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Galerie: Erster Test BMW 335i Coupé

Erster Test: BMW 335i Coupé

Der Lichtbeschleuniger

07.07.2006

Wie sich die Situationen doch gleichen. 7er, 5er, 6er, 3er - und nun das 3er Coupé: Da veröffentlicht BMW die ersten Fotos und los geht die Diskussion ums Design. Steht der Wagen dann in natura vor einem, sieht er um Längen besser aus. Und steigt man schließlich nach der Testfahrt aus, gefällt einfach alles am neuesten Beemer. Fast alles…

Mehr denn je tritt das 3er Coupé völlig eigenständig auf, eine Verwechslungsgefahr mit der Limousine ist ausgeschlossen. Eher erinnert der zweitürige 3er an das große 6er Coupé, vor allem von vorne. Die breite, stärker gepfeilte Front mit den flachen Scheinwerfern, der wuchtigen Niere und dem angedeuteten Powerdome auf der Motorhaube vermittelt eine in dieser Klasse einzigartige Präsenz.

Galerie: Erster Test BMW 335i CoupéDie Silhouette ist geprägt vom langen Radstand, dem kurzen vorderen Überhang und der weit nach hinten versetzten Fahrerkanzel, die in einem eleganten Schwung im schlanken Heck ausläuft. Die C-Säule mit dem typischen Hofmeisterknick und der keilförmige Seitenschweller wiederum heben optisch die angetriebenen Hinterräder hervor. Der gewünschte Effekt: Der Wagen wirkt bereits im Stand angriffslustig. Dazu kommt ein ausgeklügeltes Spiel mit Licht und Schatten über die gesamte Flanke, das die Designabteilung wortgewaltig „Lichtbeschleunigung“ nennt.

Apropos Licht: Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht sind serienmäßig und heben ein weiteres BMW-typisches Erkennungsmerkmal hervor: die Doppelscheinwerfer mit den leuchtende Ringen.

Reiner Viersitzer

Galerie: Erster Test BMW 335i CoupéDas Interieur fällt in keinster Weise ab, besonders bei der Materialauswahl wird deutlich, dass sich BMW zurückbesinnt auf alte Tugenden. Das auffällig steil stehende Armaturenbrett - eines der wenigen Teile, das unverändert von den übrigen Dreier-Varianten übernommen wurde - ist nüchtern elegant. Die Mittelkonsole geht ansatzlos in die serienmäßige Fondkonsole über. Dadurch wird das 3er Coupé zum reinen Viersitzer. Der Verzicht auf den Mittelplatz hat nicht nur ästhetische Gründe, sondern soll auch mehr Platz für die beiden Fondpassagiere ermöglichen.

Galerie: Erster Test BMW 335i CoupéBeim Probesitzen bestätigt sich die Theorie. Nicht nur die Ellbogen-, auch die Bein- und Kopffreiheit ist für den Otto-Normal-Erwachsenen völlig ausreichend. Üppig bemessen ist auch der Kofferraum. 440 Liter fasst er regulär (335i: 430 Liter). Für größere Transportaufgaben lässt sich die Rückbank geteilt umklappen.

Automatische Anschnallhilfe

Dass es Fahrer und Beifahrer sportlich gemütlich haben, überrascht kaum. Nicht einmal zum Anschnallen muss man sich Verrenken. Sobald der Schlüssel steckt, bringt eine schlanke, in der Seitenverkleidung versteckte Teleskopstange den Gurt in Griffweite. Ein ums andere mal überzeugend sind die Sportsitze mit der ausziehbaren Sitzflächenverlängerung und den einstellbaren Seitenwangen (Serie im 335i).

Das mit einem weiten Verstellbereich gesegnete, dicke Sportlenkrad liegt perfekt in der Hand, der Schalthebel des serienmäßigen Sechsganggetriebes ist auf den Millimeter genau positioniert und die asymmetrische Mittelarmlehne lässt genügend Platz für den rechten Ellbogen des Fahrers. Damit der auch ja nicht vom Wesentlichen abgelenkt wird: vom Fahren.

Wie in der Werbung

Aufbauend auf der im Vergleich zu Limousine und Touring nochmals steiferen Karosserie ist den Fahrwerksingenieuren ein Geniestreich gelungen. Mustergültig komfortabel und trotzdem agil wie kein 3er zuvor definiert das neue Coupé den altbekannten BMW-Slogan von der Freude am Fahren neu. Die Lenkung - egal ob die serienmäßige Servo- oder die optionale Aktivlenkung (€1.300) - funktioniert als direkt Schnittstelle zwischen Hirn und Straße: Wie von selbst folgt das 3er Coupé der ausgespähten Ideallinie.

Galerie: Erster Test BMW 335i CoupéZum Marktstart am 23. September stehen zwei Sechszylinder-Turbodiesel-Aggregate (jeweils 3,0-Liter Hubraum; 231 und 286 PS), zwei herkömmliche Reihensechszylinder-Benziner (2,5-Liter, 218 PS und 3,0-Liter, 272 PS) sowie der neue Twincharger zur Verfügung. Aus ebenfalls 3,0 Litern Hubraum, aber mit Benzindirekteinspritzung und zwei kleinen, leistungsfähigen Turboladern bestückt, mobilisiert der Reihensechser 306 PS. Und ein saftiges maximales Drehmoment von 400 Nm, das gleich bleibend von 1.300 bis 5.000 Touren (!) zur Verfügung steht.

Gefühlte acht Zylinder

Der Effekt übertrifft die ohnehin hohen Erwartungen. Wie ein großvolumiger Achtzylindermotor schiebt das Aggregat ab der Leerlaufdrehzahl an und dreht seidenweich hoch bis an den Begrenzer. Dazu spielt die BMW-Band ihr bekanntes Repertoire, vom rotzigen Grummeln über das heisere Ansaugen bis hin zum jauchzenden Trompeten.

Die Fahrleistungen sind M3-würdig. Der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 ist nach 5,5 Sekunden abgehakt, der Zwischensprint von 80 bis 120 km/ im vierten Gang bereits nach 5,2 Sekunden erledigt. Ein Turboloch gibt es nicht, lediglich beim bewussten Spiel mit dem Gaspedal ist eine winzige Verzögerung zwischen Vollgas und vollem Schub auszumachen.

Kleines Manko der schieren Power: Trotz der 255er Hinterreifen sieht sich die Traktionskontrolle auffällig häufig zum Eingreifen genötigt. Abhilfe schaffen kann hier der optionale Allradantrieb XDrive, der erstmals auch im Coupé angeboten wird.

Galerie: Erster Test BMW 335i CoupéNoch einmal verbessert wurde auch die optionale Sechsstufenautomatik (€2.100). Mit seinen deutlich verkürzten Schaltzeiten fällt dieser Wandlerautomat kaum noch hinter einem Doppelkupplungsgetriebe ab. Schade nur, dass den Schaltwippen nicht (wie bei den M-Modellen üblich) eine klare Aufgabenverteilung zuteil wurde. Statt „rechts Hoch-, links Herunterschalten“ werden die Schaltbefehle fummelig mittels ziehen (Hochschalten) bzw. drücken (Runterschalten) der Wippe erteilt.

 
Fazit
 

Bernhard Santer

Klare Sache: Das neue BMW 3er Coupé ist das beste 3er Coupé, das es je gab. Und fahrdynamisch ist der Zweitürer auch der beste 3er, den man derzeit kaufen kann. Das absolut souveräne, weil trotz aller Sportlichkeit auch ausgesprochen komfortable Fahrwerk und der unglaublich potente Doppelturbo-Sechszylinder stehen außer Konkurrenz. Das vergleichsweise üppige Raumangebot und der große Kofferraum machen das Coupé zum eleganten Reisewagen.

Und der Preis? Der ist heftig. Die vorläufige Einstiegsvariante 325i startet bei 35.800 Euro. Der von uns gefahrene 335i kostet mindestens 43.200 Euro. Da sind aber noch lange nicht alle in dieser Klasse inzwischen üblichen Luxusextras inbegriffen. Mit Metallic-Lack, Einparkhilfe, Regen- und Lichtsensor, Ledersitzen, Klimaautomatik, Automatikgetriebe und Navigationssystem kostet das 335i Coupé schnell 10.000 Euro mehr. Mit weiterhin viel Luft nach oben, versteht sich.
 
 
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