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Galerie: Erster Test Aston Martin V8 Vantage Roadster

Erster Test: Aston Martin V8 Vantage Roadster

Piekfeinsauschnell

04.05.2012

Der Aston Martin V8 Vantage Roadster ist wie ein Sommertag im April: Man hat schon mal davon gehört und ist doch überrascht, dass es noch besser ist als man dachte. So einen Casual Friday mit einem babyblauen Roadster zu verbringen ist ein Tag ohne Gedanken an Termine oder CO2. Denn es geht um Fahrspaß. Pur.

Der kleinste Aston Martin leistet gut 420 PS, kostet rund 120.000 Euro und ist einer der überzeugendsten Sportwagen. Mit knapp fünf Sekunden für den Standardsprint und einer Topspeed von 280 km/h lässt er zwar Raum für schnellere und billigere Autos – mit einem Lächeln. Doch im Gegensatz zur, der Perfektion verpflichteten, Konkurrenz, ist der Vantage ein überaus agile Understater: Die Art und Weise, wie der V8 seine Leistung auf die Straße bringt ist sensationell.

Im Testwagen ist das sequenzielle Sechsgang-Speedshift-Getriebe statt des serienmäßigen manuellen verbaut. Das bedeutet eine intensivere Auseinandersetzung des Fahrers mit seinem Gefährt: Im Automatikmodus lassen sich die Gangwechsel mit einem sensiblen Gasfuß einleiten, im manuellen Modus sollte man vor der nächsten Fahrstufe den rechten Fuß etwas lupfen. Im Stop-and-go Verkehr ist das automatisierte Getriebe manchmal ein wenig unruhig, doch unter Vollast zeigt es seine Stärke und knallt die Gänge herzerfrischend brachial hinein - der Brite verlangt Aufmerksamkeit, bitteschön.

An oder aus

Galerie: Erster Test Aston Martin V8 Vantage RoadsterEin weiteres Detail unterstreicht den Anspruch an einen aktiven Fahrer: Das ESP ist binär und kennt entweder "an" oder "aus". Kein Zwischending, kein Trackmodus mit erweiterten Gierraten und Sicherheitsnetz. Entscheide Dich. Willst Du es krachen lassen, dann konzentriere Dich.

Das Bilstein-Fahrwerk ist die gekonnte Umsetzung des Rennstrecken-Knowhows von Aston Martin. Es gibt keine elektronische Mehrfachverstellung von Federn oder Dämpfern und trotzdem ist Komfort beim Cruisen und hohe Präzision im Grenzbereich selbstverständlich. Auch die Lenkung ist direkt ohne zu spitz zu sein, die progressiven Bremsen runden das gelungene Setup mit feiner Dosierbarkeit bei nachhaltigem Biss ab.

Klassisches Layout

Galerie: Erster Test Aston Martin V8 Vantage RoadsterIm Vergleich mit den 2+2-Sitzern aus dem eigenen Hause (DB9, DBS, Virage) ist der kleine V8 durch den kürzeren Radstand erheblich agiler. Der klassisch gezeichnete Zweisitzer mit der langen Motorhaube und dem kurzen Heck lässt auf ein ebenso klassisches Antriebs-Layout schließen: Der Motor mit Trockensumpfschmierung ist tief hinter der Vorderachse platziert, das Getriebe an der Hinterachse montiert. Mehr als die Hälfte des Fahrzeuggewichts liegen somit auf der angetriebenen Hinterachse.

Nicht sofort ersichtlich: Die Kardanwelle ist aus leichter Kohlefaser gefertigt, an der Antriebsachse ein Sperrdifferenzial verbaut. Der Kardantunnel stellt eine feste Verbindung zwischen Motor und Antriebsachse sicher, das erhöht die Präzision in der Kurve. Der Kenner wird jetzt anerkennend lächeln und freut sich auf den hochdrehenden Saugmotor.

Beeindruckende Performance

Auf kurvigen Passstraßen kann dieses Paket auch aus dem Stand überzeugen: Bis 4.000 Umdrehungen zieht der 4,7-Liter V8 ordentlich los um darüber erst so richtig aufzudrehen: Akustisch unterstützt durch aktive Bypass-Ventile im Auspuff geht bis 8.000 Umdrehungen die Post ab. Der drehzahlhungrige Motor hängt dabei phänomenal am Gas, die sequenzielle Schaltung drückt nachhaltig die nächste Fahrstufe rein. In Kurven und bei Nässe ist durch die Zugkraftunterbrechung die volle Aufmerksamkeit des Fahrers gefordert, sollte er sich für ESP=0 entschieden haben.

Galerie: Erster Test Aston Martin V8 Vantage RoadsterDabei liefert das Fahrwerk eine beeindruckende Performance ab, die Traktion der montierten Bridgestone Potenza im Format 285/35 auf den 19-Zoll Felgen in Verbindung mit der breiten Spur ist über jeden Zweifel erhaben. Der Grenzbereich deutet sich – wie man das von einem perfekt abgestimmten Setup erwarten kann – höflich an, der Übergang zum Drift lässt sich spielerisch kontrollieren. Die Soundkulisse ist dabei souverän und ohne jeden Anflug von Krawall.

Was am Aston Marin V8 Vantage Roadster am nachhaltigsten beeindruckt ist die Abstimmung von dem, was für den aktiven Fahrer wirklich wichtig ist: Motor, Schaltung, Fahrwerk, Bremsen; sie bilden eine überaus sauber abgestimmte Einheit. Ein Doppelkupplungsgetriebe würde nur von dem Perfektionisten eingefordert, für den "Charakter" ein Fremdwort ist. Der Purist jedoch mag sich für die manuelle Handschaltung entscheiden, die Speedshift-Variante dagegen bestellt Grüße vom Motorsport.

 
Fazit
 

Thomas Weiss

Unter dem Strich bietet der V8 Vantage ein selten stimmiges Gesamtpaket für den anspruchsvollen Gentleman-Driver, der weiß wie man die Ideallinie umsetzt.Ein Porsche 911 Carrera S mag etwas schneller sein und flotter auf Tempo 100 bei weniger Leistung, Hubraum und Gewicht. Er verbraucht auch weniger und ist 20.000 Euro billiger.

Doch für den Aston Martin Kunden sind das keine Argumente, er will nicht am Stammtisch oder beim Autoquartett punkten. Er fährt keine Massenware. Seine Edelschmiede bietet ihm dafür Handarbeit und elegante Präzision für höchstes fahrerisches Niveau. Vom Design ganz zu schweigen.
 
 

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