Cabrio-Special 2011
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Galerie: Erster Test Alfa Spider

Erster Test: Alfa Spider

Der Meister Werk

06.02.2007

Giugiaro, Pininfarina und das Centro Stile Alfa Romeo: Wenn sich drei Design-Meisterwerkstätten zusammentun, um ein Automobil zu kreieren, kann nichts anderes dabei herauskommen als ein ästhetischer Meilenstein. Wenn es sich dann auch noch um den neuen Alfa Spider handelt, sind die Erwartungen an Fahrspaß und Emotionalität nicht minder hoch. Mal sehen, ob der neue Spider diesem Druck standhält.

Abgeleitet ist der Spider vom Brera Coupé, die Designanalogien sind nicht zu übersehen. Das aggressive Gesicht mit den zu Schlitzen verengten Augen, der Powerdome auf der Motorhaube, der nach vorne zuläuft und im dominanten Scudetto endet, die breiten Rückleuchten und die vier verchromten Endrohre bezeugen die engen Verwandtschaftsverhältnisse. Doch der Spider ist das harmonischere Auto. Anders als beim rundbuckeligen Heck des Coupés stimmt hier die Linienführung perfekt bis an die fein ausmodulierte Abrisskante.

Stilsicher auch der Innenraum: Das Armaturenbrett, übrigens eins zu eins vom Brera übernommen, ist die gelungene Neuinterpretation klassischer Sportwageninterieurs. Runde Instrumente, runde Lüftungsdüsen sowie ebenfalls runde, in Tunneln liegende Zusatzinstrumente in der Mittelkonsole unterstreichen den guten Geschmack der Italiener.

Aluminium oder Plastik

Galerie: Erster Test Alfa SpiderAllerdings ist die Mittelkonsole sehr breit ausgefallen. Sieht zwar schön aus, wenn man das hochwertige, polierte Aluminium ordert. Oder hässlich, wenn das Plastik der Basisausstattung verbaut ist. So oder so ist der wuchtige Raumteiler ein Störfaktor, drückt latent ans rechte Knie des Fahrers. Das Armaturenbrett ist qualitativ zweigeteilt. Die obere Hälfte besteht aus hochwertigem, fein genarbtem Kunststoff, die untere Hälfte dagegen aus kratzempfindlichem Plastik.

Schön, aber unpraktisch? Keineswegs, Fahrer und Beifahrer finden erstaunlich geräumige Platzverhältnisse vor. Die Sitze lassen sich weit zurückschieben, die Beinfreiheit ist großartig. Zudem lässt sich das Lenkrad ungewöhnlich weit verstellen - in Höhe und Tiefe. Die perfekte Sitzposition verhageln dann die einmal mehr zu hoch montierten Sportsessel. Selbst mit manueller Sitzverstellung, die einige Millimeter mehr Kopffreiheit bringen soll, stoßen nur Sitzzwerge nicht oben am geschlossenen Verdeck an.

Guter Stoff

Galerie: Erster Test Alfa SpiderPlatz für (Hand)gepäck und Krimskrams ist reichlich vorhanden. Etwa auf der angedeuteten Rückbank und in den darin versteckten, abschließbaren Klappfächern. Der Kofferraum selbst fasst gute 253 Liter - geschlossen wie offen. Hier wird der Vorteil eines Stoffverdecks deutlich.

Öffnen und schließen lässt sich die Haube serienmäßig vollautomatisch. Zwar dauert das gut eine halbe Minute, währenddessen der Wagen auch nicht bewegt werden darf. Doch die paar Sekunden sollte man sich so oft wie möglich nehmen. Ein Spider macht schließlich erst offen richtig Spaß, wenn der Fahrtwind das Haar verwuschelt und der Klang von Motor und Auspuff ungefiltert zu hören ist.

Sex-Zylinder

Galerie: Erster Test Alfa SpiderEben letzter Punkt ist es auch, weshalb im Falle des Spider die Topmotorisierung zu empfehlen ist. Was die Performance betrifft, reicht der 185 PS starke 2,2-Vierzylinder völlig aus. Der subjektive Leistungsunterschied zum 260 PS starken 3,2-Liter-V6 ist geringer als erwartet. Doch der Sechszylinder ist einfach eine hinreißende Soundmaschine, wie gemacht zum souveränen Offen-Cruisen. Bereits knapp über 1.000 U/min nimmt der Direkteinspritzer sauber Gas an und knurrt dabei unwiderstehlich kraftvoll. Fauchend kommt er dann auf Touren, bis kurz vorm Begrenzer die vier Endrohre trompeten.

Wer den Schaltkauf schnell durch die knackig geführte Box schiebt, schafft den Spurt von Null auf 100 km/h in sieben Sekunden. Im sechsten Gang schafft das Spider-Topmodell Tempo 240. Das sind beides keine grandiosen Werte. Doch letztlich ist der Spider auch kein echter Sportwagen - denn dafür ist er (wie schon der Brera) schlicht und einfach zu schwer.

Wonneproppen

Galerie: Erster Test Alfa SpiderGut 1,8 Tonnen Leergewicht bringt der V6 auf die Waage, die maximale Zuladung schmilzt je nach Ausstattung auf 150 Kilogramm zusammen. Schuld am hohen Gewicht ist unter anderem die aus hochfesten Stählen gefertigte Karosserie. Andererseits ist die Konstruktion beeindruckend verwindungssteif. Nicht einmal übel verwitterte süditalienische Küstenstraßen bringen den Aufbau zum Zittern.

Der beim Topmodell serienmäßige Allradantrieb macht noch einmal einige zusätzliche Kilogramm aus. Dass es trotzdem sinnvoll ist, die Kraft auf vier Räder zu verteilen, zeigt der frontgetriebene Vierzylinder. Auf feuchtem Belag hat dieser mit Traktionsproblemen zu kämpfen.

Galerie: Erster Test Alfa SpiderFahrwerk und Lenkung sind ausgesprochen gut gelungen. Ausreichend schluckfreudig und trotzdem angenehm straff abgestimmt, findet der Spider stets den richtigen Mittelweg zwischen Komfort und Sportlichkeit. Die Lenkung ist straff und präzise, nur der Volant selbst könnte kleiner sein.

Teurer Spaß

Preislich ist der Alfa Spider den Ansprüchen der Marke entsprechend im Premiumbereich angesiedelt. Der Vierzylinder startet bei 34.300 Euro, der Sechszylinder bei 42.100 Euro. Zum Vergleich: Ein BMW Z4 3.0si kostet 41.444,80 Euro, ein Audi TT Roadster 3.2 Quattro 43.800 Euro und ein Nissan 350Z Roadster 40.590 Euro.

Galerie: Erster Test Alfa SpiderAusgestattet ist der Alfa gut. Die Basislinie „Spider“ hat unter anderem bereits ein CD-Radio, Klimaanlage, Leichtmetallräder, Nebelscheinwerfer und das vollautomatische Verdeck an Bord. In der Ausstattungslinie „Exclusive“ (Aufpreis € 3.500 beim 2.2; € 3.100 beim V6) ist das nahezu alles dabei, was ein moderner Roadster an Luxusausstattung noch so braucht: eine Klimaautomatik, die schönen Alu-Zierteile, Parksensoren hinten, ein gläsernes Windschott und Ledersitze.

Die laufenden Kosten sind nicht zu unterschätzen, vor allem an der Tankstelle. Der Vierzylinder wird bereits von Herstellerseite mit einem Durchschnittsverbrauch von fast zehn Litern Super angegeben. Der V6 kommt offiziell auf 11,5 Liter - was sich in der Praxis als Illusion entpuppen dürfte. Bei unseren zügigen Testfahrten errechnete der Bordcomputer schon mal Werte um die 20 Liter.

Fazit

Galerie: Erster Test Alfa SpiderDer neue Alfa Spider ist so, wie man sich ihn gewünscht hat: Hochemotional dank des atemberaubend schönen Designs und des wunderbar klangstarken wie durchzugsstarken V6-Benziners. Der Fahrspaßfaktor ist also hoch, wenn man ihn realistisch definiert und entspanntes Cruisen mit hinzuzählt. Für einen richtigen Sportler ist er zu schwer, in Sachen Dynamik sind ihm die Konkurrenten von Audi (TT Roadster) und BMW (Z4) überlegen.

Was Komfort und Alltagstauglichkeit betrifft, ist der Spider mindestens auf Augenhöhe. Dank des großen Innenraums und des ausreichend bemessenen Kofferraums lässt es sich zu zweit locker übers Wochenende verreisen. Das Ziel dürfte stets dasselbe sein: Der Weg, Hauptsache es scheint die Sonne.

 
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