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Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito Quadrifoglio Verde

Erster Test: Alfa Romeo Mito Quadrifoglio Verde

Zehn Prozent sollen’s werden

18.02.2010

Alfa hat mit dem Mito einen Kassenschlager entworfen. Tolles Design, modernes Image, sparsame Motoren und nicht zuletzt die 100-jährige Tradition scheinen den Absatz des Milanesen zu beflügeln. Fast 7.700 Mito wurden 2009 in Deutschland verkauft, 3.200 mit Hilfe der Abwrackprämie. Bislang fehlte noch das Top-Modell. Jetzt ist es da: Der Quadrifoglio Verde besitzt Führungsqualitäten, doch die Speerspitze markiert er noch immer nicht.

170 PS in einem Kleinwagen sind wahnsinnig viel. Aber Seat, Renault, Mini, VW, Peugeot, Opel und andere machen es vor. Die Nische lebt und Alfa muss – Tradition verpflichtet – in diesem Segment mitmischen. Das können die Italiener sehr gut, nicht nur was die Leistung anbetrifft. Denn die Verbrauchswerte des Mito Quadrifoglio Verde zählen – dank Multiair-Technologie und Stopp-Start-Funktion – zum Besten.

Nur sechs Liter

Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito Quadrifoglio VerdeSechs Liter sollen dem 1.220 Kilogramm schweren Kleinwagen genügen, um in moderatem Tempo 100 Kilometer weit zu kommen. Das kann lediglich der Mini besser. 5,8 Liter geben die bajuwarischen Briten für den nochmals 14 PS stärkeren Cooper S an. Aber schon der neue Polo GTI kommt mit sechs Litern nicht besser weg als der Mito – und das trotz spritsparendem 7-Gang-DSG aus Wolfsburg. Alle anderen Mitbewerber verbrauchen teils deutlich mehr Sprit als der bislang ausschließlich mit etwas hakeligem Sechs-Gang-Handschaltgetriebe erhältliche Mito.

Bislang deswegen, weil Alfa für den Mito mit dem 135 PS starken 1,4-Liter-Multiair-Motor ab April 2010 ein Doppelkupplungsgetriebe bringen will. Dieses neue Getriebe könnte es, bei entsprechender Nachfrage, auch in den Quadrifoglio Verde schaffen. Aber bislang geht man bei Alfa nicht zwingend davon aus, denn Alfa-Fahrer sind (mal wieder) der Tradition verpflichtet und wühlen seit jeher gerne manuell im Getriebe rum – selbst bei größeren Modellen.

220 km/h

Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito Quadrifoglio VerdeAber auch von Hand geschaltet bewegt sich der mit vierblättrigen Kleeblättern geschmückte Kleinwagen äußerst flink von der Stelle. 7,5 Sekunden vergehen für die Eilfahrt vom Stillstand auf Tempo 100 und erst bei 219 km/h endet der Vorwärtsdrang. Der Geschwindigkeitszuwachs erfolgt turbotypisch. Soll heißen: Kurzzeitig, bis etwa 1.700 Touren, kommt nicht so viel, darüber hinaus geht es wie von der Tarantel gestochen vorwärts – bis 6.000 Umdrehungen, dann ist die Kiste zugeschnürt und verlangt nach einem Gangwechsel. Bis zum roten Bereich bleiben jedoch 500 Touren ungenutzt. Ein etwas welliges Beschleunigungsverhalten und ein kleines Verschlucken im unteren Drehzahlbereich trüben das Vergnügen, ändern jedoch nichts am fulminanten Vorwärtsdrang.

Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito Quadrifoglio VerdeDie sommerbereifte Vorderachse unseres Testwagens kommt mit der gebotenen Kraft gut zurecht, scharrende Antriebsräder sind selten, denn die Antriebsschlupfregelung (ASR) greift ebenso früh ein wie der Schleuderschutz ESP. Beides zusammen nutzen die Italiener als Electronic Q2 genannte elektronische Differenzialsperre. Dem Vortrieb Einhalt gebietet außerdem die aus dem 155-PS-Modell übernommene Vierkolben-Festsattel-Bremsanlage von Brembo mit 305er-Scheiben an der Vorderachse. Sie hinterlässt einen kerngesunden Eindruck und erweckt auch bei stärkerer Beanspruchung vertrauen.

Adaptiv-Fahrwerk einmalig

Ist DNA in den schwächeren Mitos ausschließlich für die veränderte Gaspedalkennlinie, etwas mehr Drehmoment und die Veränderung der Lenkunterstützung verantwortlich, verändert es beim grünen Kleeblatt zusätzlich das Dämpfer-Setup in Zug- und Druckstufe. Das ist im Kleinwagen-Segment einmalig und nennt sich Dynamic Suspension. Berechnet wird das Ansprechverhalten mittels je einem Sensor an den vorderen Dämpfern und weiteren drei im Fahrzeug. Sie messen ständig die Gierrate, Beschleunigungswerte und andere Parameter. So legt der Mito vor allem im Dynamic-Modus eine extreme Agilität an den Tag und begeistert mit geringerer Seitenneigung und einer astreinen Abstimmung. Dabei ist der Italiener jedoch fernab von pseudosportlicher Härte, die lediglich die Tiefer-Härter-Breiter-Fraktion goutieren würde.

Technische Daten
 
    Alfa Mito
Ausstattungsvariante   Quadrifoglio Verde
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.063/1.720/1.453
Radstand (mm)   2.511
Wendekreis (m)   11
Leergewicht (kg)   ab 1.220
Kofferraum (Liter)   270
Bereifung Testwagen   215/40 R18 Dunlop SP Sport 01
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.368 / 4, Reihe
Leistung Kw (PS)   125 (170)
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   250 bei 2.500
Antriebsart   Front
Getriebeart   6-Gang-Handschaltung
Verbrauch    
Krafstoffart   Super
Kombiniert laut Werk (l/100km)   6
CO2-Emissionen (g/km)   139 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A .
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   7,5
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A .
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A .
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   219
Preise    
ab (Euro)   20.950
Empfehlenswerte Extras   18-Zoll-Alufelgen in Titangrau (400 Euro), Tempomat (180 Euro), Bluetooth-Blue&Me-Freisprecheinrichtung und USB-Anschluss (300 Euro), Dynamic Suspension adaptives Fahrwerk (600 Euro), asymmetrisch teilbare Rückbank (220 Euro), Sicht-Paket mit beheizbaren Waschdüsen, Regen- und Lichtsensor sowie automatitisch abblendbarem Innenspiegel (180 Euro)
 
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Das Fahrwerk spricht jederzeit feinfühlig an und lässt genug Rest-Federweg übrig. Im Zusammenspiel mit der recht exakten Lenkung, den optional erhältlichen 18-Zoll-Rädern und dem beim Gaswegnehmen in Kurven leicht werdenden Heck platziert sich der Mito ganz weit oben in der Rangliste der besten Fahrwerke. Den Spaß trübt allerdings das nicht deaktivierbare und viel zu früh eingreifende ESP. Wenn schon die Firmenpolitik kein Abschalten erlaubt, sollte Alfa Romeo wenigstens einen anderen Regelalgorithmus des Schleuderschutzes finden und etwas mehr Freiraum erlauben.

Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito Quadrifoglio Verde600 Euro kostet übrigens das bislang exklusiv für den Quadrifoglio Verde erhältliche Dynamic-Suspension-System und es ist jeden Cent wert. Unpassend sind hingegen die Aktivitäten der Warnblinkanlage beim starken Bremsen. Sie blinkt – wie beim Abarth 500 – extrem früh, lange bevor man an den ABS-Regelbereich herankommt, irritiert damit eventuell den nachfolgenden Verkehr und nervt.

Ein paar Besonderheiten

Ansonsten gibt es noch einige Quadrifoglio-Verde-Spezialitäten: Da wären die in Titangrau lackierten Außenspiegel, die in gleichem Ton gehaltenen Rahmen um Scheinwerfer und Heckleuchten, die dunkel eingefärbten Scheinwerferblenden, die Nebelscheinwerfer und beispielsweise die dunkel lackierten 17-Zoll-Aluräder. Nicht ganz ins Bild will da das Chrom an Türgriffen, Fensterrahmen und im Frontbereich passen. Laut Aussage von Oliver Sils, Produktmanager für den Mito, wird sich daran nichts ändern, denn das sind (schon wieder) traditionelle Elemente von Alfa Romeo und zitieren im speziellen Fall den 8C Competizione, und das muss so sein.

Im Inneren unterscheidet sich der Quadrifoglio Verde kaum vom Normalmodell. Weiße Instrumentenbeleuchtung, schwarze Verkleidungsteile und ein Sitzbezug im Dessin Sport sollen Dynamik vermitteln. Die Sitze dürften hingegen mehr Seitenhalt bieten. Abhilfe ist in Sicht, denn nach Alfa-Angaben könnten spezielle Sportsitze folgen und die Sportfahrerfraktion glücklich machen.

Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito Quadrifoglio VerdePreislich rangiert der Alfa Romeo Mito Quadrifoglio Verde auf dem Niveau von Seat Ibiza FR (150 PS) mit DSG, Renault Clio RS (201 PS) und beispielsweise Peugeot 207 RC (175 PS). 21.000 Euro werden in der vernünftig bestückten Grundversion fällig. Als Sonderausstattung sollten jedoch weder das Adaptiv-Fahrwerk (600 Euro) noch die entzückenden 18-Zöller fehlen (400 Euro). Ausstattungsbereinigt ist der Quadrifoglio Verde rund 1.000 Euro günstiger als der mindestens 19.600 Euro teure Mito 1.4 TB mit 155 PS, ohne Multiair, dafür aber mit 0,5 Liter höherem Normverbrauch.

Fazit

Wenn es Mito mit mehr als 100-Benzin-PS sein soll, dann empfiehlt sich insbesondere der Quadrifoglio Verde. Denn er kostet ausstattungsbereinigt lediglich rund 1.200 Euro mehr als die 135-PS-Version. Doch der Verde bietet noch ein paar gewichtigere Argumente: Nur er ist bislang mit dem superben Adaptiv-Fahrwerk erhältlich. Nur für ihn gibt es das passende Schuhwerk in Form der Quadrifoglio-Verde-18-Zoll-Bereifung und, nur er verbindet außergewöhnliche Fahrleistungen mit geringem Norm-Spritverbrauch. Zwei Kleinigkeiten wünschen wir uns dennoch von Alfa: ESP abschaltbar und Warnblinkautomatik dran koppeln, so wie Renault das beim Clio RS Cup macht.

Ach so: Alfa rechnet übrigens damit, dass 80 Prozent der Quadrifoglio Verde-Kunden Dynamic-Suspension wählen und immerhin zehn Prozent aller Mito-Käufer das Topmodell ordern wollen. Lange wird es jedoch nicht dauern, dann wird das Topmodell vom Toptopmodell abgelöst. So ließ Alfa Romeo verlauten, dass eine 200-PS-plus-Version in den Startlöchern steht. GTA heißt dessen Kürzel.

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