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Galerie: Erster Test Alfa Romeo Mito

Erster Test: Alfa Romeo Mito

Rasse-Zwerg

19.09.2008

Der Fiat-Konzern bietet von kleinen Sparbüchsen bis zum sündhaft teuren Supersportler nahezu alles. Von der Faszination rassiger Leistungsträger profitieren zunehmend auch die Kleinen. So kam 2006 der Grande Punto mit Maserati-Front. Jetzt folgt bei Alfa Romeo der Mito als optischer Spross des 8C Competizione. Er will modebewusste Kunden mit Sportlichkeit, Coolness und Sicherheit locken.

Wer den Mito nur von Bildern kennt, könnte von der Begegnung in Natura überrascht sein. Angesichts der bulligen Front mit Riesenmaul, den markanten elliptischen Scheinwerfern und der gepfeilten Motorhaube möchte man ein Größeres Auto erwarten. Doch mit vier Metern Länge ist der auf den Grande Punto aufbauende Mito eben doch nur ein B-Segment-Vertreter wie Polo und Corsa – für Alfa übrigens Neuland.

Typisch für Alfa ist hingegen das besonders durchgestylte Blechkleid, ein Mini wirkt im Vergleich zum Mito sachlich. Nebenbei bietet der Italiener noch zahlreiche Optionen, ihn farblich sehr individuell zu gestalten. In der Heckansicht fällt das verspielte Design-Objekt mit einer breiten Spur, weit ausgestellten Radkästen, runden Rückstrahlern mit LED-Bremsleuchten sowie der zum Dach hin sich stark verjüngenden Fahrgastzelle auf.

Nobel

Galerie: Erster Test Alfa Romeo MitoLetzteres bekommen Insassen des 2-Türers deutlich zu spüren. Wer über die nach vorne geklappten Easy-Entry-Vordersitze die enge Rückbank entert, sitzt mit dem Kopf sehr nahe an der C-Säule. Ansonsten sind im Fond Kopf- und Kniefreiheit noch akzeptabel, vorne ist das Platzangebot sogar durchweg gut. Der in Höhe verstellbare Fahrersitz gefällt mit griffsympathischem Textilbezug und guter Seitenführung.

Alfa hat uns einen umfangreich ausgestatteten Mito mit viel Schick, Komfort und Funktionen gestellt. Beeindruckend ist allein schon die Zahl von Schaltern und Knöpfen im sportlich gestalteten Cockpit. Audio-Anlage (auf Wunsch von Bose), Klimaautomatik, Bluetooth-Telefonsystem – die Ausstattungsliste bietet viele Optionen. Eine Mittelarmlehne, viele Ablagen und ein großes Handschuhfach sind weitere praktische Details. Den positiven Gesamteindruck trüben allerdings leichte Schwächen in der Verarbeitung.

Sicher

Galerie: Erster Test Alfa Romeo MitoTraumatisierte Bergmänner könnte der Blick in den 270-Liter-Kofferraum verunsichern. Der tiefe Schacht ist allerdings mit wenigen Handgriffen auf 950 Liter erweiterbar. Rückengeplagte dürften angesichts der hohen Ladekante beim Herauswuchten schwerer Getränkekisten etwas ungehalten reagieren. Dafür soll diese Konstruktion beim Heck-Crash die Insassen schützen.

Fünf Sterne sind dem Mito beim EuroNCAP-Crash so gut wie sicher. Immerhin ist der Wagen serienmäßig mit sieben Airbags ausgestattet. Bei der aktiven Sicherheit beeindruckt der Alfa mit einer langen Liste elektronischer Regelsysteme. Das serienmäßige ESP bietet Unterfunktionen wie ASR, CBC, Hill-Holder MSR und das elektronische Sperrdifferenzial Q2. Per Knopfdruck kann man beim elektronischen Stabilitätsprogramm den toleranten Modus Dynamic einstellen.

Dynamisch

Galerie: Erster Test Alfa Romeo MitoDynamic ist eines von drei Programmen des serienmäßigen DNA-Systems. DNA steht für Dynamisch, Normal und Allweather. Über einen schicken Wippschalter in der Mittelkonsole kann der Mito alternativ noch im Normal- oder im Schlechtwetter-Modus bewegt werden. Per Knopfdruck ändern sich deutlich spürbar die Kennlinien von Motor, Lenkung und Fahrwerk. So ist im Dynamic-Modus das ESP toleranter, die Gasannahme direkter, die Lenkung härter. Und in der von uns gefahrenen Top-Motorisierung 1.4 Turbo 16V wächst das Drehmoment von 201 auf 230 Newtonmeter.

Selbst in Normal-Stellung ist der Mito sportlich-straff abgestimmt, bietet dabei aber einen noch ausreichenden Federungskomfort. Die Lenkung wirkt direkt und spontan. Trotz des elektronischen Sperrdifferenzials zerren bei Vollgas die etwas überforderten Antriebsräder kräftig an der Lenkung. Dafür sorgen bei schnellen Kurvenfahrt sogenannte Rebound-Federn für ein geringes Karosseriewanken. Zupackende Bremsen, das ESP und eine gutmütige Untersteuerungstendenz sorgen garantieren auch in schnellen Kurven ein sicheres Fahrverhalten.

Druckvoll

Galerie: Erster Test Alfa Romeo MitoParallel zu dem von uns gefahrenen 1.4 Turbo 16V mit 155 PS startet der Mito zunächst noch mit einem 95-PS-Benziner und einem 120-PS-Diesel. Weitere Motorisierungen wie auch ein Sechsgang-Doppelkupplungs-Getriebe folgen 2009. Auf das selbstschaltende Getriebe in Kombination mit dem 155 PS starken 1.4 Turbo darf man sich besonders freuen.

Doch auch mit manueller Sechsgang-Box bereitet der Motor viel Spaß. Von unten raus noch etwas träge, sorgt das üppige Drehmoment bei höheren Drehzahlen für kräftigen Durchzug. Gut acht Sekunden dauert der Standardsprint, laut Tacho sind über 220 km/h möglich. Wer viel Leistung fordert muss allerdings einen sowohl lauten als auch durstigen Motor akzeptieren. Nur bei besonderer Zurückhaltung soll sich der Vierzylinder laut Fiat mit 6,5 Liter begnügen.

Preiswert

Galerie: Erster Test Alfa Romeo MitoApropos Zurückhaltung: Der Einstiegspreis für den 95 PS starken Mito ist mit 14.700 Euro eigentlich nicht mehr auf Kleinwagen-Niveau. Immerhin bekommt man dafür eine recht umfangreiche Ausstattung. Die Basis verfügt neben der bereits erwähnten Sicherheitsausstattung und dem DNA-System zusätzlich über ein MP3-fähiges CD-Radio, elektrische Außenspiegel und Fensterheber, ein großes Display im Armaturenträger und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe in mm   4.063 / 1.720 / 1.453
Radstand in mm   2.511
Wendekreis in m   11
Leergewicht in kg   1.220
Kofferraum in l   270 - 950
Bereifung Testwagen   195/55 R16 87H
Motor    
Hubraum in ccm   1.368
Leistung in PS   155
Drehmoment in Nm   230 bei 3.000 U/min
Verbrauch    
Kombiniert laut Werk l/100km   6,5
Co2-Emissionen in g/km   153
AS24-Verbrauchsrunde in l/100km   k. A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h in s   8,1
AS24-Sprint 0-100km/h in s   k. A.
AS24-Stop 100-0km/h in m   k. A.
Höchstgeschwindigkeit in km/h   215
Preise    
in € ab   17.950
 
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Rund 18.000 Euro kostet der Mito mit dieser Ausstattung und dem 155 PS starken Benziner. Bestellt man zur vorläufigen Top-Version noch diversen Schnickschnack, kann der Preis locker auf 22.000 Euro steigen. Soviel kostet übrigens sein Hauptkonkurrent Mini Cooper S in der Basisversion.

Fazit

Im Kleinwagen-Segment ist der Mito ein optisch beeindruckendes Statement. Selbst wenn man sich nicht von der Verpackung blenden lässt, kann sich der kleine Alfa sehen lassen. Er ist noch alltagstauglich, bietet eine besonders gute Sicherheitsausstattung und gefällt mit einer betont sportlichen Auslegung. Zwar rangiert er preislich auf hohem Kleinwagen-Niveau, bietet dafür aber auch eine üppige Ausstattung.

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