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Galerie: Erster Test Audi RS5 Cabriolet

Erster Test: Audi RS5 Cabriolet

Freiluft-Orchester

14.12.2012

Die Geschäfte laufen gut mit den krachenden Muskelprotzen, die bei Audi künftig mit einer wachsenden RS-Version stärker in den Fokus gerückt werden sollen. Noch bevor RS6 Avant, RS7 oder RS Q3 folgen, durften wir uns von der Herrlichkeit des offenen RS5 überzeugen, der im Frühjahr 2013 offiziell in den Markt startet.

Besagte Herrlichkeit transportiert der RS5 bereits optisch in eindrucksvoller Weise, denn die breitenbetonende Karosserie steht dem Liftstyle-Audi gut und gibt einen passenden Rahmen für die gewaltigen 20-Zoll-Räder (Serie sind 19-Zöller), die von den optionalen Keramik- oder den neuen Wave-Bremsen (die drei Kilogramm Gewicht sparen) stimmig ausgefüllt werden. Weitere Akzente sind die den scharfen Blick betonenden LED-Tagfahrleuchten (Serie) oder die zweiflutige Auspuffanlage, deren großvolumige Endrohre in einem Diffusorheck endet.

Galerie: Erster Test Audi RS5 CabrioletWas diese Rohre versprechen, kann der RS5 akustisch auch einhalten. Im Bug ist ein 4,2 Liter großer V8-Motor, ein drehzahlhungriges Kraftwerk, ein eigentlich kultivierter, doch für den Einsatz im RS zusätzlich auf Krawall gebürsteter Saugbenziner. Die maximal 450 PS entfalten sich erst bei 8.250 Umdrehungen, 250 Touren weiter setzt der Begrenzer den Drehfreuden ein Ende. Die maximal 425 Newtonmeter liegen zwischen 4.000 bis 6.000 Umdrehungen an.

4,9 Sekunden

Zum entspannten Cruisen eignet sich das zwangsweise an ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe gekoppelte Aggregat ebenso wie zum brutalen Sprintspaß. Kurzweilige 4,9 Sekunden soll der Spurt des 1,9-Tonners im Idealfall dauern, sofern man die Launch-Control aktiviert hat. Das brutale Hämmern des Motors setzt dabei eine emotionsgeladene Klangnote frei, wobei der basslastige Sound nicht ganz so wilde Töne anschlägt wie der akustisch noch deutlich variantenreichere TT RS, der allerdings auch über ein wild pochendes, aufgeladenes Fünf-Zylinder-Herz verfügt.

Galerie: Erster Test Audi RS5 CabrioletAuf kurvigen Bergstraßen im Hinterland von Nizza ließ uns der RS5 immerhin einige Mal schreckhaft zusammenzucken. Wenn man nämlich vor der Kurveneinfahrt den Wagen einbremst, schaltet die S Tronic runter, um beim anstehenden Rausbeschleunigen gleich mit gehobenem Drehzahlniveau und entsprechend viel Druck nach vorne ballern zu können. Dabei wird der Gangwechsel von einer Zwischengasfanfare begleitet, die gelegentlich mit infernalischen Knallgeräuschen für Schreckmomente sorgen kann. Angesichts der sonst eher manierlichen Sportakustik ist das eine unerwartet krasse Lebensäußerung.

Reichlich Dynamik-Optionen

Speziell in kurvenreichem Terrain kann der RS5 den Insassen also ein intensives Fahrerlebnis bieten. Zugegeben: Für einen Extremsportler ist er etwas schwer und die offene Karosse trotz der aufwendigen Versteifungsmaßnahmen nicht völlig frei von Unruhe, was aber den eindrucksvollen Performance-Charakter nicht sehr verwässert. Neben den packenden Bremsen, den breiten Gummis und dem sportlich abgestimmten Fahrwerk, welches mit der optionalen Dynamic Ride Control auf Knopfdruck noch härter einstgellt werden kann, ist es vor allem der hochvariable Allradantrieb, der das ganz große Kino der Querdynamik eröffnet.

Galerie: Erster Test Audi RS5 CabrioletGroßen Anteil am exzellenten Handling hat das 2010 eingeführte Kronenrad-Mittendifferenzial. Das mechanische Verteilergetriebe befindet sich direkt hinter der S-Tronic und ermöglicht eine neue Dimension der Fahrdynamik. Maximal schickt der Allradantrieb 70 Prozent der Kraft an die Vorderachse (bisher 60) oder 85 Prozent nach hinten (bislang 70). Die Grundverteilung beträgt 40 zu 60.

Aktive Momentenverteilung

Ein weiteres Dynamik-Schmankerl ist die aktive Momentenverteilung zwischen den vier Rädern. Die ESP-Unterfunktion agiert, bevor der RS5 in Kurven über die Vorderachse schiebt. Lenkwinkel, Gierrate und Beschleunigung geben die notwendigen Informationen, wann an welchem Rad Schlupf auftreten wird. Das System bremst dieses Rad sanft ab, ohne die Kraft an den anderen Rädern zu verringern. Das bewirkt ein phänomenales In-die-Kurve-Ziehen und traktionsstarkes Herausbeschleunigen.

Wer der Fahrdynamik die Krone aufsetzen möchte, ordert noch das Sportdifferenzial (Torque Vectoring), das in die Hinterachse integriert wird und die Räder einzeln abbremst und aktiv beschleunigt. Dieses 950 Euro teure Bauteil verbessert das Handling nochmals.

Teuer und durstig

Galerie: Erster Test Audi RS5 CabrioletBei vielen dieser Dynamik-Helfer handelt es sich um Ausstattungs-Optionen, die man allerdings teuer bezahlen muss und die sich eher für den ambitionierten Rennstrecken-Einsatz als für den sonntäglichen Landstraßenausflug lohnen. Das RS5 Cabriolet ist mit mindestens 88.500 Euro in der durchaus gut ausgestatteten Basisversion ohnehin schon ein teures Vergnügen. Und selbstverständlich lässt sich der Preis mit entsprechenden Extras problemlos in sechsstellige Regionen treiben. Die Anhebung der Höchstgeschwindigkeits-Grenze von 250 auf 280 km/h kostet 1.500 Euro, 245 Euro muss man für das iPhone-Kabel berappen. 120.000 Euro sind machbar, was schon aberwitzig anmutet, wenn man bedenkt, dass es sich um ein Derivat der Mittelklasse-Baureihe A4 handelt.

Immerhin bekommt man im Fall des RS5 Cabriolets neben außerordentlicher längs- und querdynamischer Kompetenz auch eine gehörigen Portion Lifestyle und Komfort. Am reizvollsten ist der Offenmodus, den man per Knopfdruck in 15 Sekunden aktiviert und selbst bei frostigen Außentemperaturen entspannt genießen kann, sofern das serienmäßige Windschott und die Seitenfenster oben sind. Dann nämlich bleiben die Verwirbelungen im Innenraum auf bescheidenem Niveau. Und auch im geschlossenen Zustand herrscht angenehme Ruhe, denn das dreilagige Komfortverdeck schirmt die Insassen in sehr kompetenter Weise von der Außenwelt ab.

Ein gutes Platzangebot und eine teilweise bereits serienmäßige Komfortausstattung qualifizieren das RS5 Cabriolet zudem zum Ganz-Jahres-Luxusschlitten, der mehr als nur für Sonntagsausflüge ins Grüne taugt. Der Stoffdach-Bolide provoziert allerdings einen gehobenen Spritkonsum, der einen täglichen Einsatz auch ein Stück weit verleiden kann. Bereits der Normverbrauch liegt jenseits der Zehn-Liter-Marke und geht praktisch noch deutlich nach oben. 15 Liter Durchschnittsverbrauch sind gar kein Problem, nach unserer ersten Testfahrt waren es laut Bordcomputer sogar stolze 18 Liter.

 
Fazit

Mario Hommen

Teuer, durstig und schwer – darauf lassen sich die kritischen Aspekte des RS5 Cabriolets zusammenfassen. Ansonsten herrscht eitel Sonnenschein, denn dank des hochpotenten Antriebs beschert das Luxus-Cabriolet den Insassen ein Dauergrinsen, mit offenem oder geschlossenem Dach.

Gleiches gilt auch bei schnellen Kurvenfahrten, die trotz des hohen Gewichts mit spielerischer Leichtigkeit und eindrucksvoller Präzision von der Hand gehen. Allerdings darf es dann auch das vollständige Rüstzeug sein, welches das dynamische Options-Arsenal des RS5 Cabriolets bietet. Sportdifferenzial, Keramikbremsen oder die Dynamic Ride Control treiben sowohl Fahrfreude als auch Kaufpreis deutlich nach oben.

Wer sich diesen Spaß leisten will, bekommt immerhin gleich noch ein komfortables Alltagsauto, das mit gutem Platzangebot und einem vorzüglichem Akustikdach seine Insassen zusätzlich verwöhnt.
 
 

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