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Galerie: Erster Test BMW 4er Cabriolet

Erster Test: BMW 4er Cabriolet

Hut ab!

23.01.2014

Mit der letzten Generation des 3er Cabrios hat sich BMW vom Stoffverdeck verabschiedet und bleibt auch in der Neuauflage - die zukünftig unter dem Namen 4er firmiert - dem Blechdach treu. Wie schon beim Vorgänger, ist es den Designern auch dieses Mal wieder gelungen, dem Münchner eine für ein Klappdach erstaunlich filigrane Silhouette auf den Leib zu schneidern. Hut ab!

Ein dreiteiliges Klappdach macht den Unterschied zwischen dem 4er Coupé und dem 4,64 Meter langen Cabrio aus. Auf Knopfdruck öffnet sich der Kofferraumdeckel, die drei Teile stapeln sich automatisch übereinander und verschwinden dann im Gepäckraum - und das auch während der Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 18 km/h. Sieht man ihn nur enthauptet, würde man dem 4er durchaus auch eine Stoffmütze zutrauen, denn den sonst üblichen pummeligen Hintern sucht man beim BMW vergebens; im Gegenteil, das Heck kommt schlank, sportlich und elegant daher.

Schmale Ladeluke

Galerie: Erster Test BMW 4er CabrioletDen Blechteilen Tribut zollen muss allerdings der Kofferraum, dessen Volumen durch das Unterbringen der Dachteile von 370 auf 220 Liter sinkt. Das ist zwar etwas mehr als beim Vorgänger, doch bleibt es bei einer schmalen Ladeluke und sollte man während eines Kurzurlaubs nicht zu exzessiv shoppen gehen, um Platzprobleme bei der Rückreise zu vermeiden. Etwas erleichtert wird das Beladen von einem Liftsystem, das per Knopfdruck die Dachteile anhebt und wieder absenkt; sonderlich filigran wirkt der Mechanismus allerdings nicht.

Vermeiden kann man die Stauraumsorgen, indem man nur zu zweit reist; was generell empfehlenswert ist, denn obwohl als Viersitzer deklariert, wird es für Erwachsene im Fond bauarttypisch recht eng. Bleibt die Rückbank dagegen frei, dient sie vortrefflich als zweiter Kofferraum und dank einer gegen Aufpreis umklappbaren Rückenlehne lassen sich auch größere Gegenstände durchladen. Außerdem dürften die meisten Fahrer wohl das Windschott installiert haben, das die Mitnahme weiterer Fondpassagiere ebenfalls verhindert, wird es doch direkt hinter den Vordersitzlehnen verankert.

Zugfreie Komfortzone

Galerie: Erster Test BMW 4er CabrioletUm die Frisur zu schonen, empfiehlt sich der die offene Silhouette etwas beeinträchtigende Windfang allemal, denn wer ohne Schott und mit offenen Fenstern fährt, bekommt ordentlich Wind um das Haupt geblasen - wie es sich für ein Cabrio eben gehört. Eine Erfahrung, die Cabrioletfahrer heutzutage aber nicht mehr sonderlich zu schätzen scheinen. Wie sonst lässt es sich erklären, dass sich bei geschlossenen Scheiben, aufgeklapptem Windschott und aktiviertem Nackenföhn eine Komfortzone einrichten lässt, die nur noch mit einem lauen Lüftchen in den Haarspitzen vom Offenfahren kündet.

Abgesehen von den Schaltern für die Halsheizung und das Verdeck unterscheidet sich das Cockpit nicht von dem des geschlossenen Coupé-Bruders; dementsprechend hochwertig verarbeitet und intuitiv zu bedienen ist auch das Cabriolet. Aber auch in puncto eingeschränkte Übersicht nehmen sich die beiden nicht viel: Vor allem bei geschlossenem Dach sind Parkpiepser oder eine Kamera beim Rückwärtsfahren eine große Hilfe; vorne beeinträchtigen dagegen die massiven A-Säulen die Sicht, an denen sich Großgewachsene beim Ein- und Aussteigen auch gerne mal anstoßen.

Drei Motoren zum Start

Galerie: Erster Test BMW 4er CabrioletMit nur drei allesamt turbogeladenen Motoren ist die Auswahl zum Marktstart Anfang März 2014 relativ übersichtlich. Einziger Diesel ist der 420d, der aus zwei Litern Hubraum 184 PS hervorholt, aber nur 4,8 Liter konsumieren soll. Der Einstiegsbenziner wartet immerhin schon mit 245 PS auf, ebenfalls aus einem Vierzylinder. Wahlweise ist der 428i mit Heck-oder Allradantrieb zu haben. Bis BMW eine offene Version des M4 nachreicht, markiert das dritte Triebwerk zugleich die Spitze des Portfolio und ist der 435i der derzeit einzige Sechszylinder im Angebot.

Die in Reihe angeordneten Brennkammern des altbekannten Motors entwickeln wie in anderen Baureihen 306 PS und schicken 400 Newtonmeter an die Hinterachse; wahlweise selbst per Sechsganggetriebe zu verwalten oder in der Obhut der famosen Achtgang-Automatik. Letzte Kombination stand zur ersten Ausfahrt rund um Las Vegas bereit, und vermochte ob der US-amerikanischen Tempolimits vor allem als hervorragender Cruiser zu überzeugen.

Schwerer und langsamer

Galerie: Erster Test BMW 4er CabrioletOb die versprochenen 5,6 Sekunden für den Standardsprint einzuhalten sind, ließ sich angesichts der strengen Blicke der Cops nicht überprüfen. Fakt aber ist, dass das 1.825 Kilogramm schwere Cabrio damit allerdings vier Hundertstel langsamer als das gleichmotorisierte Coupé ist, das 225 Kilogramm weniger auf den Rippen hat. Der Gewichtszuwachs ist vor allem den Versteifungsmaßnahmen geschuldet, die der Wegfall von Dach sowie B- und C-Säule nötig macht. Gegenüber dem Vorgänger konnten die Ingenieure die Verwindungssteifigkeit noch einmal um 40 Prozent erhöhen, so dass der 4er völlig wackel- und vibrationsfrei durchs Land gleitet.

Wer genug vom Cruisen hat, kann über den Fahrerlebnisschalter den Sportmodus auswählen und so Getriebe, Gasannahme und Lenkung straffen; der Sound aus den beiden Endrohren bleibt davon unberührt: satt, aber nicht aufdringlich. Mit gewohnter BMW-Präzision lässt sich auch das Cabriolet um die Kurven scheuchen und steht seinem geschlossenen Pendant in Sachen Fahrdynamik in kaum etwas nach, wenngleich das Mehrgewicht etwas weniger zur Kurvenhatz als zum Dahinrollen animiert. Messbare Unterschiede dürften sich aber wohl nur auf der Rennstrecke rausfahren lassen, auf der Landstraße bleibt es bei der entspannteren Aura, mit der das Cabrio seine Insassen einlullt.

Nicht unter 46.000 Euro

Galerie: Erster Test BMW 4er CabrioletEntspannung ist wohl auch beim Blick auf den Kontoauszug nötig, nachdem die Rechnung für das 4er Cabrio beglichen wurde. Unter 46.300 Euro ist der offene 420d nicht zu haben, für den 428i werden 48.200 Euro fällig und der 435i rangiert mit 54.000 Euro ganz oben in der Preisliste. Eine Automatik kann man für alle drei Motorvarianten für 2.150 Euro Aufpreis ordern und für den kleinen Benziner gibt es den erwähnten Allradantrieb für 2.500 Euro.

Und natürlich gibt es eine umfangreiche Aufpreisliste, aus der man nach Herzenswunsch Sonderausstattungen auswählen kann. Allein mit Annehmlichkeiten wie Navigationssystem (2.390 Euro), Head-up-Display (980 Euro), Parksensoren (790 Euro), Sitzheizung (370 Euro), Nackenfön (400 Euro, aber nur in Verbindung mit 1.820 Euro teuren Ledersitzen) und Windschott (360 Euro), sowie der umklappbaren Rückbank (200 Euro) kommen schnell rund 10.000 Euro zusätzlich auf die Rechnung; auch 20.000 Euro für Extras sind kein Problem. Serienmäßig gibt es immerhin elektrisch einstellbare Sitze und Klimaautomatik.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Schöne Blechdachcabrios heißen Vierer. Wie schon der Vorgänger, macht auch das neue BMW-Cabrio trotz dreiteiliger Klappdachkonstruktion eine hervorragende Figur. Zwar kommt es geschlossen nicht ganz an die Eleganz des Coupés heran, doch versteckt es im offenen Zustand sein festes Verdeck hervorragend - leider ein wenig zu Lasten des Stauraums, der auch mit neuem Liftsystem nicht wirklich prima zu beladen ist.

Die Motorenauswahl ist zum Marktstart noch beschränkt; in Deutschland dürften die meisten Käufer wohl zu 428i und 420d greifen; in den USA dagegen - wo 40 Prozent aller 4er Cabrios verkauft werden sollen - wird der 435i weit vorne rangieren. Mit 306 PS ist er mehr als ausreichend motorisiert und beherrscht neben dem entspannten Cruisen auch die dynamische Gangart bestens; die nochmals versteifte Karosserie trägt hier einen großen Teil dazu bei. Allerdings muss man diesen Fahrspaß auch mit einem Spritkonsum von mindestens acht, in der Realität aber wohl eher über zehn Litern bezahlen - was zumindest in Amerika ja kein Problem ist.  
 
 

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