15 Prozent auf bis zu 206 Newtonmeter. Gleichzeitig konsumiert das Aggregat im EU-Zyklus mit 5,6 Litern zehn Prozent weniger als bisher und erreicht damit einen vorbildlich niedrigen Verbrauch. Zumindest auf dem Papier, in der Praxis dürfte der Verbrauch deutlich darüber liegen, schließlich ist der Mito kein Langsamfahr-Auto.

Schon bei 1.750 Umdrehungen liegt das maximale Drehmoment an der Kurbelwelle an und beschleunigt den Mito in 8,4 Sekunden auf Tempo 100. Das drehfreudige Aggregat animiert zur flotten Fahrt, die serienmäßige, spritökonomisch optimierte Gangempfehlung im Infodisplay ermahnt dagegen zum frühzeitigen Hochschalten. Das aber fällt in Anbetracht des Fahrspaß, den der Mito bietet, schwer und macht mit dem nur mit fünf Gängen ausgestatteten, etwas hakeligen Getriebe auch nicht wirklich Spaß; alle anderen Mitos haben ab Werk übrigens sechs Gänge.

DNA-Fahrprogramm

Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito 1.4 MultiairEinen großen Teil trägt auch das ebenfalls serienmäßige DNA-System zum Vergnügen teil. Über einen Schieberegler lassen sich drei Fahrprogramme auswählen, die Einfluss auf Lenkung, Gasannahme und elektronische Helfer wie das ESP nehmen. Am meisten Spaß macht freilich der Dynamik-Modus mit seiner strafferen Lenkung, der außerdem spontaner auf Befehle des rechten Fuß reagiert und in dem sich das Stabilitätsprogramm etwas zurückhält.

Im Allwettermodus dagegen sind vor allem die Fahrsicherheitssysteme bereits in einer Hab-acht-Stellung, um schneller eingreifen zu können. Zudem reagieren Lenkung und Gaspedal nicht ganz so bissig. Als dritte Betriebsart steht dazwischen ein gemäßigter Normalmodus zur Verfügung, doch werden die meisten Fahrer in der Regel auf Dynamik schalten. Zumal der Mito ab Werk mit einer elektronischen Differenzialsperre ausgerüstet ist, die flotte Kurvenfahrten zusätzlich unterstützt.

Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito 1.4 MultiairMit 17.300 Euro steht der Mito 1.4 TB Multiair in der Preisliste und ist damit lediglich 700 Euro teurer als sein schwächerer Vorgänger. Mit an Bord sind neben dem DNA-System ein CD-Radio, elektrisch einstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber, die umklappbare Rückbank und eine umfassende Sicherheitsausstattung mit Airbags rundum, ESP, Berganfahrhilfe und der elektronischen Differenzialsperre. Gegen 1.500 Euro Aufpreis gibt es die bessere Turismo-Ausstattung, die sich neben optischen Akzenten vor allem durch die manuelle Klimaanlage, den Bordcomputer und Aluräder auszeichnet.

Fazit

Ob Alfa Romeo mit dem Multiair-Motor eine Revolution des Benzinmotors gelungen ist, wird sich erst zeigen, wenn andere Hersteller nachziehen. Vielversprechend ist die Technik auf jeden Fall, vor allem wegen des reduzierten Schadstoffausstoß. Alfa will sukzessive alle Ottomotoren auf Multiair umrüsten und in ein paar Jahren sollen auch die Dieseltriebwerke ohne Einlassnockenwelle auskommen und so noch effizienter werden.

 
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