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Galerie: Erster Test Audi RS 5

Erster Test: Audi RS 5

Maulkorb verpasst

07.07.2017

Was war das für ein Sound: Stimmgewaltig konnte man den Audi RS5 bislang schon aus der Entfernung wahrnehmen. Doch der neusten Auflage mussten die Entwickler sprichwörtlich einen Maulkorb anlegen. Ein sattes, lautes, fast diabolisches Gebrabbel aus den Endrohren will zukünftig einfach nicht mehr aus dem Auspuff und in den Innenraum dringen. Das sonst so harmonische Audi-Klang-Konzert musste dank neuer Gesetzgebung deutlich leiser ausgelegt werden. Das nimmt dem Audi durchaus ein Quäntchen an Emotion. Mit welchen Argumenten will die zweite RS-5-Generation also stattdessen überzeigen?

Größter Unterschied zum Vorgängermodell ist nicht nur der Klang, sondern auch die Soundquelle unter der Motorhaube. Hier werkelte bisher ein freiatmender V8, zukünftig gibt es einen V6-Biturbo-Motor – unverändert hingeben blieb die Leistung. Wie auch Generation Eins verwaltet auch die Neuauflage 450 PS. Waren es beim Ersten jedoch „nur“ 430 Newtonmeter Drehmoment, schickt der Aktuelle derer 600 an die Räder. Das lässt den Allrad-Ingolstädter in nur 3,9 Sekunden auf Tempo 100 schnellen.

Superhaftkleber inklusive

Galerie: Erster Test Audi RS 5Noch ein Stück beeindruckender als bisher ist das nahezu zu perfekt abgestimmte Fahrwerk des neuen Audi RS 5. Hier wird der Fahrer stets bestens über die Beschaffenheit der Wege informiert, die direkte Lenkung macht jede flotte Kurvenjagd ohne umschweifen mit und sogar bei nassen Straßen und motiviertem Lenkverhalten scheint das Ausbrechen des Fahrzeugs schier unmöglich. Als hätte man die Räder mit Superhaftkleber eingeschmiert, krallen sich die vier Pneus fest in den Asphalt.

Galerie: Erster Test Audi RS 5Ebenfalls großes Kino bieten die Entwickler bei den Fahrprogrammen. Im Komfort-Modus schluckt er, wie fast kein anderer Sportwagen, Bodenunebenheiten mühelos weg und lässt sich somit auch auf längeren Autobahnstrecken bequem bewegen. Im Dynamik-Modus strafft sich das Fahrwerk zwar, doch rumpelt es auch hier nie unangenehm über schlechte Pfade. Doch egal wie man sich Fortbewegt, der emotionale Klang fehlt einfach.

  • Technische Daten – Audi RS 5

Länge: 4,72 Meter, Breite: 1,86 Meter, Höhe: 1,36 Meter, Radstand: 2,77 Meter, Kofferraumvolumen: 465 Liter

2,9-Liter-Turbobenziner, 331 kW/450 PS bei 5.700 - 6.700 U/min, maximales Drehmoment: 600 Nm bei 1.900 – 5.000 U/min, 0-100 km/h: 3,9 s, Vmax: 280 km/h, Durchschnittsverbrauch: 8,7 l/100 km, CO2-Ausstoß: 197 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Preis: ab 80.900 Euro

Grüner Bad-Boy

Galerie: Erster Test Audi RS 5Zwar hat sich Audi den Slogan „Vorsprung durch Technik“ auf die Fahne geschrieben, doch Liebe zum Design ist den Ingolstädtern nicht fremd. So haben die Kreativen den Kotflügel um 1,5 Zentimeter in die Breite gezogen und die Scheinwerfer vorne und hinten mit Lufteinlässen versehen. Diese sind zwar nicht von Bedeutung, vermitteln aber einen durchaus sportlichen Charakter und lassen den RS5 zum coolen Bad-Boy werden. Liebhaber der Kohlefaser können außerdem das Dach gegen 3.500 Euro drei Kilogramm leichter machen und Lufteinlässe, Schweller und Außenspiegel mit dem Carbon-Paket veredeln lassen.

Galerie: Erster Test Audi RS 5Wenn Audis Spitzenmodelle eine neue Farbe bekommen, dann werden diese immer nach berühmten Rennstrecken benannt. Und für den neuen Audi RS 5 heißt diese „Sonoma Green“. Das satte dunkle Grün ist eine wunderschöne Lackierung, die im Sonnenlicht leicht gold-orange schimmert und das Sport-Coupé in ein exklusives Licht rückt.

Ganz schön griffig

Galerie: Erster Test Audi RS 5Auch der Innenraum ist selbstredend auf Sportlichkeit ausgelegt. Hier empfiehlt es sich das Alcantara-Paket zu ordern, damit das Lenkrad richtig schön griffig in der Hand liegt. Die lederbezogenen Sportsitze schmiegen sich an den Körper und lassen sich auf Wunsch mit farbigen Ziernähten versehen. Wer den Blick durch den Innenraum schweifen lässt, erkennt schnell die vielen kleinen liebevoll eingeworfenen Carbon-Details.

Galerie: Erster Test Audi RS 5Auch IT-Fans kommen im RS 5 natürlich auf ihre Kosten. Was mittlerweile in keinem Audi mehr fehlen darf, ist das volldigitale Kombi-Instrument, das sich individuell auf die eigenen Bedürfnisse einstellen lässt. Analoge Instrumente gibt es nicht mal mehr in der Serie. Noch mehr Information liefert das optional erhältliche Head-up-Display.

 
Fazit

Jan Menno Schmidt (Trad: A.F.)

Den neuen Audi RS 5 gibt es ab 80.900 Euro beim Händler. Doch wie bei jedem Fahrzeug lässt sich der Einstiegspreis schnell in die Höhe treiben. Ein bisschen dieses und jenes und der RS 5 knackt locker die 100.000 Euro Grenze. Dafür gibt’s aber auch ein äußerst gelungenes Gesamtpaket! Das perfekt abgestimmte Fahrwerk weiß zu überzeugen und das provokantere Auftreten lässt beim bloßen hinschauen schon die Herzen höher schlagen. Größter Minuspunkt ist und bleibt aber der Maulkorb, den die Entwickler dem RS 5 dank Regierungsbeschluss verpassen mussten. Wer es unbedingt lauter will, muss also zu den zwei großen Mitbewerbern schauen:BMW und Mercedes haben M4 und AMG C63 vor dem Beschluss zugelassen.
 
 

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