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Galerie: Erster Test BMW 6er Coupé

Erster Test: BMW 6er Coupé

Mr. Right

01.07.2011

Dass der neue BMW 6er ein tolles Auto ist, wissen unsere Leser schon seit Januar 2011. Nach dem Cabrio stellt der bayerische Premiumhersteller nun das Coupé vor und – Überraschung – es ist ein tolles Auto.
Daher könnte dies der kürzeste Erstkontakt in der Geschichte von AutoScout24 werden: Wer ein schickes, schnelles, modernes, sicheres und sparsames Reisecoupé für Zwei möchte und es sich leisten mag: Kaufen.

BMW sieht kaum echte Konkurrenz für den 6er. Laut Sprecher Michael Rebstock gibt es keine klar definierten Wettbewerber, von denen das jetzt vorgestellte Coupé Markanteile erobern soll. Sicher auch wegen der guten Verkaufszahlen des Vorgängers zielt das neue Modell daher nicht auf bestimmte Rivalen. Nur Maserati GT und Jaguar XK bieten das zwar gleiche Karosseriekonzept, sind jedoch weniger der Perfektion verpflichtet. Der Mercedes SL ist nur ein Zweisitzer und der CL deutlich teurer. Audi bietet nichts an und der Porsche 911 spielt immer in seiner eigenen Liga.

Schön

Galerie: Erster Test BMW 6er CoupéSo gesehen ist der 6er einzigartig (was uns von Vergleichstests in der Zukunft nicht abhalten soll) und tatsächlich bietet er auch im Detail eine Reihe von Kaufgründen. Zuallererst ist das gelungene Design zu nennen, das von den selbstbewussteren Proportionen profitiert: Länger, breiter und flacher ist der Neue geworden. Die BMW-typische lange Motorhaube wird optisch durch die „shark-nose“ genannte Front verlängert, die seitlichen Lüftungsschlitze lenken die Dynamik in Richtung angetriebener Hinterachse. Die Seitenlinie wird durch die BMW-Sicke in die Länge gestreckt, was die kurzen Überhänge noch zusätzlich betonen. Und die Heckansicht ist durch einen „pyramidalen“ Aufbau gekennzeichnet: Der Sechser wird nach unten immer breiter.

Elegant

Galerie: Erster Test BMW 6er CoupéIm Innenraum verbreitet sich eine von BMW zu erwartende kühle Eleganz. Die Armaturen sind leicht dem Fahrer zugeneigt, die Bedienung ist intuitiv, ohne durch zu viele Knöpfe zu verwirren. Verarbeitungsseitig gibt es keinen Anlass zu Wehklagen, die Materialien sind hochwertig. Der große zentrale Bildschirm bietet genügend Pixel für Entertainment, individuelle Einstellungen und das (optionale) Navigationssystem.

Neu

Galerie: Erster Test BMW 6er CoupéNeu gegenüber dem Cabrio ist ein weiteres Fahrprogramm, das neben Sport+, Sport, Comfort und Comfort+ verfügbar ist: Eco-Pro. Tatsächlich könnte dieses Detail für Kunden der springende Punkt sein, sich für den 6er zu entscheiden, doch dazu gleich mehr.

Die Scheinwerfer sind (optional) als Voll-LED zu haben: Kurvenlicht, Blink- und Nebelleuchten, Fernlicht, Abbiegelicht: alles LED. In Verbindung mit dem Nachtfahrassistenten sollen sogar Passanten am Straßenrand per LED gezielt ausgeleuchtet werden.

Sparsam

Antriebsseitig kommt das neue BMW 6er Coupé mit drei Maschinen in den Handel: V8-Biturbo-Otto im 650i (407 PS), R6-Biturbo-Otto im 640i (320 PS) und R6-Biturbo-Diesel im 640d (313 PS). Mit dem V8 gibt es auch die Allradvariante 650i xDrive. Dabei gehen die Sechs-Zylinder im EU-Zyklus sehr sparsam mit dem Sprit um: 7,7 Liter beim Direkteinspritzer-Benziner und 5,5 Liter beim Diesel sind eine deutliche Ansage für 300+ Pferdestärken. Der 640d bleibt damit sogar unter 150 Gramm CO2 pro Kilometer. Ein Golf GTI mit 200 PS liegt hier bei 170 Gramm.

Schnell

Galerie: Erster Test BMW 6er CoupéFahrwerkseitig ist unser 640i-Testwagen mit der kompletten Optionsliste ausgestattet: Adaptive Dämpfereinstellung, Aktivlenkung und Wank-Stabilisierung stellen das BMW-Optimum an Sportlichkeit, Sicherheit, Komfort und Individualisierung dar. Die montierten 19-Zoll-Räder können lediglich auf deutlichen Querfugen die flachen und damit steifen Flanken der 275er-Reifen hinten nicht verbergen. Ansonsten ist das Komfortniveau sehr hoch. Die – gewöhnungsbedürftige – Aktivlenkung stellt einen sehr direkten Draht zur Straße sicher, das Fahrverhalten ist auch in schnellen Kurven präzise und sicher. Lediglich in sehr schnell gefahrenen Kurven kommt es bei Gaswegnahme nicht zum erwarteten Eindrehen, was den 1,7-Tonner unerwartet kopflastig macht. Möglicherweise lag das am Motormapping des Vorserien-Testwagens.

Automatisch

Galerie: Erster Test BMW 6er CoupéDer Doppelturbo-Reihen-Sechs-Zylinder ist, wie alle 6er, mit einer hervorragenden 8-Stufen-Automatik von ZF gesegnet. Diese erlaubt einerseits, den gegenüber einem Sauger schmaleren optimalen Drehzahlbereich eines Turbos besser auszunutzen und weiß durch sehr schnelle und kaum merkliche Schaltmanöver zu gefallen. Andererseits weist der Drei-Liter-Benziner ein unerwartet breites Drehzahlband auf: Schon ab 1.300 Umdrehungen pro Minute liegt das maximale Drehmoment von 450 Newtonmeter an und reicht bis 4.500. Richtig Zug liefert der bis 7.000 Touren drehende Motor jedoch noch bis etwa 5.500, sodass im flotten Tagesgeschäft Drehzahlen zwischen 2.000 und 5.500 Touren genutzt werden können.

Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit. Der andere Teil heißt Eco-Pro und ist das fünfte Fahrprogramm – es könnte für viele 6er-Kunden das meistgenutzte werden.

Eco-Praktisch

Galerie: Erster Test BMW 6er CoupéDie verschiedenen Fahrprogramme, die über den Fahrerlebnisschalter aktiviert werden, steuern üblicherweise Gaspedalkennlinie, Lenkgefühl, Dämpferabstimmung und ESP, teils können sie auch noch individuell konfiguriert werden. Im Eco-Pro-Modus (nur bei 640d und 640i) wird zusätzlich die Klimaanlage in die Verbrauchsoptimierung einbezogen, sowie eine einstellbare Höchstgeschwindigkeit. Der eigentliche Clou ist jedoch nicht die Anzeige für die somit gewonnene Reichweite, sondern die betont lässig eingestellte Automatik: Bei sachtem Beschleunigen schaltet sie meist schon unter 1.500 Umdrehungen in den nächsthöheren Gang, lässt man es etwas flotter angehen schaltet sie noch unter 2.000.

Was sich nach gepflegter Langeweile anhört, ist tatsächlich eine wirklich sinnvolle Ergänzung der dank Turbo mit üppigem Drehmoment versehenen Motoren. Während die Konkurrenz den Fahrer zu oft mit einem Kickdown überrascht, kann der 6er-Pilot sich jetzt auch im Automatikmodus ganz auf den starken Antritt aus dem Drehzahlkeller verlassen. Der Kickdown kann dennoch jederzeit abgerufen werden – das Gaspedal muss nur deutlich vehementer durchgetreten werden.

Als Resultat stellt sich nicht nur eine betont lässige – und somit dem Wagen durchaus angemessene - Fahrweise ein, auch der Verbrauch sollte dadurch in der Praxis profitieren können. Der Verdacht drängt sich auf, dass der EU-Zyklus im Eco-Pro-Modus durchlaufen wurde.

Fazit

Die wichtigste Nachricht bei einem so tollen Auto wie dem BMW 6er – egal ob Cabrio oder Coupé – ist das elektronische Helferlein namens Eco-Pro-Modus - da fällt sogar der für den V8 optionale Allradantrieb fast schon unter den Tisch. Der hier angetestete Sechs-Zylinder-Benziner im 640i ist neben dem bereits im 650i Cabrio vorgestellten V8 ein angemessener Motor für BMWs großen Luxusgleiter. Doch der 640d Diesel (ab 78.200 Euro) wird mit seinen 630 Newtonmeter Drehmoment im Zusammenspiel mit dem Eco-Pro-Modus wohl zum Inbegriff von Slow-Food im Autosegment: Genuss und Qualität statt Hektik und Raserei.

Die Speisekarte beginnt bei knapp 75.000 Euro (640i) und hört bei 98.000 Euro (650i xDrive Cabrio) dank umfangreicher Sättigungsbeilagen nicht auf.

Galerie: Erster Test BMW 6er Coupé

 
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