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Galerie: Erster Test BMW 2er Coupé

Erster Test: BMW 2er Coupé

Aus eins mach zwei

24.01.2014

BMW treibt sein Zahlenspiel weiter; nachdem der 6er schon lange als edler 5er vorfährt und erst kürzlich Coupé und Cabrio des 3ers in 4er umbenannt wurden, bekommt nun auch der 1er einen geradzahligen Ableger zur Seite gestellt. Ab sofort heißt das Coupé der Kompaktbaureihe 2er.

Nicht nur mit der namensgebenden Zahl hat der Bayer ein wenig zugelegt, auch in der Länge ist das Coupé gewachsen; 4,43 Meter misst der Zweitürer und damit elf Zentimeter mehr als der 1er. Der Radstand liegt bei 2,70 Meter und soll den Passagieren ein großzügiges Platzangebot bescheren, allerdings trifft das nur auf die erste Reihe mit dem bewährten BMW-Cockpit zu. Hat man sich erst einmal in den Fond gezwängt, stößt man schnell an seine Grenzen – sowohl nach oben, als auch nach vorne.

Mehr Effekt hat da schon die gegenüber dem 1er breitere Spur, die dem 2er Coupé einen deutlich satteren Stand verleiht und ihn zusammen mit den etwas weniger glubschäugigen Scheinwerfern und einer V-förmigeren Niere bulliger und kraftvoller auftreten lässt. Großdimensionierte Lufteinlässe, zwei Auspuff-Endrohre am Heck und eine Spoilerlippe auf dem Heckdeckel unterstreichen das sportliche Ansinnen – zumindest bei dem von uns gefahrenen Topmodell M235i. Die beiden anderen zum Marktstart im März 2014 erhältlichen Varianten (220i und 220d) kommen etwas ziviler daher.

Aufgemotzt

Galerie: Erster Test BMW 2er CoupéDass der M235i halten kann, was die Optik verspricht, bestätigt allein ein Blick in die technischen Daten. Unter seiner langestreckten Haube steckt ein turbogeladener, drei Liter großer Reihensechszylinder der aus anderen 35i-Modellen bekannt ist. Allerdings hat die M GmbH das Aggregat in die Kur genommen, und die Leistungsausbeute von 306 auf 326 PS ausgereizt; das Drehmoment wurde um 50 Zähler auf bärige 450 Newtonmeter angehoben, die schon bei 1.300 Umdrehungen komplett an der Kurbelwelle anliegen und von dort an die Hinterräder geschickt werden. Verwaltet wird die Kraft entweder händisch per Sechsganggetriebe oder aber man überlässt die Arbeit der hervorragenden Achtgang-Automatik, die so perfekt ans Werk geht, dass sie wohl jeden Handschalt-Verfechter überzeugen kann.

Klar, dass der Automat auch bei unserer ersten Testfahrt in Las Vegas zum Einsatz kommt; in den USA ist das manuelle Getriebe für den M235i gar nicht vorgesehen. Schnell also den Wahlhebel auf D gestellt und schon kann’s losgehen. Und das äußert flott, denn wer den Kavalierstart mit der Launch Control beherrscht, schafft es tatsächlich, das rund anderthalb Tonnen schwere Coupé - ohne merkliches Turboloch - in nur 4,8 Sekunden auf Tempo 100 zu katapultieren; damit ist der BMW schneller als ein gleichstarker Porsche Cayman S. Begleitet wird die Beschleunigungsarie von sattem Sound, dem lediglich das sonore Blubbern der großvolumigen V8-Trucks das Wasser reichen kann.

Kurvenräuber

Galerie: Erster Test BMW 2er CoupéWährend es jenseits der Stadtgrenzen in Amerika tendenziell eher geradeaus geht, beweist das Coupé auf der Rennstrecke seine Kurventauglichkeit. Ein spürbar straffes Fahrwerk und der tiefe Schwerpunkt sorgen für eine 1A-Straßenlage und machen den 2er in Verbindung mit der hochpräzisen Lenkung zum Kurvenräuber par excellence, der sich auch von ungeübten Fahrern äußerst dynamisch ums Eck werfen lässt. Angenehm spät, aber keinesfalls zu spät, greift die Stabilitätskontrolle ein, sollte man es doch einmal übertreiben.

Damit Fahrer und Beifahrer den Ritt gut überstehen, verbaut BMW straffe Sitze mit gutem Seitenhalt, die auch hohen Querbeschleunigungen standhalten. Das Gestühl empfiehlt sich durchaus auch für längere Strecken, und mit 390 Litern Kofferraumvolumen plus umklappbarer Rückbank steht auch der Urlaubsfahrt mit dem 2er nichts im Weg. Für die Reise empfiehlt sich allerdings der Komfortmodus, der über den Fahrerlebnisschalter aktiviert wird und – sofern verbaut – die adaptiven Dämpfer etwas in Richtung rückenschonend trimmt. Ohne dieses Extra fährt der M235i übrigens serienmäßig mit M-Sportfahrwerk vor, dass für die anderen beiden Motorisierungen gegen Aufpreis erhältlich ist.

Teurer Spaß

Galerie: Erster Test BMW 2er CoupéMit jeweils 184 PS versprechen auch die 220er – als Diesel oder Benziner – jede Menge Fahrspaß, bei gleichzeitig deutlich moderaterem Verbrauch. Denn mit rund acht Litern ist der M235i schon auf dem Papier nicht sparsam und dürfte in der Praxis kaum ein einstelliger Wert auf dem Bordcomputer erscheinen. Der Diesel hingegen begnügt sich mit gut viereinhalb Litern, der Basisbenziner nimmt sich derer sechs. Ab Sommer 2014 sollen außerdem noch zwei weitere Selbstzünder (218d und 225d) sowie ein weiterer Benziner (228i) das Programm erweitern; letzterer ist in den USA neben dem 35er die einzige Alternative.

BMW rechnet damit, ein Drittel aller Zweier in den Vereinigten Staaten zu verkaufen, wo das Münchner Coupé auch ein gutes Stück günstiger zu haben ist als bei uns. Werden in den USA 43.100 Dollar für den M235i fällig, müssen deutsche Kunden satte 43.750 Euro hinlegen. Den 220d gibt es ab 32.500 Euro, günstigste Version ist derzeit der 220i zu 29.950 Euro. Für die Automatik müssen 2.100 Euro extra bezahlt werden. Doch dürfte es selten beim Einstiegspreis bleiben, denn auf acht DIN-A4-Seiten finden sich zahlreiche verlockende Sonderausstattungsposten, von Online-Entertainment-Funktionen bis zu Fahrerassistenzsystemen, die den Tarif schnell um zehn- bis fünfzehntausend Euro erhöhen.

 
Fazit

Michael Gebhardt

War das 1er Coupé bislang ein schicker, kompakter Zweitürer, hat ihm BMW in der Neuauflage einen deutlich gesteigerte Will-Haben-Faktor verpasst. Die geschärften Konturen machen den 1er-Ableger attraktiver, der breite Stand und die bullige Optik deuten an, dass es sich hierbei um ein Spaßmobil handelt. Die straffe Abstimmung und die präzise Lenkung unterstreichen diesen Anspruch, erst recht wenn unter der Haube der 326 PS starke Reihensechszylinder schlummert, mit dem das Coupé zur Rennmaschine wird.

Doch auch  wer weniger fahrdynamische Ambitionen hegt, kommt mit dem Coupé auf seine Kosten. Der gewachsene Kofferraum bietet genug Platz, damit zwei Personen kommod verreisen können und mit den adaptiven Dämpfern lässt sich auch ein langstreckentaugliches Fahrwerks-Setup realisieren. Die optimalen Sitze tun ihr Übriges, und dank zahlreicher optionaler Online-Funktionen wird auch dem Beifahrer nicht langweilig. Allerdings steht vor dem Vergnügen eine happige Preishürde.
 
 

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