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Galerie: Erster Test BMW 1er Coupé

Erster Test: BMW 1er Coupé

Eins plus

25.10.2007

Endlich: BMWs 1er ist nicht mehr nur ein besonders sportlicher Kompakter –  ab sofort präsentiert sich die Baureihe zudem noch formvollendet. Mit dem 1er Coupé bieten die Münchner ab November 2007 ein beeindruckend elegantes Derivat. Darüber hinaus setzt der Zweitürer mit der Motorisierung 135i einen neuen Höhepunkt hinsichtlich Leistung und Sportlichkeit.

Seit einigen Jahren erwarten Viele eine M-Version des 1ers. Doch bei BMW heißt es hierzu: Ein solches Modell ist nicht geplant. Vielmehr soll nun das neue Coupé in der 306 PS starken Motorisierung 135i diese Rolle übernehmen. Und in der Tat war unsere erste Ausfahrt mit diesem Über-Einser auf der Rennstrecke Gotland Ring eine eindrucksvolle Erfahrung.

Galerie: Erster Test BMW 1er CoupéEinfach schön – mit diesem schlichten Wort ist das 1er Coupé eigentlich erschöpfend umschrieben. Auffällig ist die lange Front bei einer relativ weit hinten liegenden Fahrgastkabine. Das im weiten Bogen verlaufende Dach endet in einem kurzen Heck. Die Front mit großen Luftöffnungen, die Heckschürze in Diffusoroptik und die 18-Zoll-Felgen sind zwar eindeutige Hinweise auf die athletischen Talente des Edel-Einsers. Doch verzichtet das Spitzenmodell auf machoartiges Spoilerwerk. So viel Understatement ist bei den Leistungsträgern der Kompaktklasse unüblich.

Platz für vier

Galerie: Erster Test BMW 1er CoupéInnen bietet das 1er Coupé Wohlfühlatmosphäre. Die Materialien und die Verarbeitung sind hochwertig. Unser Testwagen mit Highend-Navi, Lederausstattung und Sportlenkrad wird selbst gehobenen Komfortansprüchen gerechtwerden. Das Platzangebot vorne ist gut, selbst hinten haben bis zu zwei Passagiere mit 1,80 Meter Körperlänge noch ausreichend Kopf- und Kniefreiheit. Ein wenig gelenkig sollte man allerdings sein, um den Fond zu entern. Dank der geteilt umlegbaren Lehne der Rückbank ist der Kofferraum von 370 auf 815 Liter erweiterbar. Praktisch sind zwei Gummispanngurte mit Fixpunkten im Kofferraumboden. Mit ihnen lässt sich eine Tasche rutschfest im Gepäckabteil fixieren.

Das 1er Coupé gibt sich also durchaus alltagstauglich. Doch ist der schicke Schlitten zudem noch eine echte Rennsemmel. Der kernig klingende Dreiliter-Sechszylinder-Benziner mobilisiert dank seiner Registeraufladung (Doppelturbo) gewaltige 306 PS. Die 400 Newtonmeter Drehmoment stehen bereits ab 1.300 Touren zur Verfügung. Erst jenseits der 5.000er-Marke nimmt diese Kraft langsam ab. Damit ist viel Leistung über ein sehr breites Drehzahlband verfügbar und sorgt für einen fulminanten Antritt ohne Turboloch: Mit 5,3 Sekunden für den 100-km/h-Sprint und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit setzt sich der 1er an die Spitze des Kompaktsegments, und das mit Abstand (offen wären sogar 275 km/h möglich). Nur der 265 PS starke Audi S3 erledigt den 100-km/h-Sprint ebenfalls noch in knapp unter sechs Sekunden.

Schneller als der Cayman

Galerie: Erster Test BMW 1er CoupéInteressant ist auch der Vergleich mit einem reinrassigen Sportwagen wie dem Porsche Cayman S. Auch das 295 PS starke Spitzenmodell der Cayman-Baureihe fährt beim Sprint dem 135i hinterher. Man muss also nicht unbedingt einen teuren Zuffenhausener kaufen, um sich in schicker Verpackung besonders flott zu bewegen.

Doch nicht allein die schiere Kraft macht das kleine BMW-Coupé zum faszinierenden Sportwagen. Der kurvengierge 1,5-Tonner bietet darüber hinaus ein überragend gutes Handling. Wie bei BMW üblich, sind hierfür der Heckantrieb und die nahezu paritätische Gewichtsverteilung auf beide Achsen verantwortlich. Begeisterung ruft das neutrale Einlenkverhalten hervor. Obwohl die enorme Kraft nur an eine Achse weitergeleitet wird, ist die Traktion sehr gut. Darüber hinaus liegt der Wagen mit serienmäßigem M-Sportfahrwerk recht straff auf der Straße, dennoch ist der Komfort auf überraschend hohem Niveau. Selbst grobe Unebenheiten werden noch sauber weggebügelt.

Driften trotz Stabilitätsprogramm

Galerie: Erster Test BMW 1er CoupéAuf dem zeitweilig nassen Asphalt des Gotland Rings gab sich das Heck des 135i durchaus zickig. Doch durch gezieltes Bremsen verhinderte das DSC unkontrollierbare Ausbrüche. Trotz der Regeleingriffe lässt das tolerante DSC sogar kurze Drifts zu und zählt somit zu den besonders dynamisch ausgelegten Stabilitätsprogrammen. Per Knopfdruck kann der Fahrer in den noch toleranteren DTC-Modus wechseln oder das ESP vollständig ausschalten. Dann allerdings mutiert das 135i Coupé zur Heckschleuder und sollte nur von Könnerhand in den Grenzbereich geführt werden.

Apropos Hand: Um die Gänge des Sechsgang-Schaltgetriebes zu wechseln, muss man sich im ambitionierten Rennstreckeneinsatz schon etwas konzentrieren. Zwar flutscht der Wahlhebel präzise durch die Gassen. Doch dürften die Schaltwege noch kürzer sein. Außerdem braucht für das Spiel mit dem Kupplungspedal im hektischen Rennstreckeneinsatz etwas Übung. Für den Rennstreckeneinsatz hätten wir uns zudem noch eine engere Abstufung zwischen dem zweiten und dritten Gang gewünscht. Für den normalen Straßenverkehr macht diese Spreizung allerdings absolut Sinn. Alternativ bietet BMW für 2.050 Euro eine Sechsgang-Automatik.

Gemäßigte Trinksitten

Galerie: Erster Test BMW 1er CoupéBMW hat sich in jüngster Zeit mit seinen Efficient-Dynamic-Paket viel Respekt eingefahren. Dank einer Reihe technischer Maßnahmen sind die Modelle der 1er-Baureihe bei teilweise sehr hoher Leistung vergleichsweise sparsam. So ist zum Beispiel das 123d Coupé mit 204 PS ein echter Feger und kann dennoch mit einem Normverbrauch von nur 5,2 Litern glänzen. Als weitere Motorisierung gibt es das Coupé noch mit dem 177 PS starken Zweiliter-Diesel. Der Selbstzünder kommt mit nur 4,8 Liter auf 100 Kilometer aus. Ganz so sparsam ist der von uns gefahrene Sechszylinder-Benziner freilich nicht. Den Normverbrauch gibt BMW mit 9,2 Liter an. Ein Wert, den man in der Praxis wohl nur selten erreicht. Realistisch ist vielmehr ein Durchschnittsverbrauch im unteren zweistelligen Bereich. Wer sich flott auf der Rennstrecke bewegt, muss deutlich über 20 Liter hinnehmen – angesichts der Fahrleistungen absolut angemessen.

Galerie: Erster Test BMW 1er CoupéAngemessen ist auch der Preis: 38.950 Euro kostet das 135i Coupé. Allein der Nissan 350Z ist ein Coupé mit über 300 PS für unter 40.000 Euro. Obwohl nominell stärker, hinkt der Nippon-Sportler bei den Fahrleistungen dem München-Express hinterher. Dafür bietet der 350Z die leicht bessere Ausstattung. Doch mit sechs Airbags, vollständiger Regelelektronik, M-Sportfahrwerk, 18-Zoll-Felgen, Sportsitzen, Sport-Lenkrad, LED-Heckleuchten, elektrischen Fensterhebern, CD-Radio und Klimaanlage ist der 135i bereits gut ausgestattet. Wie bei BMW üblich, ist die Liste der Optionen lang. Und so kann ein luxuriös ausgestatteter 135i locker über 50.000 Euro kosten. Zum Vergleich: Ein recht mager ausgestatteter Porsche Cayman S kostet mit 60.303 Euro deutlich mehr.

 
Fazit

Mario Hommen

Schön, schnell und im besten Sinne preiswert: Mit dem neuen 135i Coupé ist BMW ein richtig großer Wurf gelungen. Der athletische Viersitzer ist alltagstauglich und für einen Sportwagen seines Kalibers zudem noch angenehm komfortabel gefedert. Spätestens jetzt dürften die Kritiker verstummen und darf sich die größer werdende Fangemeinde der kompakten BMW-Baureihe auf das bald erscheinende 1er Cabriolet und den für 2010 geplanten X1 freuen.
 
 

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