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Galerie: Erster Test Bentley Continental GTC W12

Erster Test: Bentley Continental GTC W12

Frühlingsgefühle

11.03.2013

Cabriofahren in Nizza stand auf der Einladung. Sonne, warme Temperaturen und ein offener Bentley sind eine willkommene Abwechslung zum trübkalten Spätwintergrau in Deutschland. Die Realität sieht allerdings anders aus. Die Sonne versteckt sich hinter tiefhängenden Wolken, die Temperaturen dümpeln im einstelligen Bereich und zu allem Überfluss regnet es auch noch in Strömen. Nur der Bentley ist offen - zumindest theoretisch. Doch auch mit geschlossener Stoffmütze und bei unwirtlichem Wetter versprüht der Continental GTC Frühlingsgefühle.

Galerie: Erster Test Bentley Continental GTC W12Selbst bei nassestem Wetter und im grauesten Grau strahlt der aquamarinblaue Bentley Continental GTC vor dem Hotel in Cannes, als würde er davon gar nichts mitbekommen. Während Passanten mit Regenschirmen schnellen Schrittes vorbeieilen, scheint sich das 227.000 Euro teure Cabrio in einer für uns nicht sichtbaren Sonne zu aalen und verbreitet dabei trotz der widrigen Umstände unweigerlich Frühlingsgefühle. Und macht mächtig Lust auf die bevorstehende Ausfahrt.

Galerie: Erster Test Bentley Continental GTC W12Wie gut, dass man sich nicht lange im Freien aufhalten muss, um die Neuerungen des aktuellen Modelljahrs in Augenschein zu nehmen. Das Chromrähmchen um die Heckleuchten ist schnell für schick befunden und außerdem vom starken Brudern, dem Speed bekannt. Und die W12-Embleme an den Kotflügeln, naja - seit es den Continental auch mit V8 gibt, müssen sich die Zwölfzylinder eben ein wenig abgrenzen.

Aus einem Guss

Galerie: Erster Test Bentley Continental GTC W12Ansonsten steht der Bentley wie gehabt auf seinen großen, breiten Rädern. Entgegen dem Trend zu immer detailreicher ausgearbeiteten, ja zerklüfteten Karosserien, wie es Lamborghini mit dem Veneno jüngst auf dem Genfer Autosalon auf die Spitze getrieben hat, erscheint der Continental wie aus einem Guss. Sein selbstbewusstes, kraftstrotzendes Design kommt ohne extrovertierte Kanten und Linien aus und selbst ein Laie vermag den Briten nach kurzem Betrachten auf einer Serviette zu skizzieren. Probieren Sie das mal mit dem Lambo...

Galerie: Erster Test Bentley Continental GTC W12Im Innenraum hat sich seit der Generalüberholung im Jahr 2011 nichts geändert, und das ist auch gut so. Denn für noch mehr Leder oder Edelholz bietet das Interieur gar keinen Platz. Jede freie Stelle wurde verkleidet, überzogen oder glänzt alternativ im kühlen Aluminium-Look. Zusammen ergeben die drei feinen Materialien ein Edel-Ambiente, das seines Gleichen sucht und in dem man sich eigentlich nur wohl fühlen kann.

Wenig Arbeit für Erbsenzähler

Galerie: Erster Test Bentley Continental GTC W12Kritiker fänden freilich den ein oder anderen Makel und könnten sich zum Beispiel über den Blindschalter am Lenkrad aufregen, falls man die Volantheizung nicht bestellt hat. Oder man könnte monieren, dass die schweren, großen Sessel gerne etwas tiefer angebracht sein könnten - gleichwohl können auch Großgewachsene fürstlich sitzen. Und dass der Platz auf der Rückbank des 4,81 Meter langen Cabrios trotzdem nur für kleinere Passagiere gemütlich ist, wird sicher auch dem ein oder anderen auffallen.

Mehr Arbeit bietet der Bentley den Erbsenzählern aber wirklich nicht, und werden alle anderen, von der Luxuswelt eingelullt, darauf gar nicht achten. Viel schöner ist es doch, die Sitzheizung hochzudrehen, die Massagefunktion einzuschalten und einfach das geschmeidige Dahingleiten, am besten im Comfort-Modus der Luftfederung, zu genießen.

Fahrspaß auch auf nasser Straße

Galerie: Erster Test Bentley Continental GTC W12Der Zwölfzylinder unter der Haube schnurrt bei nur knapp über tausend Umdrehungen wie ein Kätzchen und das mehrlagige Stoffverdeck schützt uns nicht nur vor Regen, sondern hält auch den Lärm der Außenwelt fern. Abroll- und Windgeräusche haben hier Hausverbot, nur bei flott entgegenkommende Fahrzeugen sieht man sich mitunter mal um, ob wirklich alle Fenster geschlossen sind.

Galerie: Erster Test Bentley Continental GTC W12Etwas lauter wird es jenseits der Küstenstraße, als wir dem Zwölfzylinder freien Lauf lassen, und er mit maskulinem Knurren zumindest ansatzweise andeutet, welche Kraft in ihm steckt. Doch während in dem Sechsliter-Triebwerk immerhin 612 Pferdchen beim beherzten Tritt aufs Gaspedal mit den Hufen scharren, sind dem Bentley durchdrehende Räder gänzlich fremd - Allrad sei Dank. Der Drehmomentverteilung an beide Achsen - maximal stehen 700 Newtonmeter bereit - ist es außerdem zu verdanken, dass selbst auf regennasser Fahrbahn Kurvenspaß auf hohem Niveau möglich ist und der Continental nicht wild mit dem Heck schwänzelt.

Neue Achtgang-Automatik

Galerie: Erster Test Bentley Continental GTC W12Das vierstufig verstellbare Fahrwerk bringen wir schnell in den Sportmodus, und auch den Gangwählhebel schalten wir auf S, schon kann der Ausritt durchs Hinterland beginnen. Jetzt kann auch die einzige technische Neuheit der aktuellen Generation ihr Können voll ausspielen. Statt bisher sechs, stehen dem Bentley mit der neuen ZF-Automatik nun auch als Zwölfzylinder acht Gänge zur Verfügung, die zum einen noch filigraner abgestuft sind und zum anderen auch noch schneller (800 Millisekunden) und sanfter gewechselt werden.

Galerie: Erster Test Bentley Continental GTC W12Wer will, kann nach wie vor über die etwas unhandlichen, feststehenden Schaltpaddel am Lenkrad ins Geschehen eingreifen, doch hat der Automat das Jonglieren mit den Gängen so präzisiert, dass auch ambitionierte Kurvenräuber ihm gerne die Arbeit überlassen werden. Das Rauf und Runter der Übersetzungen geschieht so treffsicher und unmerklich, dass einen nur Drehzahl und Klang über die Schaltvorgänge informieren.

Schwergewichtig

Galerie: Erster Test Bentley Continental GTC W12Obwohl von zwei Turboladern zwangsbeatmet, hängt der W12 so direkt am Gas wie ein konventioneller Sauger und folgt jeder Pedalbewegung auf Schritt und Tritt. Auch dem Lenkeinschlag versucht das Cabrio so gut wie möglich zu folgen, was aber schlicht ob seines Gewichts von 2.495 Kilogramm nicht immer auf den Millimeter genau möglich ist. Die Masse drängt eben zum Kurvenrand.

Galerie: Erster Test Bentley Continental GTC W12In Kalamitäten bringt das selbst ungeübte Fahrer nicht, der Bentley ist viel zu sehr britischer Gentleman, um den Lenker damit allein zu lassen. Zum einen ist dieses Schieben über die Vorderräder sehr dezent und gut kontrollierbar und zum anderen hilft das ESP mit sanften, fast unmerklichen Eingriffen mit, den Wagen schnell wieder zu stabilisieren.

Frühling im Herzen

Galerie: Erster Test Bentley Continental GTC W12Nach der ausgiebigen Serpentinenpartie werfen wir kurz einen Blick auf den Bordcomputer: Gut 23 Liter stehen da. Den Durst konnten die zwei zusätzlichen Gänge, zumindest bei dieser Gangart, also nicht wirklich zügeln. Doch nach der anschließenden, gemütlichen Autobahn-Etappe, in der der Bentley nebenbei seinen famosen Geradeauslauf unter Beweis stellen konnte, relativiert sich das Bild.

Gut 16 Liter weist die Anzeige am Ende der Fahrt auf, kein kleiner, aber ein angemessener Wert für einen derart potenten Luxussportler. Und während sich zum Frühling im Herzen jetzt auch noch das gute Gewissen gesellt, verziehen sich am Himmel die Regenwolken und die Sonne kommt raus. Gerade rechtzeitig zur Rückgabe des Wagens...

 
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