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Galerie: Erster Test Bentley Continental GT Speed

Erster Test: Bentley Continental GT Speed

Leidenschaftlicher Leistungsträger

29.10.2012

Mit dem Anfang 2012 vorgestellten Continental V8 hat Bentley Vernunft demonstriert. Der neue Speed hingegen gibt sich bedingungslos der Leidenschaft hin. Nie war ein Bentley schneller unterwegs als das neue Top-Modell der Continental-Baureihe.   

Wer 2,3 Tonnen Leergewicht in nur 4,2 Sekunden auf Tempo 100 katapultieren will, braucht zweierlei: Leistung und Drehmoment. 625 PS und 800 Newtonmeter sorgen im Continental GT Speed dafür, dass die Passagiere gleichzeitig mit dem Tritt aufs Gaspedal vehement in die weichen Sitze gedrückt werden und aus eigener Kraft erst dann wieder hervorkommen, wenn der Vortrieb bei 330 km/h endet. So schnell fuhr noch kein Serien-Bentley zuvor.

Kraft und Konsum

Galerie: Erster Test Bentley Continental GT SpeedDie fünfzig PS und einhundert Newtonmeter, die der Speed dem normalen Zwölfzylinder-Continental über hat, gehen vor allem auf das Konto der beiden Turbolader, die die Luft mit nochmals 0,3 bar mehr Druck (insgesamt 1,95 bar) in die Zylinder pressen. Dass auf diese Art und Weise auch der Sprit in Strömen in die Brennkammern fließt, muss man einfach hinnehmen. Zumal niemand, der mindestens 204.561 Euro für ein Auto ausgibt, ernsthaft versuchen wird, den Normverbrauch von 14,5 Litern je 100 Kilometer in der Praxis zu überprüfen.

Möglich wäre es vielleicht, denn der schon mit lautem Getöse zum Leben erwachende W12 beherrscht auch die leisen Töne vorbildlich. Streichelt man das Gaspedal nur sanft, setzt sich das Coupé gemächlich in Bewegung und brabbelt nur leise vor sich hin. Ein kurzes Zucken mit dem rechten Fuß aber reicht, schon steht die Kraft Gewehr bei Fuß und das Staccato des Orchesters namens Abgasanlage wirbelt das Herbstlaub hinter dem Wagen wild durcheinander. Irgendwo müssen die bis zu 4.000 Liter Luft, die bei Höchstgeschwindigkeit durch den Kühlergrill sausen, ja hin.   

Klebt auf der Straße

Galerie: Erster Test Bentley Continental GT SpeedDank seines hecklastigen Allradantriebs gelingt es dem Continental, die Grenzen der Physik ein wenig zu seinen Gunsten zu manipulieren. Faszinierend flink wieselt der Brite durch enge Kurven und es scheint so, als vergäße er mitunter sein Gewicht. Die vier Räder krallen sich in den Asphalt wie Spreizdübel ins Mauerwerk und weichen nur zögerlich von dem Kurvenradius ab, den ihnen die präzise Lenkung diktiert. Ab 145 km/h sorgt der ausfahrbare Heckspoiler für zusätzliche Stabilität, und die sonst auf Komfort getrimmte Luftfederung lässt den Bentley bei schneller Fahrt ein wenig tiefer in die Hocke gehen.  

Doch nicht nur Motor und Fahrwerk müssen Höchstleistungen erbringen, selbige wird auch von den Stoppern erwartet. Gilt es, den Bentley von der Höchstgeschwindigkeit zum Stillstand zu bringen, wandeln die optionalen, im Durchmesser 42 Zentimeter großen Karbon-Keramik-Bremsscheiben hinter den 21-Zoll-Rädern zehn Megajoule Energie in Wärme um; soviel verbraucht ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt in sechs Stunden. Da wäre es vielleicht an der Zeit, sich auch in Crewe mal Gedanken über Bremsenergierückgewinnung zu machen. Noch aber hat der W12 solchen Schnickschnack ebenso wenig nötig, wie eine Stopp-Start-Automatik oder Zylinderabschaltung.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Von nichts kommt nichts. Wer ein großes Coupé mit der Masse eines Geländewagens so schnell wie einen spartanischen Sportwagen bewegen will, braucht Leistung. Die spendiert Bentley seinem Continental in der neuen Speed-Ausführung im Überfluss: 4,2 Sekunden für den Standardsprint und 330 km/h Spitze sind das überzeugende Ergebnis dieses Trainingsplans.

Noch faszinierender als die Fahrleistung ist allerdings der Spagat, den der Bentley dabei vollzieht. Der Continental GT Speed ist nicht nur rassiger Kurvenräuber, sondern auch gemütlicher Gleiter zugleich. Und ein eigenes Orchester hat er auch noch an Bord, dem allerdings die bald nachgereichte Cabrio-Version eine noch bessere Bühne bieten dürfte.
 
 

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