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Galerie: Erster Test Audi TT RS

Erster Test: Audi TT RS

Aller guten Dinge sind fünf

28.09.2016

Downsizing? Bitte nicht im Audi TT RS! Das Topmodell des Ingolstädter Kompakt-Sportlers fährt auch in der neuesten Generation wieder mit einem 2,5-Liter-Fünfzylinder-Motor vor und ist stärker denn je. Vierhundert Pferdchen schlummern unter der Motorhaube und zusammen mit dem mehr als satten Drehmoment von 480 Newtonmetern beschleunigt das Coupé in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h – die Oben-Ohne-Version lässt sich etwas mehr Zeit und benötigt 3,9 Sekunden. So oder so ist der kleine Flitzer damit nur unwesentlich langsamer als sein High-End-Bruder Audi R8, aber rund 100.000 Euro günstiger.

Warum sollte man etwas ändern, was seit rund 40 Jahren so hervorragend funktioniert: der Fünfzylinder blickt auf eine lange Audi-Tradition. Schon im Audi 100 werkelte er und wurde später auch im Ur-Quattro eingesetzt. Durch ständige Weiterentwicklung wurde er immer effizienter und leistungsfähiger und auch die neue Ausbaustufe konnte noch mal deutlich verbessert werden. Dank eines Blocks aus Aluminium und einer leichten Ölwanne aus Magnesium konnte man das Gewicht des Herzstücks um 26 Kilogramm erleichtern. Pfunde runter, PS rauf – ganze 60 Pferdestärken mehr als im Vorgänger hat man dem Audi TT RS unter die Motorhaube gezaubert.

Liegt gut im Ohr und auf der Straße

Galerie: Erster Test Audi TT RSEins-Zwei-Vier-Fünf-Drei – das ist die Zündfolge, in der der Reihen-Fünfzylinder getaktet ist. Dadurch klingt der Motor so, wie ein Fünfender eben klingen muss: Einmal sonor und herrlich kernig. Schon das Anwerfen des TT lässt unser Herz höher schlagen, der RS will eben nicht der brave Alltagsgleiter sein, sondern der kleine Draufgänger, der lautstark auf sich aufmerksam macht. Erst recht, wenn man den Sound-Knopf drückt. Dann werden die Klappen in der Abgasanlage geöffnet und es frotzelt neckisch aus den ovalen Endrohren.

Galerie: Erster Test Audi TT RSAkustisch perfekt eingestimmt stürzen wir uns bei unserer ersten Ausfahrt ins Vergnügen. Zuerst geht es über die Autobahn, wo der Komfort-Modus zeigen kann, was er drauf hat. Das Fahrwerk ist zwar von Haus aus ein wenig spitzer abgestimmt, doch werden Bodenunebenheiten größtenteils gekonnt weggebügelt. Endlich aber naht die Ausfahrt und vor uns liegt eine knackige Serpentinen-Route, auf der wir dem kleinen Sportler ordentlich die Sporen geben können.

Galerie: Erster Test Audi TT RSSchnell noch den Fahrmodus auf Dynamic gestellt und los geht’s: Das Gaspedal reagiert jetzt ganz sensibel auf Gasbefehle und der Fünfzylinder drückt den 1,5 Tonnen schweren TT leichtfüßig nach vorne. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe weiß immer flott den richtigen Gang einzulegen, die direkte Lenkung befolgt willig unsere Anweisungen und die Reifen krallen sich – Allrad sei Dank – am Boden fest, so dass wir uns mit jeder Biegung schneller in die Kurve hineintrauen und noch flotter wieder herausbeschleunigen.

Alles rausholen, was geht

Galerie: Erster Test Audi TT RSWie alles, findet auch die Kurvenjagd auf unserer Testfahrt irgendwann ein Ende. Unseretwegen hätte dieser Streckenabschnitt noch um ein Vielfaches länger sein können, denn hier stand das Motto „Freude am Fahren“ deutlich vor „Vorsprung durch Technik“. Doch ein Trostpflaster wartet am Ende unserer Ausfahrt noch. Nachdem wir auf der Landstraße schon erleben konnten, was der RS alles kann, wollen wir auf der Rennstrecke noch rausfinden, wer eher an seine Grenzen stößt: Der TT RS oder wir.

Galerie: Erster Test Audi TT RSBevor es an die freie Fahrt über die schnelle Piste geht, probieren wir noch kurz die Launch-Control-Funktion aus. Schnell ist das System scharf gestellt, dann genügt es, mit dem linken Fuß das Bremspedal kräftig durchzudrücken und mit dem rechten Fuß Vollgas zu geben. Sobald der linke Fuß die Stopper von ihrer Arbeit entbindet, schnalzt der TT  wie von der Tarantel gestochen nach vorne und uns drückt ist fest in die engen Sportsitze.

  • Technische Daten – Audi TT RS

Länge: 4,19 Meter, Breite: 1,83 Meter (mit Außenspiegeln: 2,10 Meter), Höhe: 1,34 Meter, Radstand: 2,50 Meter, Kofferraumvolumen: Coupé 305 Liter – Roadster 280 Liter.

Audi TT RS Coupé 2.5 TFSI: 2,5-Liter-Fünfzylinder, 7-Gang-S-Tronic, 294 kW/400 PS, maximales Drehmoment: 480 Nm bei 1.700 bis 5.850 U/min, 0-100 km/h: 3,7 s, Vmax: 250 km/h, Durchschnittsverbrauch: 8,2 Liter/100 Kilometer Super Plus, CO2-Ausstoß: 187 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Preis: 66.400 Euro.

Audi TT RS Roadster 2.5 TFSI: 2,5-Liter-Fünfzylinder, 7-Gang-S-Tronic, 294 kW/400 PS, maximales Drehmoment: 480 Nm bei 1.700 bis 5.850 U/min, 0-100 km/h: 3,9 s, Vmax: 250 km/h, Durchschnittsverbrauch: 8,3 Liter/100 Kilometer Super Plus, CO2-Ausstoß: 189 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Preis: 69.200 Euro.

Besser könnte der Start auf der Rennstrecke nicht gelingen, und auch im weiteren Verlauf des Rundkurses gibt sich der Audi keine Blöße. Jede Kurve durchpfeilt er mit ausgesprochener Präzision und lechzt am Ausgang schon gierig nach der nächsten. Nur ganz selten schiebt der Allradler mal über die Vorderräder, was aber die stets Gewehr bei Fuß stehenden Sicherheitssysteme sofort wieder korrigieren. Keine Frage: Der TT hält deutlich mehr aus als unser Magen, der nach etlichen Runden doch um eine kurze Pause bittet.  

Kann sich sehen lassen

Galerie: Erster Test Audi TT RSNicht nur unter der Motorhaube hat Audi den TT aufgemotzt, auch das äußere Erscheinungsbild wurde an die Dynamik angepasst. An der Front prangen nun größere Lufteinlässe und von hinten ist er am Heckspoiler und den ovalen Endrohren zu erkennen. Ganz neu im Programm sind die optional erhältlichen OLED-Rückleuchten. Die organischen Leuchtdioden aus halbleitenden Materialien benötigen nicht nur weniger Strom, sie ermöglichen aufgrund ihrer dünnen Bauart und der besonders konstanten Leuchtweise auch eine besonders gute Ausleuchtung.

Galerie: Erster Test Audi TT RSDamit der Fahrer auch in harten Zahlen weiß, wie sportlich er unterwegs ist, lassen sich über das volldigitale Kombiinstrument unter anderem das gerade anliegende Drehmoment und die wirkenden G-Kräfte Abrufen. Außerdem unterstützt der Drehzahlmesser des Virtual Cockpits den Fahrer, wenn er der Automatik eine Pause gönnt und lieber selbst mit den Schaltwippen die Gänge wählt: Anhand der mit steigender Drehzahl wechselnden Farbe - von Grün über Orange bis Rot – kann man problemlos ablesen, wann der ideale Zeitpunkt zum Hochschalten ist.

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Ob man sich nun für einen Audi TT RS entscheidet, weil einem der Normale zu bieder und langsam ist, oder weil man nicht 100.000 Euro mehr für einen fast gleich schnellen R8 ausgeben möchte, ist egal: Die flotteste TT-Version wird ihre Käufer definitiv nicht enttäuschen. Mit dem RS macht das schnelle Überholen auf der Autobahn genauso viel Spaß wie ausgiebige Kurvenfahrten durch die Berge oder gemütliches Cruisen. Selbst Ausflüge auf die Rennstrecke sind kein Tabu. Und sogar im Stau stehen wird mit dem RS zum Vergnügen: Während alle fluchen und jammern, kann man dann ganz entspannt ein bisschen mit dem Gaspedal spielen und dem herrlichen Konzert des Fünfzylinders lauschen - am besten natürlich im Roadster.
 
 

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