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Galerie: Erster Test Audi Q7 e-tron

Erster Test: Audi Q7 e-tron

Der Q7 fährt zur Steckdose

06.11.2015

Die immer schärfer werdenden CO2-Ausstoßbestimmungen zwingen die Hersteller, sich neue Lösungen einfallen zu lassen – davon betroffen sind vor allem SUVs. Schweres Auto, hoher Verbrauch und die Umwelt schaut dabei in die Röhre. Deshalb stellt Audi dem Q7 nun eine elektronische Unterstützung zur Seite. Der neue Q7 e-tron soll sich laut Hersteller mit nur 1,7 Liter pro 100 Kilometer begnügen; theoretisch könnte man also mit nur einer Tankfüllung von Hamburg nach Monaco fahren. Das allerdings ist selbst bei behutsamer Fahrweise kaum realisierbar. Wir haben den 80.500 Euro teuren Stromer, der ab Frühjahr 2016 beim Händler steht, zu ersten Ausfahrt gebeten.

Galerie: Erster Test Audi Q7 e-tronDas Schlachtschiff der Ingolstädter hat sich schick in Schale geworfen. Der einst adipös wirkende Q7 hat sein pummeliges Blechkleid gegen einen schicken Designer-Anzug eingetauscht. Der neue Audi Q7 e-tron unterscheidet sich optisch durch Veränderungen an Kühlergrill, Diffusor und Lufteinlässen zum herkömmlichen Q7 - wer möchte, kann auch die beleuchteten e-tron-Einstiegsleisten ordern, um den Doppelherz-Audi weiter vom Normalo abzuheben. Nicht extra ordern braucht man hingegen das volldigitale Kombiinstrument, denn das gehört beim Hybriden zum Standard. Sowieso kommt die umweltbewusste Alternative von Haus aus gut ausgestattet daher – dazu zählen unter anderem: Ein Bergabfahrassistent, der Offroad-Modus für die elektronische Stabilitätskontrolle (ESC), MMI Navigation plus, die den Internet-Baustein Audi connect integriert, oder das Fahrdynamiksystem Audi drive select.

Im Innenraum präsentiert sich das elektrisierte SUV genauso geräumig und präzise verarbeitet wie der normale Q7. Größter - beziehungsweise kleinster - Unterschied ist der Kofferraum, der wegen der verbauten Batterien um rund 200 Liter auf 650 Liter, bei umgelegter Rückbank 1.835 Liter, geschrumpft ist. Das hat zur Folge, dass Großfamilien nicht mehr auf eine gemeinsame Spritzfahrt gehen können, denn die dritte Sitzreihe kann im e-tron nicht geordert werden.

Schwer in Ordnung

Galerie: Erster Test Audi Q7 e-tronFür einen flotten Antrieb sorgen im neuen Elektro-SUV auf der einen Seite der herkömmliche, auch ohne E-Unterstützung erhältliche Dreiliter-Sechszylinder-Turbodiesel mit 258 PS, der im Alleingang schon satte 600 Newtonmeter Drehmoment stemmt. Damit der e-tron seine normalen Geschwister abhängen kann, steht dem Selbstzünder eine 94 kW starke E-Maschine mit weiteren 350 Newtonmeter Drehmoment zur Seite. Mit beiden Antrieben stehen dem Schlachtschiff 373 PS und insgesamt 700 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung, die bestimmend im Drehzahlbereich von 1.250 bis 3.000 Umdrehungen zupacken. In glatten sechs Sekunden bewältigt das 2.445 Kilogramm schwere SUV den Spurt von Null auf Einhundert – und das, obwohl er aufgrund des elektrischen Hüftgolds 375 Kilo schwerer ist als die konventionell betriebenen Geschwister. Die Verbrenner-Modelle hängt der e-Ingolstädter zwar beim Spurt ab, doch dürften die Topmotorisierungen ihren maximal 225 km/h schnellen Bruder bald wieder eingeholt haben – mit ihnen geht es am oberen Ende noch ein bisschen schneller.

Rein elektrisch soll man im Q7 e-tron eine Reichweite von 56 Kilometer zurücklegen können. Dass das in der Praxis, wie auch die 1.400 Kilometer Gesamtreichweite, nur schwer realisierbar sein dürfte, ist nicht verwunderlich. Bis zu einer Geschwindigkeit von 125 km/h kann der Fahrer das fast lautlose Gleiten des E-Antriebs genießen – soll es schneller gehen, mischt sich der Selbstzünder ein. Für eine umweltschonende Fahrt durch die Stadt reicht der E-Antrieb also allemal und wer vor der Bürotür oder zuhause eine Industriesteckdose vorfindet, lädt die 17,3 Kilowattstunde große Lithium-Ionen-Batterie in nur zweieinhalb Stunden komplett auf, an der Haushaltssteckdose dauert es etwa dreimal so lange; während der Fahrt fließt in die Batterie natürlich, dank der Rekuperation, ebenfalls Energie zurück.

Da wird einem warm ums Herz

Galerie: Erster Test Audi Q7 e-tronEin großer Feind des elektrischen Antriebs ist die Kälte. Im Winter geht die Reichweite drastisch nach unten. Damit das im Q7 nicht passiert, setzt Audi auf eine neue Wärmepumpe, die das bisschen Hitze, das der E-Antrieb erzeugt, abgreift und zum stromsparenden Erwärmen des Innenraums nutzt. Und geht die Energie trotzdem einmal zur Neige - oder hat man es eilig -, schaltet sich der Selbstzünder unmerkbar hinzu. Auf den ersten 100 Kilometern soll der Verbrauch des Audi bei nur 1,7 Litern liegen. Das funktioniert allerdings nur, wenn man die elektrische Reichweite komplett nutzt. Während unserer ersten Ausfahrt konnten wir einen, deutlich realistischeren, Durchschnittsverbrauch von sechs Liter realisieren.

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Beim Spritsparen soll übrigens die serienmäßige MMI Navigation plus mit Internetzugang helfen; sie arbeitet beim Audi Q7 e-tron quattro eng mit dem Hybridmanagement zusammen. Das System macht es möglich, aus den Navigationsdaten und den Echtzeit-Verkehrsinformationen schon beim Start eine effiziente Hybrid-Strategie für den besten Weg zum Ziel zu berechnen. Und es schaut stets drei Kilometer voraus und informiert den Fahrer optisch, wann es sinnvoll erscheint, den Fuß vom Gas zu nehmen. Und wer nicht hören will, muss fühlen: zugleich pulst das aktive Fahrpedal einmal gegen die Fußsohle.

Die Qual der Wahl

Galerie: Erster Test Audi Q7 e-tronWer im rein elektrischen Fahrmodus in den Hybrid-Betrieb umschalten muss, um etwa ein anderes Fahrzeug zu überholen, muss ebenfalls einen kleinen Widerstand im Gaspedal überwinden. Natürlich kann man die Betriebsarten auch mittels Schalter anwählen: So kann der Fahrer auch bestimmen, dass die Batterie vom Verbrenner geladen werden soll, wenn man nach einer langen Autobahnfahrt noch emissionsfrei durch die Stadt fahren möchte. Doch damit nicht genug der Wahlmöglichkeiten: Natürlich steht auch im e-tron das bekannte Drive-Select-System zur Wahl, über das unter anderem Motorsteuerung, Motorsound, Automatikgetriebe, Lenkunterstützung, Geschwindigkeitsregelanlage, Matrix LED-Scheinwefer und Ambientebeleuchtung individuell eingestellt werden können. Die optionale Luftfederung, die den Audi wunderbar sanft auch über schlechte Straßen gleiten lässt, lässt sich ebenfalls so beeinflussen.

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Mit dem Audi Q7 e-tron haben die Ingolstädter ein halbwegs umweltverträgliches SUV auf vier Räder gestellt, das zwar mit einem happigen Einstiegspreis von 80.500 Euro zu Buche schlägt, dafür allerdings ordentlich ausgestattet aus dem Werk rollt. Er ist eine schnittigere Alternative zum gut 2.000 Euro teureren Porsche Cayenne S E-Hybrid.
 
 

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