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Galerie: Erster Test BMW 328i Touring

Erster Test: BMW 328i Touring

Der neue Maßstab

06.07.2012

BMW beansprucht den ersten Platz, wenn es darum geht, wer denn den sportlichen Premiumkombi erfunden hat, den Lifestyle-Laster ohne Anspruch auf große Ladekapazität: Seit 1987 besetzt der BMW 3er Touring dieses Segment. Doch die Zeiten ändern sich. Und deshalb steht der neue BMW 3er Touring deutlich stärker für "praktisch" als alle seine Vorgänger.
Er hat das Zeug zum Benchmark in dieser Klasse.

Zunächst muss man sich seit Einführung der aktuellen 3er-Generation mit neuen Zahlenspielen anfreunden, sich von verklärter Tradition verabschieden. Steckte bei der letzten Vorstellung des 3er Tourings vor sieben Jahren im 325i noch ein seidenweich laufender und wundervoll klingender Reihensechser unter der Haube, steht der heutige 328i für Downsizing: Zwei Liter Hubraum und vier Zylinder müssen reichen. Oder anders herum: 245 PS Leistung und weniger als 7 Liter Spritverbrauch sind sonst nicht zu realisieren.

Fahrleistungen

Galerie: Erster Test BMW 328i TouringDie Fahrleistungen sind daher auch tadellos: Der Zweiliter-Doppelturbo zieht spontan und gleichmäßig los, hat keine Mühe den knapp 1,6 Tonnen schweren Kombi bei Bedarf bis Tempo 250 zu pushen. Dabei kann er zwar nicht verhehlen, ein Vierzylinder zu sein, doch ist die geringere Laufruhe angesichts der souveränen Kraftentfaltung rasch vergessen.

Die Gestaltung des neuen BMW 3er Tourings überzeugt auf Anhieb. Schon die Limousine weist die lange Motorhaube auf, die durch den längs eingebauten Motor und den Hinterradantrieb ermöglicht wird. Die Dachlinie fällt nicht so stark ab, dass sie die Kopffreiheit über Gebühr reduzieren würde, das Heck nimmt unverhohlen Anleihen am schon sehr überzeugenden 5er Touring.

Innen

Galerie: Erster Test BMW 328i TouringDer Innenraum und insbesondere das Cockpit kann voll überzeugen. Die Mittelkonsole ist wieder BMW-typisch zum Fahrer orientiert. Obenauf thront ein freistehender Bildschirm für die Steuerung von Navi, Radio, Mediaplayer, Bordinformation sowie Twitter, Facebook und Internet-Radio, letzteres auch gerne via iPhone-App.

Die Fahrerposition ist – wenig überraschend – optimal zu finden, mit weiten Verstellbereichen für Sitz und Lenkrad. Auch die Fondpassgiere können sich nicht beklagen, finden sie doch weitere 17 Millimeter Knieraum als im Vorgänger vor. Hinter der im Verhältnis 40:20:40 teilbaren Rückbank liegt der knapp 500 Liter fassende Kofferraum der über eine vergleichsweise tiefe Ladekante gut erreichbar ist. Optional kann der Kofferraumdeckel mit einem angedeuteten Fußtritt geöffnet werden, ein Feature, das spätestens mit der Einführung des aktuellen Audi A6 Avant zum guten Ton bei den Premiumkombis gehört.

Die Materialien und die Verarbeitungsqualität im Innenraum sind durchweg hochwertig, es sind lediglich kleinere Details, die beim Tester auf Unverständnis stoßen. So wirken die Plastikschalen in den Einlassungen der Türöffner innen überraschend kostengünstig, die Abdeckungen der Ösen für das Gepäckraumtrennnetz nicht nur einen Hauch zu dünn und zerbrechlich.

Automatik

Galerie: Erster Test BMW 328i TouringGegenüber dem Vorgängermodell konnten die Ingenieure bis zu 40 Kilogramm Gewicht einsparen, bei verbesserter Sicherheits- und Komfortausstattung. Alle Motoren- und Getriebekombinationen verfügen über eine Start-Stopp-Automatik. Empfehlenswert ist die im Testwagen verbaute und für alle Motoren erhältliche 8-Gang-Automatik, die schon im 1er überzeugen konnte. Etwa 2.000 Euro muss man für diesen komfortablen Gangwechsler einplanen, doch kompensiert er diese Investition mit unmerklichen Schaltvorgängen, die bei Bedarf im manuellen Modus und unter Last nachdrücklich sportlich ausfallen. Überdies kann der sogenannte Eco-Pro-Modus gefallen: Die Gaspedalkennlinie wird spürbar entspannter, es wird früh, bei etwas über 2.000 Touren hochgeschaltet, der Kickdown setzt später ein als in den anderen Schaltmodi.

Egal ob der Fahrer die komfortable oder die sportlichere Gangart wählt, das Fahrwerk kann in beiden Extremen überzeugen. Dem Hinterradantrieb ist es geschuldet, dass die feinfühlige Lenkung präzise Kurvenlinien ermöglicht und frei von Antriebseinflüssen ist. Auch bei hohen Kurvengeschwindigkeiten und Lastwechseln ist der Fahrer stets Herr des Geschehens, die Fahrpräzision des behänden 3er Tourings fasziniert immer wieder.

 
Fazit
 

Thomas Weiss

Rundum gelungen ist der neue BMW 3er Touring. Fahrverhalten, Innenraumgestaltung, Bedienung, Ladevolumen, Design und nicht zuletzt Fahrleistungen und Verbrauch lassen keinen Raum für Kritik. Vor allem Laderaum und Beinfreiheit hinten sind keine Kritikpunkte mehr, die sich der Touring-Fahrer anhören lassen muss. Gegenüber der Mercedes C-Klasse kann der Münchner Kombi mit noch präziserer Sportlichkeit punkten, dem Audi A4 hat er den dynamischeren Heckantrieb voraus.

Der von uns getestete 328i mit 8-Gang Automatik steht mit 41.410 Euro in der Preisliste und ab 22. September 2012 beim Händler. Das kommende Volumenmodell wird wieder der 320d (184 PS, unter 5 Liter pro 100 Kilometer) sein, zu Preisen ab 37.100 Euro mit dem manuellen 6-Gang Getriebe. Ebenfalls zum Marktstart verfügbar ist der Top-Diesel 330d (258 PS, 5,1 Liter pro 100 Kilometer) ab 46.150 Euro, ihn gibt es wegen des hohen Drehmoments ausschließlich mit der Automatik. Er bleibt bis auf Weiteres der einzige Sechszylinder im 3er Touring. Ab November werden 320i, 318d und 316d folgen.
 
 

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