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Galerie: Erster Test Audi R8

Erster Test: Audi R8

Der Zwilling aus der Boxengasse

23.07.2015

Mit einer von Audi im Jahr 2003 auf der IAA vorgestellten Designstudie nahm alles seinen Lauf. Drei Jahre später war die erste Generation des Audi R8 auf dem Automobilmarkt erhältlich, welche bis heute rund 27.000 Mal verkauft wurde. Die ab Herbst erhältliche Neuauflage will aus der Boxengasse raus auf den Asphalt und mit zahlreichen Rennsportgenen den Erfolg des Vorgängers fortsetzen. Zurecht stolz ist man bei Audi daher, mit der Neuauflage jetzt das schnellste Audi-Serienmodell bis dato präsentieren zu können.

Galerie: Erster Test Audi R8Einen serienmäßigen Rennwagen möglichst komfortabel zu machen, ist seit jeher eine der größten Herausforderungen für die Automobilbranche. Bei den meisten Sportmodellen sind daher leider oftmals die Fahrwerke so straff ausgelegt, dass man jede noch so kleine Bodenunebenheit merkbar im Rücken realisiert. So ist es zum Beispiel beim Audi TT, gerade auf der Langstrecke.

Anders ist da der neue R8. Schon auf den ersten Metern unserer Testfahrt stellen wir fest: Eine Ausfahrt quer durch die Republik würde uns, nicht nur auf Grund des auffälligen Aussehens, gefallen. Im Komfortmodus ist das Fahrwerk so exzellent abgestimmt, dass jede noch so schwierige Bodenbeschaffenheit perfekt ausglichen wird, ohne dabei dem Fahrspaß in die Quere zu kommen. Und selbst im deftiger zulangendem Sportmodus wird der Rücken nur minimal traktiert.

Aber der Ingolstädter ist nicht nur ein gemütlicher Gleiter, er kann auch noch ganz anders. Das hat er uns auf der Rennstrecke im portugiesischen Portimão eindrucksvoll vermittelt. Dank seines neu entwickelten, permanenten Allradantriebs, scheint er auf der Straße zu haften, wie Kukident an den Dritten. Man möchte meinen, die direkte Lenkung reagiert schon, bevor der Fahrer am Volant dreht und ein leichtes Zucken im rechten Fuß genügt, damit das Auto davon prescht. Und das alles begleitet von einem atemberaubenden Klang: Audi nennt den Sound des R8 „kehlig fauchend“ und „röhrend“ - wir nennen es einfach geil.

Lass mal DNA rüberwachsen

Galerie: Erster Test Audi R8Die ganze Sportlichkeit kommt nicht von ungefähr: Fünfzig Prozent aller Teile erhält der R8 von seinem Zwilling, dem R8 LMS - einer Version für die Rennstrecke. Produziert werden beide im Kleinserienprozess, auf 30.000 Quadratmetern mit 400 Mitarbeitern, in der neuen Manufaktur im Industriepark Böllinger Höfe bei Heilbronn. Diese DNA-Ausbeute kommt der zivilen Version vor allem beim Karosseriebau sehr zu Gute. Hier setzt man im Leichtbau auf ein Zusammenspiel aus Aluminium und Karbontechnologie, bei der gerade die Kohlefaser für eine höhere Steifigkeit des Fahrzeugs sorgt. Übrigens: Zukünftig sollen alle R- und S-Modelle mit mehr Genen der Rennfahrzeuge ausgestattet werden.

Optisch ist der neue R8, im Vergleich zum Vorgänger, flacher, breiter und muskulöser geworden. Recht protzig ist er und dennoch ein charmanter Macho-Typ - ein absoluter Hingucker eben. Wie schon aus dem Audi TT bekannt, ist das Navigationssystem im Cockpit integriert, was zusammen mit Lenkrad und Straße eine Linie ergibt. Und wo bei anderen Herstellern für jede Funktion ein Knöpfchen in der Mitte verbaut ist, versucht Audi die wesentliche Bedienung komplett im Lenkrad unterzubringen. Neben den gewohnten Funktionen wie Lautstärkeregelung, Tempomateinstellung und Telefonannahme, halten je nach Ausstattung zwei beziehungsweise vier Satellitentasten im Lenkrad Einzug. Eine zum Starten des Motors, eine für die Soundunterstützung (für wenn es mal etwas mehr Donnern soll), eine zum Wählen der Fahrprogramme und der Performance-Taster mit dem die Modi dry, wet und snow gewählt werden können.

Das Maximale rausholen

Galerie: Erster Test Audi R8Angetrieben wird der R8 durch den weiterentwickelten, frei saugenden Zehnzylinder-5,2-Liter-FSI-Motor, der schon beim Start binnen Sekundenbruchteilen auf 2.500 Umdrehungen hochdreht. In der schwächeren Motorisierung - sofern man hier noch von Schwäche reden kann - beschleunigt der Audi R8 V10, mit 540 PS und einem maximalen Drehmoment von 540 Newtonmetern bei 6.500 Umdrehungen die Minute, das Geschoss von 0 auf 100 binnen 3,5 Sekunden. In nur 3,2 Sekunden schafft es hingegen sein stärkerer Bruder, der Audi R8 V10 plus mit 610 PS. dessen maximales Drehmoment nochmals 20 Zähler höher liegt. Und noch schneller geht es mit Sportreifen. Dann braucht das Aggregat nur atemberaubende 3,1 Sekunden.

Geht da nicht noch was? Ebenfalls hatten wir die Möglichkeit, auf der Rennstrecke im Audi R8 LMS-Taxi mit der schweizerischen Rennfahrerin Rahel Frey mitzufahren, die uns nicht nur mit ihrem Können, sondern auch mit dem des reinrassigen Renn-R8 überzeugte. Während die Otto-Normal-Fahrer auf der Rennstrecke schon in die Eisen gingen, gab sie weiter Vollpower und bremste stets im letzten Augenblick, was uns die Sprache verschlug.

  • Technische Daten

Länge: 4,43 Meter, Breite: 1,94 Meter, Höhe: 1,24 Meter, Radstand: 2,65 Meter,

R8 V10: 5,2-Liter-V10-Benziner, Heckantrieb, 397 kW/540 PS bei 8.250 U/min, maximales Drehmoment: 540 Nm bei 6.500 U/min, 0-100 km/h: 3,5 s, Vmax: 320 km/h, Durchschnittsverbrauch: 11,4 Liter, CO2-Ausstoß: 272 g/km, Abgasnorm: Euro 6,

Preis: ab 165.000 Euro

R8 V10 plus: 5,2-Liter-V10-Benziner, Heckantrieb, 449 kW/610 PS bei 6.700 U/min, maximales Drehmoment: 560 Nm bei 6.500 U/min, 0-100 km/h: 3,2 s, Vmax: 330 km/h, Durchschnittsverbrauch: 12,3 Liter, CO2-Ausstoß: 287 g/km, Abgasnorm: Euro 6,

Preis: ab 187.400 Euro

Ein Lotto-Gewinn muss her

Galerie: Erster Test Audi R8Der neue Audi R8 ist ein durch die Bank weg gelungenes Konzept, an dem wir nicht wirklich was zu mäkeln finden. Lediglich der Preis schreckt ab. Mit einem Einstiegspreis von 165.000 Euro (R8 V10) und 187.400 Euro (R8 V10 plus), kullert uns ein kleines Tränchen über die Wange - aus der Traum von der Rennsemmel mit optimalem Komfort. Bleibt zu hoffen, dass der Lotto-Gewinn nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt.

 

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