Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test BMW 428i GranCoupé

Erster Test: BMW 428i GranCoupé

Wer schön sein will…

23.05.2014

Sagen wir es so: Ein Coupé ist hübscher als eine Limousine oder ein Kombi. Und ein viertüriges Auto praktischer als eines mit zwei Türen. Wer braucht also ein viertüriges Coupé? Mit Heckklappe?

Um es kurz zu machen: Man braucht es nicht, es hat nicht wirklich gefehlt. Wenn man sich die Mittelklasse von BMW ansieht ist nämlich so ziemlich jede Zielgruppe bedient: Limousine (Normalos), Kombi (Familien), Coupé (Single-Mann), Cabrio (Single-Frau) und nicht zuletzt der GT (ältere Herrschaften mit Familienkontakt). Es sei denn man definiert das Pärchen mit Familienkontakt als eigene Zielgruppe.

Und doch: Wem der 3er Touring zu brav, der GT zu lang und das 4er Coupé zu egositisch ist, der wird sich möglicherweise mit dem rundum eleganten BMW 4er GranCoupé anfreunden können.

Basis

Galerie: Erster Test BMW 428i GranCoupéUnten drunter ist auch der neueste Familienzugang ein Dreier BMW: Benziner von 184 über 245 bis 306 PS sowie Diesel von 143 bis 313 PS sind mit oder ohne Allrad zu haben, mit Handschalter oder Automatik, in vier Ausstattungslinien, ganz vielen Farben und einer Armada an Assistenzsystemen, Gadgets und Spielereien, dass die 40 Seiten der Preisliste nur reichen, weil man eine recht kleine Schrift benutzt hat.

Der von uns gefahrene 428i Vierzylinder mit Heckantrieb und sportlich abgestimmter Achtgangautomatik leistet 245 PS und ist bis zu 250 km/h schnell wobei der Normverbrauch mit 6,6 Litern angegeben wird. Antriebsseitig erlaubt er sich keine Schnitzer, vom wenig mitreißenden Sound vielleicht abgesehen. Wie ein Diesel klingt er zwar nur beim Kaltstart, doch das brummige Knurren ist kein Vergleich zum Sechszylinder, wenngleich wenigstens mit prägnanter, eigener Note. Der Motor dreht bis über 7.000 Touren, wobei er lieber schon bei 6.000 den nächsten Gang erhält, das füllige Drehmoment von 350 Newtonmetern packt schon bei niedrigen 1.250 Touren zu, was gelassenes Gleiten im EcoPro Modus bei deutlich unter 3.000 Touren in einer so unangestrengten Flottheit umsetzt, wie man sie bei der Konkurrenz nicht bekommt.

Kleinkram

Galerie: Erster Test BMW 428i GranCoupéAuch die Bedienung ist BMW pur, was grundsätzlich sehr positiv ist, jedoch auch für die immer noch nicht nachvollziehbare Koordination zwischen Assistenzsystemen und individualisiertem Setup gilt. Einerseits wird der Sport+ Modus vom Tempomat deaktiviert, andererseits übersteuert der Tempomat den lobenswerten EcoPro Modus ohne ihn zu deaktivieren. Der erste Fall ist unpraktisch, wenn man vom Landstraßengewedel in eine Tempobegrenzung wechselt, das Auto selbstständig auf Sport umschaltet und man nach der Baustelle wieder das + aktivieren muss. Auch weshalb der Eco-Pro Modus nicht die Standardeinstellung nach dem Motorstart sein kann und wozu man noch den Comfort Modus braucht erschließt sich mir auch nach langem Grübeln nicht.

Konzept

Galerie: Erster Test BMW 428i GranCoupéViel wichtiger jedoch ist das Karosseriekonzept des GranCoupés. Typisch, nicht selbstverständlich und in seinem elegantem Understatement sich nicht jedem als edel erschließend sind die rahmenlosen Fenster an allen vier Türen. Der Zustieg auf die Rückbank ist wegen des kleinen Türausschnittes und der abfallenden Dachlinie etwas beengt und die Platzverhältnisse rufen nicht nach einer langen Autofahrt: Gegenüber den vorderen Passagieren sitzen die Hinterbänkler etwas nach innen versetzt, Kopffreiheit ist gerade noch vorhanden, doch die Sitzflächen sind zu kurz und zu flach, die Lehnen zu steil um länger bequem sitzen zu können. Sollten die Kinder also aus dem Kindersitzalter heraus sein werden sie sich auf der Fahrt in den Urlaub beschweren.

Galerie: Erster Test BMW 428i GranCoupéAndererseits bietet der Kofferraum nicht nur eine dreiteilig umlegbare Rücklehne, sondern auch eine (serienmässig) elektrisch öffnende Heckklappe die auch das gesamte Heckfenster umfasst und leichten Zugang zum beachtlichen, zwischen 480 und 1.300 Litern fassenden, Kofferraum bietet.

 
Fazit
 

Thomas Weiss

Die einen argwöhnen beim Anblick eines schönen Autos schon einen Kompromiss, die anderen freuen sich über eine weniger egoistische, nicht weniger sportliche und nochmals elegantere Alternative zum BMW 4er Coupé - und das ohne Aufpreis für die Extratüren!

A propos: Die Preise beginnen bei knapp 38.000 Euro für den 420i mit Handschalter, die Automatikversion kostet jeweils gut 2.000 Euro Aufpreis. Der von uns gefahrene 428i mit Achtgangautomatik liegt bei 43.350, für den optionalen Allradantrieb xDrive fielen weitere 2.500 Euro an. Einzig bei den Dieseln gibt es weniger Kombinationsmöglichkeiten beim Antrieb: Der 418d (37.000 Euro) muss mit Hinterradantrieb auskommen, den Spitzendiesel 435d (54.300,-) gibt es ausschließlich mit Automatik und Allrad.
 
 

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.