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Galerie: Erster Test Audi A8 Facelift

Erster Test: Audi A8 Facelift

Highlight in der Oberklasse

18.10.2013

In der automobilen Oberklasse ist die Luft dünn, denn Mercedes-Benz hat eine S-Klasse vorgelegt, die zum Maybach ausbaubar ist und BMW zeigt, wie dynamisch Oberklasse sein kann. Audi muss mit dem überarbeiteten A8 also zeigen, was sonst noch geht. Und tatsächlich: Audi hat was gefunden.

Um eines vorwegzunehmen: Schlecht ist sicher keines der genannten Konkurrenzmodelle und die Detailkritik hält sich jeweils in Grenzen angesichts der durchweg hohen Fertigungsqualität im Süden Deutschlands. Audi muss also mit dem 2010 eingeführten A8 auf sehr hohem Niveau mit eigenen Qualitäten punkten.

Wir hatten Gelegenheit die wichtigsten ab November 2013 lieferbaren Motorisierungen einem Kurztest zu unterziehen. Und schon bei der Motorisierung zeigt sich: Audi leistet sich keinen Patzer. V6-Benziner oder -Diesel, sportlicher S8, schwelgender W12 (kommt erst später) oder, Schmankerl, V8-Diesel: Alle Varianten empfehlen sich zum Kauf. Doch die jeweiligen Interessenten werden sehr unterschiedlich sein.

Allen gemein

Allen A8 ist gemein, dass sie mit dem Allradantrieb Quattro und einer 8-Gang Automatikgetriebe ausgestattet sind. Serienmäßig. Äußerlich zeigen zurückhaltende Retuschen am Blech, dass man mit der Optik immer noch zufrieden ist: Doppelsicke in der Motorhaube, tieferer Grill, umlaufende Lufteinlässe, schlanke LED-Heckleuchten mit schmucker Chromleiste, das war’s dann auch mit den Neuerungen. Der A8 legt weniger Wert auf Protz als vielmehr auf klassische Limousinen-Proportionen mit einem recht weit hinten sitzenden Greenhouse. Im Zusammenspiel mit 20-Zoll-Bereifung und breiten 265er-Reifen steht der große Ingolstädter dann sehr dynamisch auf seinem Parkplatz.

Drinnen

Galerie: Erster Test Audi A8 FaceliftEine Oberklasse-Limousine muss sich - auch, nein gerade, wenn sie aus Deutschland kommt – in Übersee verkaufen, vor allem in China. Rund zwei Drittel aller A8 setzt Audi dort mittlerweile ab. Das zeigt sich dann auch an Details wie dem Luftionisator, den es nur wegen der chinesischen Kunden gibt, denn dort sei das sogar im Kühl- und Schuhschrank Standard, versichert Audi. Er helfe aber nicht nur gegen schlechte Gerüche, sondern biete auch einen Wellnessfaktor.

Ansonsten ist der Innenraum durchaus geschmackvoll einzurichten, fünf neue Dekoreinlagen gäbe es jetzt, im ganzen also acht, dazu zehn „Farbwelten“ mit aufeinander abgestimmten Lederarten. Gerade die matten Hölzer und das neue Leder „Unikat“, das umweltschonend gegerbt sein soll und eine passende, natürliche Oberflächenstruktur bietet. Abgerundet wird das wohnliche Ambiente durch die überzeugende Akustik verschiedener Surround-Sound-Anlagen von Bose (1.150 Euro) oder Bang&Olufsen (6.500 Euro).

Hinten

Galerie: Erster Test Audi A8 FaceliftDer Fußraum hinten ist auch bei normalem Radstand komfortabel, man fühlt sich nicht auf dem billigen Platz chauffiert, was natürlich durch die Erfahrung im A8L übertroffen wird, denn dort geht es tatsächlich sehr großzügig zu, wenngleich die optionalen Top-Einzelsitze bezeichnenderweise nicht als Liege- sondern als Ruhesitze bezeichnet werden.

Das äußert sich dann auch in den unter den Seitenscheiben eingelassenen Aschenbechern, die im langen A8 auch vollformatige Zigarren aufnehmen, während es im Standard-A8 eben nur für gewöhnliche Kippen reicht.

Neu fürs Modelljahr 2014 ist erstmals das Head-up-Display, das bei der Konkurrenz schon seit ein paar Jahren weniger als Fortschritt, sondern als Stand der Technik angesehen wird. Doch was den A8 auch nach seiner „Produktaufwertung“ (so nennt Audi das Facelift) deutlich vor allem von der S-Klasse unterscheidet: Es ist ein Fahrerauto.

Dynamik

Im A8 decken die Motoren (alle bereits fit für die EU-6.Abgasnorm) ein weites Leistungsspektrum von 285 (3.0 TDI) bis 520 PS (S8) ab, mit jeweils respektablen Verbrauchsdaten zwischen 5,9 (3.0 TDI) bis 11,7 Liter (W12). Die Beschleunigung liegt durchweg bei rund sechs Sekunden bei den beiden V6, pendelt sich bei den V8 und dem W12 bei unter fünf Sekunden ein und gipfelt im S8 bei vier Sekunden.#

Auswahl

Galerie: Erster Test Audi A8 FaceliftDie Europäer werden wieder meist zum V6-Diesel greifen (bisher entschieden sich hierzulande 50 Prozent für diesen Motor) und damit keine schlechte Wahl treffen. Kaum eine Rolle spielen wird dagegen der V8-Benziner, ihm fehlt gegenüber V8-Diesel das umwerfende Drehmoment (825 Newtonmeter), gegenüber dem W12 das gewisse Etwas und gegenüber dem S8 die schiere Power. Letzterer hat jederzeit weit mehr Leistung als man sinnvollerweise braucht, und gleichzeitig auch eine so unaufgeregt glaubhafte Sportlichkeit, dass einem ein S63 aus Affalterbach von vornherein als Kompromiss vorkommen muss.

Empfehlungen

Galerie: Erster Test Audi A8 FaceliftDer souveränste Motor ist jedoch nicht, wie zu erwarten wäre, der seidenweiche Zwölfzylinder, sondern der lässige V8-Diesel, laut Audi der einzige seiner Art im Segment der Oberklasse und damit eine echte Alternative zur Konkurrenz.

Als Geheimtipp kann dagegen der V6-Benziner gelten, denn er lässt den von Audi auf die Fahne geschriebenen Leichtbau auch im A8 erlebbar werden: Trotz Allradantrieb lässt sich der 310 PS starke und 1.830 Kilogramm leichte 3.0 TFSI überaus leichtfüßig bewegen. Das liegt nicht zuletzt an seinem Motorenkonzept, denn als einziger greift er nicht auf einen Turbo zur Leistungssteigerung, sondern auf einen Kompressor, der in Verbindung mit der in allen Modellen überzeugenden Achtgang-Automatik von ZF (Stichwort Wandlerüberbrückung) ermöglicht er die spontanste Kraftentfaltung im A8-Portfolio. Und weil der Kompressor nur bei Bedarf eingekoppelt wird, liegen die Verbrauchswerte des 76.900 teuren Basis-Benziners bei erfreulichen 7,8 Litern.

Highlight

Am auffälligsten sind jedoch die Scheinwerfer, die wesentlich forscher blicken als die mit Tagfahrlicht-LED überladenen, müde dreinblickenden Vor-Facelift-Leuchten des Jahrgangs 2010. Und tatsächlich ist dieses in allen Testwagen verbaute Matrix-LED-Licht die wichtigste Neuerung des aufgewerteten A8: Es ist hell, schlau und sicher und ab den V8-Modellen gar nicht mal teuer, hier kostet das neue Licht moderate 800 Euro extra, bei den Sechszylindern verlangt Audi 2.400 Euro Aufpreis.

Galerie: Erster Test Audi A8 FaceliftDas Matrix-Licht besteht aus 25 LED pro Scheinwerfer und kann die Fahrbahn intelligent ausleuchten: Bis zu acht Objekte können abgeblendet werden, so dass eine Blendung des Gegenverkehrs oder des Vorausfahrenden ausgeschlossen ist. Es reagiert dabei so fein und schnell, dass auch zwischen den entgegenkommenden Autos durchgeleuchtet wird. Auch Fußgänger werden nicht geblendet, sofern das optionale Nachtsichtgerät (2.200 Euro) verbaut wurde, dafür aber mit einem dreimaligen, kurzen Aufblitzen übe den herannahenden A8 aufmerksam gemacht.

Man kann sich das Licht wie einen sehr hellen Vorhang vorstellen, der dort zugezogen wird, wo das Licht nicht hin soll. Aktiviert wird es bei eingeschalteter Abblendlichtautomatik und aktiviertem Fernlicht oberhalb von 30 km/h und – wichtig – außerhalb geschlossener Ortschaften, weil es sich eben um Fernlicht handelt.

Das Nachtsichtgerät ist jetzt übrigens auch in der Lage, nicht nur Personen, sondern auch Tiere wie Rehe oder Wildschweine zu erkennen. Diese Mustererkennung ist tatsächlich gar nicht so unwichtig, denn das Wild wird – im Gegensatz zu Personen - sofort abgeblendet, um es eben nicht zu irritieren.

 
Fazit
 

Thomas Weiss

Die S-Klasse ist der Salon der Oberklasse und in seiner neuesten Generation Benchmark in Sachen Luxus. Der A8 dagegen ist das Fahrerauto, weshalb man sich natürlich fragen kann, warum man sich in China dann darin herumfahren lässt.

Doch diese Gedankenspiele lenken davon ab, dass der aufgefrischte A8 tatsächlich eine echte Alternative darstellt: Mit dem vehementen V8-Diesel bieten die Ingolstädter einen einzigartigen Motor in der Oberklasse an. Der hecklastig ausgelegte, permanente Allradantrieb bewegt den großen Wagen überaus behände vorwärts, was gerade im Basis-Benziner dank innovativem Kompressor-Einsatz wirklich überzeugt. Und das Design schreit nicht, sondern flüstert vielmehr „Dynamik“, die auch in allen Motorisierungen geliefert wird.

Technologisch ist der Oberklasse-Audi mit den Assistenz- und Sicherheitssystemen auf der Höhe der Zeit, kann aber mit seinem wegweisenden Matrix-LED-Licht ein echtes Highlight setzen. Nur die Amerikaner müssen sich noch etwas gedulden: Wegen der dortigen Vorschriften müssen US-Kunden vorerst auf das Matrix-Licht und auch die dynamischen Blinkerleisten verzichten. Letzteres lässt sich wenigstens leicht elektronisch nachrüsten.

Der A8-Interessent hierzulande kann sich das Oberklasse-Highlight ab November in den Fuhrpark stellen. Lediglich W12 und Hybrid lassen noch ein paar Monate auf sich warten.
 
 

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