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Galerie: Erster Test Audi S3 Limousine

Erster Test: Audi S3 Limousine

Bisschen mehr reicht auch

07.02.2014

Angesichts 360 PS, die bei AMG aufgerufen werden wenn es um sportliche Kompaktlimousinen geht, klingt der Audi S3 mit 300 PS wie ein Sparangebot. Doch das runde Package überzeugt schnell.
Sehr schnell.

Nicht falsch verstehen: Nötig ist das nicht. Es ist nicht nötig, ans Mittelmeer zu fahren, um am Meer zu entspannen. Es ist nicht nötig, für ein Steak über 30 Euro pro Kilogramm auszugeben um satt zu werden. Und es braucht keinen französischen Rotwein, um sich damit zu betrinken. All das kriegen Sie anderswo für weniger.

Womit wir beim S3 sind.

Galerie: Erster Test Audi S3 LimousineMan braucht seine 300 PS nicht, um von A nach B zu kommen. Der S3-Fahrer wird jedoch darauf achten, dass zwischen A und B ein paar Kurven liegen, schöne Kurven. Denn abseits des Alltags - den die Limousine so brav absolviert wie das Fließheck - gibt es für ihn auch noch ein Leben.

Eckdaten

Die wichtigsten Eckdaten des sportlichen A3 lauten: Zwei-Liter Turbo, 300 PS, 380 Newtonmeter Drehmoment, unter sieben Liter Verbrauch, Allradantrieb via Lamellenkupplung an der Hinterachse, Wahl zwischen Schalt- und Doppelkupplungsgetriebe. Mit letzterer Option ist eine Beschleunigung in unter fünf Sekunden machbar, die Topspeed wird bei 250 km/h abgeregelt.

Galerie: Erster Test Audi S3 LimousineDamit ist der S3 ein bisschen mehr Sportwagen, als man von einer kleinen Limousine erwarten kann und dieses bisschen mehr setzt er so unaufgeregt in Szene, dass ihn selbst der Powerverwöhnte sympathisch findet. Der Motor dröhnt angenehm aus den vier Abgasendrohren, das Doppelkupplungsgetriebe (DKG) gibt beim Herunterschalten automatisch Zwischengas, Drehmoment und Leistungskurve geben sich ab 5.500 Touren die Hand und der Turbo liefert bis über 6.000 seine Leistung wirklich gerne ab. Aus dem Stand hat man also ein fülliges Drehmoment, doch kann man die Gänge dann auch gerne ausdrehen, was einem im Handschalter zugegebenermaßen noch mehr Freude bereitet, denn der Motor packt mit minimalster Gedenkpause zu.

Verbindung

Galerie: Erster Test Audi S3 LimousineMit dem Handschalter stellt sich schnell eine innige Verbindung zwischen Fahrer und Untersatz her, der S3 lässt sich geradezu intuitiv bewegen, denn Fahrwerk, Allradantrieb und Motor harmonieren ganz wunderbar.

Seinen Anteil daran hat, neben der überraschend verbindlichen, weil progressiv ausgelegten elektromechanischen Lenkung und dem aggressiver angesteuerten Lamellenpaket hinten auch das um 2,5 Zentimeter tiefer gelegte, straffere Fahrwerk des S3. Leider sind die schönen und passend dimensionierten 19-Zoll-Reifen an die elektronische Dämpferregelung Magnetic Ride gekoppelt, die im Zusammenspiel mit dem DKG allerdings dem Audi-typischen Drive Select erst seine wirkliche Existenzberechtigung verleiht, wenn der Fahrer dem Auto eine straff-sportliche oder komfortabel-relaxte Grundabstimmung verpassen möchte.

Balance

Galerie: Erster Test Audi S3 Limousine1.430 Kilogramm Leergewicht gibt Audi für die S3 Limousine an, was einem Leistungsgewicht von 4,8 Kilogramm pro PS oder 210 PS pro Tonne Fahrzeuggewicht entspricht.

Die Balance des Wagens ist dabei sehr ausgewogen. Provozierte Lastwechsel bringen ihn kaum aus der Ruhe, entlang der Haftungsgrenze der Reifen kann man leise Heckschwenks zur Steigerung der Agilität einsetzen ohne unkontrollierte Dreher oder Konterschwenks riskieren zu müssen, denn das alles geht auch bei aktiviertem ESP. Der Allradantrieb namens quattro ist gegenüber den anderen quattros mit quer eingebautem Frontmotor zwar auch nur als Hang-on umgesetzt, dafür seitens der Regelelektronik etwas hecklastiger und damit agiler. Dennoch bleibt der Wagen auch in schnellen Kurven über weite Bereiche gutmütig neutral.

 
Fazit
 

Thomas Weiss

Die Konkurrenz ist spärlich: Mercedes bietet mit dem CLA 45 AMG einen mit 360 PS nochmals deutlich sportlicheren Gegner auf, während BMW mit dem 1er keine echte Limousine aufbieten kann, dagegen mit 320 PS und Hinterradantrieb nochmals agiler ums Eck wischt.

Die Audi S3 Limousine dagegen lässt sich jederzeit überaus schnell, sicher und unangestrengt bewegen, denn sie ist kein brettharter Sportler - doch  Leistungsreserven sind bei Bedarf jederzeit abrufbereit und der Allradantrieb liefert über weite Bereiche  neutralen Grip. Die optische Sportlichkeit hält sich gekonnt zurück, lediglich am Heck sind die sportlichen Attitüden auch für den Laien deutlich erkennbar, Diffusor und zweiflutige Doppelrohranlage unterscheiden den S3 deutlich von seinem zivilen Bruder A3. Im Innenraum lässt er sich auf Wunsch mit Stofflederkombination, Volllederausstatung oder rutschhemmendem Alcantara ausstatten.

Die Preise starten bei gut 40.000 Euro für den Handschalter, der S-tronic genannte Automat mit Doppelkupplung kostet 2.000 Extra, die adaptiven Dämpfer des Magnetic Ride kosten nochmals 1.000 Euro.
 
 

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