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Galerie: Erster Test Audi SQ7 TDI

Erster Test: Audi SQ7 TDI

Die flotte Hummel

12.05.2016

Nachdem uns bereits der neue Audi Q7 und der Q7 e-tron vollends begeistern konnten, war die Vorfreude auf die schnellste Version des Ingolstädter Dickschiffes umso größer. Jetzt durften wir den flotten Ingolstädter, der ab Sommer beim Händler steht, endlich für Sie testen. Und die Vorfreude wurde nicht enttäuscht: Der dicken Hummel mit fast 2,3 Tonnen Gewicht wurde ein Vierliter-Achtzylinder-Turbodiesel-Motor mit 435 PS einverleibt, der für die extra Nuance Fahrspaß im Audi Q7 sorgt. Was das S-Modell vom Normalo unterscheidet? Es ist schöner, schneller und teurer.

Damit der Audi SQ7 TDI bereits von außen als Starkversion zu erkennen ist, haben die Ingolstädter ihn mit den typischen, S-spezifischen Elementen an Front, Flanken und Heck verziert. Also unter anderem überarbeitete Stoßfänger, neue Einstiegsleisten und eckige Endrohre. Doch nicht nur bei der Optik trumpft der SQ7 auf – auch der Einstiegspreis liegt mit 89.900 Euro am oberen Ende. Allerdings kommt Audi mit einem kleinen Trostpflaster um die Ecke – immerhin 10.000 Euro vom Basispreis sind für die erweiterte Serienausstattung eingeplant.

Diese umfasst – neben den Sportinsignien – unter anderem 20-Zoll-Räder, die S-abgestimmte Luftfederung, elektrisch verstell- und beheizbare Sportsitze in Alcantara- oder Lederausführung, Dekoreinlagen aus gebürstetem Aluminium, eine Alarmanlage, einen auf 85 Liter vergrößerten Tank und LED-Scheinwerfer. Letztere können selbstverständlich auch gegen die noch heller und weiter leuchtenden Matrix-LED-Lichter getauscht werden – das aber wiederum nur gegen Aufpreis.

Viel Platz im schnellen Q

Galerie: Erster Test Audi SQ7 TDIDie serienmäßigen Sportsessel im Audi SQ7 TDI sind nicht nur bequem, sie bieten auch ausreichend Seitenhalt beim flotten Durchfahren von Kurven. Wem dies nicht genügt, für den hält Audi die Sportsitze plus bereit. Bei dieser Möbelwahl lassen sich dann auch die Seitenwangen an Lehne und Sitzfläche individuell anpassen. Wer es komfortabler wünscht, kann die Individual-Kontursitze mit Belüftung und optionaler Massagefunktion ordern.

Wie auch beim zivilen Bruder hat man die Wahl, ob man den SQ7 mit der dritten Sitzreihe ordern möchte, um so Platz für bis zu sieben Passagiere zu bieten. Mit den zusätzlichen Sitzen im Heck schrumpft der Kofferraum bei kompletter Besatzung allerdings von 805 auf 235 Liter. Klappt man bis auf die Vordersitze alle Stühle um, nimmt der Ingolstädter dagegen bis zu 1.990 Liter Gepäck auf.

Der Physik zum Trotz

Oberstes Ziel des zum S geadelten Q7: Passagiere und Gepäck sollen so schnell wie möglich ans Ziel gebracht werden. In Anbetracht dieses Kolosses (5,07 Meter lang, 1,74 Meter hoch und 2,3 Tonnen schwer!) ist das schwer vorstellbar. Aber das ist es ja bei der Hummel auch – von der sagt sogar die Wissenschaft, dass sie gar nicht fliegen kann. Das aber interessiert die Hummel nicht: Sie tut es trotzdem. Und mit gleicher Leichtigkeit kommt der SQ7 in die Gänge und tut so, als würden für ihn die Naturgesetze außer Kraft gesetzt worden sein.

Der dicke Brummer aus Ingolstadt reißt die Hundertermarke in 4,8 Sekunden, und stellt damit so manchen Sportwagen in den Schatten. Kein Wunder, denn die 900 Newtonmeter Drehmoment machen dem Schwergewichtler ordentlich Beine. Die Kraft liegt zwischen 1.000 und 3.250 Umdrehungen an, und macht sogar einen Spurt aus dem Drehzahlkeller zum Kinderspiel. Maximal läuft das Dickschiff 250 km/h.  

Galerie: Erster Test Audi SQ7 TDIQuell der Kraft ist der neue, vier Liter große V8-Diesel-Motor, der neben dem klassischen Turbo auch einen elektrisch angetriebenen Verdichter (EAV) nutzt. Die beiden Abgasturbolader folgen dem Konzept der Registeraufladung: Im niedrigen Drehzahlbereich ist lediglich ein Turbo im Dienst, bei höheren Drehzahlen wird auch der zweite mit heißen Abgasen angeströmt – reicht das immer noch nicht, wird auch noch der EAV aktiviert.

Geradeaus ist nur die eine Disziplin

Die zweite Stärke des SQ7 heißt: Schnell ums Eck. Der Audi wirft sich äußerst agil in die Kurven, ohne dabei einzuknicken. Möglich macht es das Fahrdynamik-Paket, das drei hervorragend zusammenarbeitende Bauteile mitbringt. Zum einen das Sportdifferenzial, das für noch präziseres Einlenken sorgt; die Allradlenkung, die die Hinterräder je nach Situation um einige Grad gegen- oder gleichsinnig zu den Vorderrädern einschlägt – und die größte Innovation, die elektromechanische, aktive Wankstabilisierung (EAWS).

Dieses System sorgt auf unebener Fahrbahn dafür, dass die Fahrt maximal komfortabel bestritten werden kann – und reduziert bei sportlicher Fahrweise die Wankbewegung. Seitenneigung? Fehlanzeige. Bretteleben durchpfeilt der tonnenschwere Ingolstädter die Kurve. Damit all die verbauten Helferlein allerdings funktionieren können, hat Audi eigens dafür eine zweite Batterie mit 48 Volt unter der Kofferraumabdeckung verbaut.

  • Technische Daten

Länge: 5,07 Meter, Breite: 1,97 Meter, Höhe: 1,74 Meter, Radstand: 3,00 Meter, Kofferraumvolumen: 805 bis 1990 Liter (Siebensitzer: 235/1890 Liter)

Motor:

4,0-Liter-Achtzylinder-Diesel (TDI), 320 kW/435 PS bei 3.750-5000 U/min, maximales Drehmoment: 900 Nm bei 1.000-3.250 U/min, 0-100 km/h: 4,8 s, Vmax: 250 km/h, Durchschnittsverbrauch: 7,2 Liter, CO2-Ausstoß: 189 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Preis: ab 89.900 Euro

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Der Audi SQ7 TDI macht seinem Namen alle Ehre: Er ist praktisch wie jeder andere Q7 und meistert auch Ausflüge ins Gelände nicht weniger gut. Er ist sportlich wie ein echtes S-Modell, sowohl in Sachen Längsbeschleunigung als auch Kurvenspaß – der neuen Wankstabilisierung sei Dank. Und er ist sparsam wie ein Diesel; zumindest so sparsam wie ein Vierliter-Diesel in einem Zweieinhalb-Tonnen-Auto eben sein kann. Der Normverbrauch liegt bei 7,2 Litern.

Was kann er nicht? Restlos alle Naturgewalten außer Kraft setzen. Für unseren Geschmack dürften zumindest die Bremsen noch ein bisschen zielstrebiger agieren – denn das immense Gewicht schiebt das Fahrzeug beim Verzögern doch spürbar nach vorne. Und wenn der SQ7 wie von der Tarantel gestochen losrennt, vergisst man ganz gern, dass man irgendwann auch wieder stehenbleiben muss.
 
 

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